Woche der kleinen Künste


Artikel vom 10. Februar 2005
Woche der kleinen Künste

Saure-Gurken-Zeit? Sommerpause? Von wegen! Zum fünften Mal findet in diesem Sommer die »Woche der kleinen Künste« auf dem Dreiecksplatz statt. Und wieder hat die Kulturgemeinschaft Dreiecksplatz ein Programm auf die Beine gestellt, das die Woche zu einem Highlight des Gütsler Sommers machen wird: vom 12. bis 16. Juli wird der Dreiecksplatz zum Treffpunkt der Gütersloher Musik- und Kulturenthusiasten. Man trifft sich an der Friedrichstraße – täglich ab 19 Uhr. Zehn Acts an fünf Abenden, jeweils von 20 bis 22 Uhr (und am Freitag, 16. Juli, auch ein bißchen länger) bieten feinste Unterhaltung für jeden Geschmack. Natürlich kommt auch das Kulinarische nicht zu kurz: Walters Piano sorgt für Bier, der Bioladen Culinaria für Wein, der Sithai Asia Shop brät Reis- und Nudelgerichte, das Eiscafé Pink Pinguin präsentiert eine Cocktailbar, Hallmann seine legendäre Bratwurst und »Mundwerk« Birkholz den vom Schinkenmarkt bekannten Prager Schinken. Seitens der Initiatoren ist also alles vorbereitet – besonderer Dank der Kulturgemeinschaft gilt den Sponsoren und Freunden der Woche der kleinen Künste, die wie in den vergangenen Jahren durch ihre starke Unterstützung das Festival erst möglich machen. Freuen wir uns auf fünf Abende der besonderen Art, mitten in Gütersloh, in attraktiver Umgebung, bei bester Unterhaltung und hoffentlich regenfreien Stunden – dann kann nichts mehr schief gehen. Höhepunkt der Woche der kleinen Künste sind dieses Mal wohl der Auftritt Deutschlands dienstältester, legendärer Bluesband »Das Dritte Ohr« am Dienstag und das Konzert der Jazzorganistin Barbara Dennerlein am Donnerstag. Doch der Reihe nach. »guetsel.de« stellt das Programm der »Woche« im Einzelnen vor:

Montag: Weltmusik

Keine »Woche« ohne ein spezielles Intro. Diesmal hat sich die Kulturgemeinschaft Dreiecksplatz eine lokale Lösung einfallen lassen, die die Gütersloher ganz besondes freuen wird: Gino Badagliacca, vor einem Jahr in Ruhestand getretener bekanntester Gütsler Pizzabäcker, wird die Woche mit Canzones und Arien eröffnen. Gino bringt uns Italien auf den Platz und auch wenn das Libretto nicht immer geläufig ist – die Besucher werden mindestens mitsummen.

Danach folgt der Auftritt Deutschlands abgefahrenster Samba-Band: Sambodromo aus Hamburg. Brasilien trifft Gütersloh, Samba-Funk trifft Space-Rock. Tradition trifft Moderne und bittet zum Tanz. Sambodromo, das sind 13 junge, ambitionierte Musiker aus der Hansestadt, die sich durch jahrelange Liveauftritte in die Herzen und Köpfe der jungen Musikszene Deutschlands gespielt haben. Jenseits jeglicher Stilklischees bewegt sich Sambodromo mit einem kompletten afrobrasilianischen Instrumentarium zwischen Reggae, HipHop, Funk, Rock und Pop. Ihr Crossover wird bereichert durch DJ-Sounds und Samples, Gesang, Gitarre, Bass, Schlagzeug, Querflöte, Saxofon und Keyboards. Sambadromo läßt sich in keine Schublade stecken – alles wird mit brasilianischen Rhythmen gemixt.

Dienstag: Comedy und Blues

Es darf gelacht werden! Klaus Renzel aus Münster verbindet Gitarrenkunst mit Artistik (»Gitarobatrix«). Sein Programm ist nicht nur Pantomime, Clownerie und Musik, Klaus Renzel spinnt auch mit musikomischem Humor, herrlichem Slapstik und feinem Witz. Er kommt uns seriös, dann auch charmant mit einem zwinkernden Auge, um im folgenden Moment mit einem Gag das Publikum auf die nächste Darbietung vorzubereiten. Es treffen sich virtuose Musikalität und französische Pantomime mit clownesker Spielfreude und Visual-Comedy. So packt der studierte Gitarrist, Pantomime und Balletttänzer sein Ruckrenzel randvoll mit Requisiten, Instrumenten und Geschichten, bricht frohen Mutes auf zu seinem Publikum und gerät dabei in die komischsten Situationen, aus denen er vor, zwischen, auf und mit seinen Zuschauern nach einem Ausweg sucht.

Nach Comedy kommt der Blues? Das Dritte Ohr hat sich angesagt: Die Bluesklassiker werden an diesem Abend begeistern. Wolff und seine Band schreiben seit mehr als drei Jahrzehnten deutsche Bluesgeschichte: Zahllos sind die Funk- und TV-Auftritte, weit über 3.000 Konzerte in Europa, den USA und Mittelamerika machten die Gruppe zu Bühnen-Dinos. Die rauhe Stimme des singenden Mundharmonikaspielers Udo Wolff, seine deutschen Texte und sein direkter Publikumskontakt sind das Markenzeichen der Pionierband des deutschen Blues. Ihr musikalisches Handwerk lernten die Mitglieder des Dritten Ohrs noch aus erster Hand auf Tourneen mit schwarzen Bluesmusikern der stilbildenden Generation aus den Bands von Muddy Waters und Howlin? Wolf. Die musikalische Spannweite umfaßt alten Deltablues ebenso wie rollende Boogies und elektrischen Big-City-Blues.

