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Anzeige: Mediation statt Prozeß


Hans A. Stucki, ehemaliger Chef der Rechtsabteilung des Motorola-Konzerns in Detroit, hat auf Zahlen vorgelegt, die beweisen, daß der Konzern 75 Prozent an Prozeßkosten eingespart hat, seit er beschlossen hat, daß jeder Konflikt …

Artikel vom 10. 2. 2005
Hans A. Stucki, ehemaliger Chef der Rechtsabteilung des Motorola-Konzerns in Detroit, hat auf den »Kölner Verhandlungstagen« am 5. und 6. Dezember 1997 Zahlen vorgelegt, die beweisen, daß der Konzern 75 Prozent an Prozeßkosten eingespart hat, seit er Mitte der 80er Jahre beschlossen hat, daß jeder Konflikt zunächst mediiert werden muß, bevor er eventuell vor Gericht geht.

Zu den Kosten einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommen die internen Transaktionskosten hinzu. Mitarbeiter müssen während eines Prozesses Arbeiten leisten, die nicht dem wirtschaftlichen Erfolg des Hauses, sondern lediglich der Durchsetzung oder Abwehr von Ansprüchen dienen. Daraus läßt sich erkennen: Mit Mediation wird bares Geld gespart, das anderweitig besser investiert werden kann. So kann für das Unternehmen ein höherer Profit erwirtschaftet werden. Mit einer Mediation läßt sich aber auch Zeit sparen. Prozesse können bekanntermaßen Jahre dauern – die meisten Mediationen dauern höchstens zwischen einem und drei Tagen.

Minimaler Aufwand

Wer einen Prozeß führt, beherrscht das künftige Geschehen so sicher, wie einen Pfeil, den er abgeschossen hat. Ein Unternehmen braucht aber möglichst viel Planungssicherheit.
Grundlage dafür sind berechenbare Umstände. In einem Prozeß kann dessen Ausgang in den seltensten Fällen berechnet werden – bis dahin herrscht oft über Jahre quälende Ungewißheit. Müssen Rückstellungen beibehalten werden? Können sie aufgelöst werden? Können Erträge gebucht werden? Solche Fragen müssen dauernd gestellt werden. Vom Ausgang des Prozesses hängt oft ab, ob man etwas tun darf oder nicht. Wenn man bis dahin überhaupt noch etwas tun kann. Viele Prozesse vor dem höchsten Gericht werden von Konkursverwaltern geführt.

Zuverlässige Planung

In der Mediation erhalten die Parteien gegenseitige Informationen, die sie vor Gericht nie erhalten würden, weil dort nicht verhandelt, sondern nur behauptet wird. In der Mediation finden intensive Gespräche zwischen den Parteien statt – vor Gericht spricht meist der Richter. Die Parteien sprechen nicht miteinander, sondern versuchen den Richter davon zu überzeugen, daß sie Recht haben. In der Mediation kann viel über die Interessen der anderen Parteien erfahren und herausgefunden werden, was sie wirklich bewegt.

Informationsvorteile

In der Mediation besteht die Gelegenheit, der Gegenpartei klar und deutlich zu sagen, worum es eigentlich geht. Dazu können Videos, Bilder, Zeichnungen und was immer den Parteien einfällt verwendet werden. Die Parteien können sich der anderen Seite verständlich machen. Vor Gericht ist dazu kein Raum – dort geht es nicht um Verständnis, sondern darum, Recht zu haben und zu bekommen.

Worum es wirklich geht

Die Firma Bain & Co. hat herausgefunden (etwas, das eigentlich jeder Verkäufer weiß), daß die Verlängerung der Dauer aller Kundenbeziehungen um zwei Prozent den gleichen Effekt hat, wir die Reduzierung der gesamten Kosten des Unternehmens um zehn Prozent. Man könnte vereinfacht auch sagen: Es ist um ein vielfaches billiger, Kundenbeziehungen zu erhalten und auszubauen, als Neukunden zu akquirieren. Prozeßführung ähnelt oft der Kriegsführung, und wer miteinander Krieg geführt hat, macht so schnell keine Geschäfte mehr miteinander. Die Mediation schont die Geschäftsbeziehungen und damit auch den Profit, da die Parteien versuchen, gemeinsam – also miteinander – eine Lösung zu finden.

Profitable Kundenbeziehungen

Gerichtsverhandlungen sind öffentlich, und Urteile der Gerichte werden veröffentlicht. Jeder Bürger hat das verfassungsmäßig garantierte Recht, sich über die vor Gericht ausgebreiteten Interna zu informieren. Das tun Presseleute besonders gern. Mit etwas Glück entdeckt das oberste Gericht in einer Sache ein Rechtsproblem und ein Fall geht dann unter dem Namen
der Parteien in die Geschichte ein. Mediationsverhandlungen
sind diskret und niemand, der nichts mit der Sache zu tun hat, erfährt irgendetwas darüber. Vertraulichkeit ist oberstes
Gebot der Mediation.

Betriebsgeheimnisse

Die Parteien haben in der Mediation bis zum Schluß Kontrolle über den Ablauf des Verfahrens und das Ergebnis. Niemand nimmt ihnen etwas gegen ihren Willen weg oder verfügt über sie. Es ist kein Richter da, der den Parteien das Wort abschneidet, wenn er es für richtig hält oder anordnet, was wer morgen zu tun oder zu zahlen hat. Es steht den Parteien jederzeit frei, aufzustehen und zu gehen.

Juan Carlos Palmier
Qualitäts-Auditor (TÜV) und zertifizierter Wirtschaftsmediator (IHK)
Dechantsfeld 5
33428 Harsewinkel
Telefon (0 52 47) 40 94 28
E-Mail JCPalmier@t-online.de

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