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Gewerkschaft der Polizei, Sicherheit im Straßenverkehr, Cannabislegalisierung nicht eilig durchdrücken

Die politisch forcierte #Legalisierung des Cannabiskonsums darf nach Auffassung der Gewerkschaft der Polizei (GDP) nicht ohne eine intensive Vorprüfung auf das zu erwartende Verkehrsunfallgeschehen hierzulande vonstattengehen.

Lesedauer 1 Minute, 45 Sekunden, Artikel zuletzt bearbeitet am 15. August 2022, DOI: https://www.guetsel.de/content/48684/3665928.html
Gewerkschaft der Polizei, Sicherheit im Straßenverkehr, Cannabislegalisierung nicht eilig durchdrücken

Gewerkschaft der Polizei, Sicherheit im Straßenverkehr, Cannabislegalisierung nicht eilig durchdrücken, Mertens: Kiffen erhöht das Unfallrisiko

Goslar, Berlin, 15. August 2022

Die politisch forcierte #Legalisierung des #Cannabiskonsums darf nach Auffassung der Gewerkschaft der Polizei (GDP) nicht ohne eine intensive Vorprüfung auf das zu erwartende Verkehrsunfallgeschehen hierzulande vonstattengehen [Der Konsum war schon immer legal. Anm. d. Red.]. Unnötige Eile führe zu mangelnder Sorgfalt und vermeidbaren Gefahren, mahnte Michael Mertens, für Verkehrsfragen zuständiges Mitglied des Geschäftsführenden GDP Bundesvorstandes, vor dem am Mittwoch in Goslar beginnenden 60. Deutschen Verkehrsgerichtstag.

Laut Expertenaussagen existiert ein eindeutiger Zusammenhang zwischen dem Genuss des Rauschmittels und einem erhöhten Unfallrisiko. Erfahrungen aus Kanada unterstützten diese These, betonte Mertens. Demnach habe sich im Staat British Columbia die Zahl mittelschwer verletzter Fahrerinnen und Fahrer mit im Blut festgestelltem #Tetrahydrocannabinol (THC) Blut seit der Legalisierung des Cannabiskonsums im Oktober 2018 mehr als verdoppelt. Mertens sieht die im Koalitionsvertrag festgeschriebene »Vision Zero« mit Blick auf diese Entwicklungen massiv gefährdet. Auch hierzulande werde es deutlich mehr #Fahrten unter #Drogeneinfluss und damit zwangsläufig mehr Opfer zu beklagen geben.

Die sogenannte Vision Zero hat laut Mertens das erklärte Ziel einer stetigen Verringerung der Zahl im Straßenverkehr Getöteter und Verletzter. »Ein fahrlässiger Umgang damit, hieße mit dem Leben von Menschen zu spielen«, verdeutlichte der #Verkehrsexperte.

Wer polizeilich etwas tiefer grabe, so der stellvertretende GDP Bundesvorsitzende, erfahre, dass sich die bundesweite Zahl der Verkehrsunfälle unter Drogeneinfluss in den vergangenen 3 Jahrzehnten verfünffacht habe. Rund 70 Prozent davon seien festgestellte Cannabisverstöße. Um ein differenzierteres Lagebild zu erhalten, plädierte Mertens für das Einführen einer #Cannabis Kategorie im sogenannten #Unfallursachenkatalog.

»Es wäre ein großer Fehler, Cannabiskonsum zu verharmlosen, erst recht vor dem Hintergrund dessen Wirkung auf beispielsweise das Reaktionsvermögen und Konzentrationsvermögen am Steuer eines #Kraftfahrzeuges«, unterstrich Mertens. Die Bundesregierung habe daher eine immense Aufklärungsarbeit zu leisten. »Damit zu warten, bis die ersten legalen Joints qualmen, wäre viel zu spät.«

Nicht zuletzt sei es notwendig, die polizeiliche Verkehrsüberwachung auf die Cannabislegalisierung vorzubereiten. »Unsere Kollegen draußen müssen leichter und beweissicher Drogenverstöße erkennen können«, sagte Mertens. Seit längerem fordere die GDP überdies spürbare Investitionen in Personal und Ausstattung.

[Fahren unter Drogeneinfluss bleibt ja dennoch illegal. Anm. d. Red.]

Gewerkschaft der Polizei (GDP)

Salenti

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