Mittwoch: Latino

Mittwoch ist der traditionelle Latino-Abend, der mit dem vierköpfigen Latin-Groove-Collective besonders groovig beginnt. Charakteristisch für die Band ist die klassische Quartett-Besetzung mit Saxofon, Piano, Bass und Drums mit bekannten Musikern aus Bielefeld, Detmold und Minden. Gespielt werden Jazzstandards, gemixt mit modernen Latin- und Funkrhythmen. Auf den Bauch, nicht auf den Kopf, zielt auch die Musik der Saloniki Surfers. Die 1999 im karibischen Ostwestfalen aus Mitgliedern verschiedener Ska- und Reggaebands gegründete Band schickt sich an, das große Erbe tanzbaren Riddims in Würde fortzuführen. Sie hat sich in kürzester Zeit einen exzellenten Namen in der Livemusik-Szene erspielt, unter anderem begeisterten sie vor einigen Wochen auch auf dem Bielefelder Leinewebermarkt und waren Supporter der Söhne Mannheims in Harsewinkel. Ihre Interpretationen von Ska, Rocksteady, Dub und Reggae werden auch den Dreiecksplatz zum Beben bringen!

Donnerstag: Jazz

Zahlenmäßige Gegensätze prägen den Jazz-Abend auf der Groß-Bühne: Von der 20köpfigen UniBigband aus Bielefeld bis zum Barbara Dennerlein-Duo spannt sich der Rahmen. Beginnen wird die UniBigBand der Uni Bielefeld, die im vergangenen Jahr ihr 20jähriges Jubiläum feierte. Zur Zeit steht das Charles-Mingus-Projekt auf dem Programm, das unter der Leitung von Hans-Hermann Rösch gespielt werden wird. Charles-Mingus Sound ist bluesig, erdig und schweißtreibend – ein Jazzprojekt der Sonderklasse. Internationale Sonderklasse ist auch die Hammond-Organistin Barbara Dennerlein, der wichtigste und erfolgreichste deutsche Jazz-Export. Schon in jungen Jahren hat sie sich in den Sound der Hammond-Orgel verliebt – geehrt mit Preisen und Auszeichnungen für ihre Veröffentlichungen, geht es ihr vor allem um den Kontakt mit dem Publikum. Ihre CDs wurden mit Auszeichnungen, mehrfach mit Jazz Awards und dem Preis der deutschen Schallplattenkritik bedacht, ihre CD »Take Off« erreichte sogar Platz eins der Jazz-Charts und wurde als meistverkauftes Jazz-Album gefeiert. Barbara Dennerlein gehört zum Kreis der wenigen deutschen Künstler mit internationaler Reputation. Zahlreiche Rundfunk- und Fernsehmitschnitte dokumentieren ihre international großen Erfolge. Doch besonders faszinierend wirkt die Protagonistin der legendären Hammond B 3 live! Sie wird mit ihrem Duo-Partner, dem argentinischen Schlagzeuger Daniel Messina, auftreten. Musikalisch haben sie hunderte Konzertauftritte und Tourneen fast rund um die Welt zu einer Einheit reifen lassen. Eine faszinierende musikalische Symbiose.

Freitag: a-cappella + Soul

Der letzte Tag der Woche der kleinen Künste und bestimmt wieder der längste: Mit BASTA kommt eine der kreativsten A-cappella-Gruppen Deutschlands nach Gütersloh, mit Call?n?Response ein dickes Pfund aus der regionalen Soul-Kiste. BASTA – fünf Sänger, A-cappella, Belcanto, schräg, cool und überraschend. Das Kölner Quintett enthemmt, parodiert, persifliert und mischt die Karten der A-cappella-Performance neu. Zu altbekannten Songs liefern die fünf neue Texte, angestaubten Hits nähern sie sich frech und unverblümt, indem sie sie in eigenwilligen Varianten wiederauferstehen lassen. Wie hört es sich wohl an, wenn Herbert Grönemeyer mit Marianne Rosenbergs »Er gehört zu mir« eine Liaison eingeht? Subtile Komik, schräger Slapstick und ein Gefühl für die Verbindung von Wort und Musik sind für BASTA bei ihren zahllosen Auftritten landauf, landab zu einem Markenzeichen geworden. Und ganz zum Schluß: Soul! Seit mehr als fünf Jahren missioniert Call?n?Response das Publikum mit schwarzem 60er-Jahre-Soul. Die klassische Besetzung der Rhythmusgruppe (Gitarre, Baß, Orgel, Schlagzeug) steht für ausgefeilte Grooves und brillanten Sound. Der satte Bläsersatz (Saxofone und Trompete) besorgt den typisch druckvollen Soulsound. Getragen auf dem Klang- und Rhythmusteppich dieser eingespielten Band findet der stimmgewaltige Frontman Achim Lübbering den Weg in die Ohren des Publikums. So läßt die Band die Klassiker von Otis Redding, Wilson Pickett oder James Brown wiederaufleben. Call?n?Response bietet eine Show aus elektrisierendem Soul, angereichert Solo-Höhepunkten.


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