Galin Stoevs Inszenierung »Den Haag« für Kulturpreis Europa nominiert

  • »Der deutsche Theaterjournalist Dieter Topp nominiert Galin Stoevs Den Haag für den Cultural Forum Europe Award for Cultural Achievement«, Krasimir Krastev, BTA.

Köln Vettweiss, 16. Juni 2024

Das Team des Internationalen Theaterfestivals »Varna Summer« gibt die Nominierung bekannt. Die Aufführung wurde in #Varna im Rahmen des Festivalprogramms »Showcase« gezeigt, wo Topp sie besuchte.

Das #Kulturforum #Europa mit Sitz in Deutschland, nahe Köln, vergibt den Preis für kulturelle Leistungen seit mehr als 30 Jahren. Dieter Topp schlägt vor, den Preis an den Regisseur Galin Stoev, den Autor des Stücks Sasha Denisova und die Performance zu verleihen. Die groteske und unheimliche Phantasmagorie basiert auf realen Ereignissen und Personen, die mit dem aktuellen Krieg in der #Ukraine in Verbindung stehen. »Die Handlung stellt eine imaginäre Version eines Prozesses gegen Putin und seine Entourage in Den Haag wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit dar, der sich im Kopf eines ukrainischen Kindes abspielt, das als Hauptankläger auftritt«, so der Journalist Krastev.

Das Stück von Sasha Denisova wurde kurz nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine geschrieben und die Autorin hat es regelmäßig an die aktuellen Ereignisse angepasst. Eigens für die Inszenierung auf der Bühne des Nationaltheaters kehrte der Regisseur Galin Stoev aus Frankreich nach Bulgarien zurück, wo er seit 2018 künstlerischer Leiter des Stadttheaters Toulouse ist. Er ist der Autor der Übersetzung des dramatischen Textes.

»Nach Ansicht des deutschen Journalisten ist das Spektakel beeindruckend und zeigt, wie man Diktatoren betrachten kann. Topp zieht eine Analogie zu Der große Diktator und erinnert daran, dass Charlie Chaplin die Idee vertrat, dass man über Diktatoren lachen sollte. Er glaubt, dass der ukrainische Autor und vor allem der bulgarische Regisseur genau das erreicht haben«, so Krastev weiter.

»The Hague«, eine Satire der Ukrainerin Sasha Denisova, in der Putin und seine Verbündeten vor ein Kriegsverbrechertribunal gestellt werden, wurde in Polen, in den USA und in Bulgarien inszeniert. Photo: Boryana Pandova

Das Stück erzählt die Geschichte eines verwaisten Teenagers aus Mariupol, der sich vorstellt, dass die russische Führung für ihren Vernichtungskrieg in der Ukraine zur Rechenschaft gezogen wird. In der Übersetzung und Regie des international bekannten Regisseurs Galin Stoev und der Version des bulgarischen Nationaltheaters wurde die Rolle des Putin brillant und bösartig von einer Frau (Radena Valkanova) gespielt.

So wie Charly #Chaplin #Hitler in »Der große #Diktator« verspottete, sagt Denisova: »Putin muss man gnadenlos auslachen«. Jetzt, da Wladimir Putin seine Terrorkampagne in der Ukraine fortsetzt, ist Chaplins Rede weiterhin ein Aufruf gegen #Tyrannei und zur Verteidigung der Demokratie: »Diktatoren befreien sich selbst, aber sie versklaven das Volk«, erklärte Chaplin.

»Wir alle sind aufgerufen, gegen Diktatoren aufzustehen: Die Ukraine ist nicht nur gleich nebenan, Diktatoren sind gefräßig – das haben wir aus einem tief beeindruckenden bulgarischen Theatererlebnis gelernt«, so Dieter Topp.

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