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Das vom Heimatministerium NRW geförderte Projekt »Gesichter der Weserrenaissance« erreicht neue Etappenziele

Weserrenaissance Museum Schloss Brake, Lemgo.

Lesedauer 2 Minuten, 48 Sekunden, Artikel zuletzt bearbeitet am 20. Januar 2022, DOI: https://www.guetsel.de/content/35080/5354841.html
Das vom Heimatministerium NRW geförderte Projekt »Gesichter der Weserrenaissance« erreicht neue Etappenziele
Setzen die Weserrenaissance gekonnt in Szene: Dr. Michael Bischoff, Lysann Rehberg, Dr. Vera Lüpkes, Silvia Herrmann, Dr. Albert Hüser, Joachim von Reden, Miriam Ludewig, Lisa-Marie Bergann, Ingelore Möller, Jörg Düning-Gast, Dr. Stefan Wiesekopsieker und Dr. Susanne Hilker.

Das vom Heimatministerium NRW geförderte Projekt »Gesichter der Weserrenaissance« erreicht neue Etappenziele

  • Weserrenaissance Museum Schloss Brake, Lemgo

#Lemgo. Das vom Heimatministerium NRW geförderte Projekt »Gesichter der #Weserrenaissance« nimmt trotz #Coronas weiterhin Gestalt an. Der Lippische Heimatbund als Projektträger sowie die drei Kooperationspartner in Form des Weserrenaissance-Museums Schloss Brake, des Kulturkreises der Weserrenaissance und der Stiftung Eben-Ezer haben die jüngst erreichten Etappenziele präsentiert.

Wichtiger Bestandteil des Projekts ist ein attraktiver Imagefilm, der zehn regionale Sehenswürdigkeiten wie beispielsweise Schloss Brake, Schloss Barntrup, Schloss Wendlinghausen, Schloss Neuhaus und das Hexenbürgermeisterhaus in Lemgo charmant in Szene setzt. Der kurzweilige Film weckt innerhalb von drei Minuten große Lust, die vielseitigen Orte der Weserrenaissance einmal persönlich zu besuchen. Zu sehen ist der Film ab sofort unter www.lippischer-heimatbund.de sowie unter www.museum-schloss-brake.de/gesichter-weserrenaissance.de. Auch in den Sozialen Medien, auf der im Aufbau befindlichen Projekt-Homepage und vor Ort im Weserrenaissance-Museum soll er künftig veröffentlicht werden – auch in leichter Sprache.

Ergänzend zum Imagefilm ist in der vom Lippischen Heimatbund herausgegebenen Reihe »#Lippische #Kulturlandschaften« eine Broschüre mit tiefergehenden Informationen erschienen. Auf 30 Seiten gewinnt man anhand ausgewählter Persönlichkeiten und ihrer Geschichten spannende Einblicke in das regionale Netzwerk.

Dreh und Angelpunkt ist dabei Graf Simon der Sechste, der vor gut 400 Jahren auf Schloss Brake lebte und regierte. Er pflegte zahlreiche Verbindungen zu anderen Personen der damaligen Zeit. So ließ er beispielsweise in der Lemgoer Ratsapotheke süße Getränke, Sukkade, Zimt, Konfekt und Räucherkerzen einkaufen.

Außerdem beauftragte Simon der Sechste den Lemgoer Baumeister Hermann Wulff mit dem Ausbau des Nordflügels von Schloss Brake. Wulff wiederum hat auch vorher schon die Umbauarbeiten am Südflügel der Burg Brake für Simons Mutter Katharina von Waldeck geleitet. Außerdem hat derselbe Baumeister auch bei der Fassade des Hexenbürgermeisterhauses in Lemgo die Finger mit im Spiel gehabt. Später trug Simon der Sechste dazu bei, dass die Streitigkeiten von dessen Eigentümerfamilie Kruwel geklärt wurden.

Spannende Verbindungen gab es aber auch zwischen Graf Simon der Sechste und dem Fürstbischof Dietrich von Fürstenberg in Paderborn. Dieser hat sich bereits zu Lebzeiten ein 18 Meter hohes Grabmal errichten lassen – ein Glanzstück der Weserrenaissance. Die beiden Männer gingen gemeinsam zur Jagd. Ein reger Briefwechsel spricht für das fast freundschaftliche Verhältnis zueinander. Außerdem war der Fürstbischof trotz der unterschiedlichen Konfessionen der Patenonkel von drei Kindern des lippischen Grafen. Erstaunlich.

Eineinhalb Jahre hat die Kunsthistorikerin Dr. Susanne Hilker vom Weserrenaissance #Museum #Schloss #Brake an diesen und vielen weiteren Geschichten gearbeitet und sie schließlich zu Papier gebracht. Während sich die Forschung bislang auf standesgemäße Verbindungen konzentrierte, blieben nicht offensichtliche Kontakte – wie die mit örtlichen Apothekern, Scharfrichtern, Tuchhändlern oder Weserschiffern – unberücksichtigt.

»Bei allen Geschichten und Gesichtern zeigte sich nach und nach, dass das Ende der einen Geschichte nur der Anfang einer anderen war«, sagt Dr. Susanne Hilker. Es entpuppte sich ein Netzwerk, das sich nicht nur auf die ausgewählten Orte beschränken lässt. Denn die Weserrenaissance ist eine überregionale Kulturepoche, an der sieben heutige Bundesländer Anteil haben. Aber dank des Projektes »Gesichter der Weserrenaissance« ist der Anfang gemacht. Weitere interessante Gesichter und Geschichten gilt es noch zu entdecken.
Weitere Etappenziele des ambitionierten Projekts sind die Verfilmung der recherchierten Geschichten in Form von Historienfilmen, der Aufbau einer eigenen Projekthomepage inklusive eines »virtuellen Museums«, ein »Tag der Weserrenaissance« in Form eines Familienfestes am Sonntag, 19. Juni 2022, auf Schloss Brake, ein interaktives Hörspiel für Kinder, Mitmachstationen vor Ort und vieles mehr. Das Projekt geht noch bis Ende 2022. Man darf also gespannt sein.

Salenti

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