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Wird Gütsel »T-City«?

Die Chancen stehen bei gut Eins zu 400 – soviele Städte zwischen 25.000 und 100.000 Einwohnern nehmen am Wettbewerb zur »T-City« teil. Unter der Ägide von Wirtschaftsförderer Martin Balkausky präsentiert auch Gütersloh zahlreiche Konzepte.

Lesedauer 2 Minuten, 3 Sekunden, Artikel zuletzt bearbeitet am 10. Februar 2005
Wird Gütsel »T-City«?

Die Chancen stehen bei gut Eins zu 400 – soviele Städte zwischen 25.000 und 100.000 Einwohnern nehmen am 2006 ins Leben gerufenen Wettbewerb der Deutschen Telekom zur »T-City« teil. Unter der Ägide von Wirtschaftsförderer Martin Balkausky präsentiert auch Gütersloh zahlreiche vielversprechende Konzepte.

»Unser Ziel ist es, VDSL flächendeckend auszubauen, uns als Stadt in den Themenbereichen ›Internet› und ›Neue Medien‹ zu positionieren und diese Themenbereiche als Gesamtstrategie darzustellen«, erläutert Martin Balkausky, Gütsler Wirtschaftsförderer, die Ambitionen der Dalkestadt. In Anlehnung an die Vorschläge der Deutschen Telekom, die im Prinzip alles und nichts umfassen, wurden verschiedene Projekte aufs Tapet gebracht.

Drei Workshops mit den Themen »Schule und Bildung«, »Gesundheit und Pflege« und »Soziale Integration von Senioren und Jugend« haben zu mehreren Vorschlägen geführt. Trotz der Forderung der Telekom, ihr VDSL-Netz dem Wettbewerb nicht zugänglich machen zu müssen (Regulierungsfreiheit), befürwortet auch der Telekommunikationsanbieter GTelnet die Teilnahme. Engpässe sieht Balkausky derzeit beim Datenaustausch zwischen der Kreisbildstelle und den Schulen: Mit VDSL könnten seiner Meinung nach Filme in Echtzeit übertragen werden. Weitere Projekte wie Patientenmonitoring sind allerdings schon mit der vorhandenen DSL-Technik problemlos möglich, die es auf immerhin bis zu 20 Megabit Downstream und 600 Kilobit Upstream bringt – VDSL bewegt sich bei Leitungslängen um 1.500 Meter auf demselben Niveau. Lediglich bei Entfernungen von maximal 300 Metern zwischen Vermittlungsstelle und Benutzer sind bis zu 52 Megabit Downstream und 2,3 Megabit Upstream möglich.

T-Online sieht die Nutzung von VDSL praktisch nur beim »Triple Play«, also Internet, Telefonie und Television über eine Leitung. Die Kosten für die Teilnahme belaufen sich auf rund 20.000 Euro. Mit dem Geld werden die Workshops und der zusätzliche Planungsaufwand finanziert – immerhin werden die zehn Teilnehmer der Endrunde jeweils 50.000 Euro von der Deutschen Telekom erhalten, nicht zuletzt, um den Kostenaufwand zu refinanzieren. Im Gewinnfall würde Gütersloh als deutschlandweite Modellstadt einen erheblichen Imagegewinn davontragen und bisher nicht versorgte Stadtteile würden ans DSL-Netz angeschlossen.

Grund zur Bescheidenheit liefert allerdings ein Blick auf die anderen teilnehmenden Städte: Die Ambitionen und Projekte klingen überall irgendwie gleich und sind leider größtenteils Nullnummern: Patientenmonitoring, »Schulen ans Netz«, »eGovernment« oder kindische Ideen wie ein »Online-Fundbüro« sind längst nichts Neues mehr, teils überflüssig und brauchen schon gar kein VDSL. Gewinnen wird wohl die Stadt, die ein tatsächlich interessantes und neues Konzept präsentiert. Martin Balkausky sieht die Teilnahme immerhin unter einem längerfristigen Aspekt: »Die Projekte sollen unter Beteiligung der Menschen umgesetzt und nicht ›von oben verordnet‹ werden. Selbst wenn wir nicht gewinnen, wird die Gesamtstrategie stehen und einzelne Projekte ins Bewusstsein rücken.« Das klingt – wie immer – gut; ob es funktioniert, und nicht – wie immer – im Sande verläuft, bleibt abzuwarten.


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