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Irreführende Werbung mit »kompostierbaren« Kaffeekapseln: Foodwatch mahnt Darboven ab

»Kompostierbar« und »biologisch abbaubar« sollen die »Mövenpick Green Cap« vom Kaffeekonzern J. J. Darboven sein. Tatsächlich sind die Kaffeekapseln alles andere als umweltfreundlich: Abfallunternehmen könnten sie weder kompostieren noch recyceln – sondern müssten sie verbrennen, kritisierte Foodwatch.

Lesedauer 2 Minuten, 10 Sekunden, Artikel zuletzt bearbeitet am 8. Dezember 2021, DOI: https://www.guetsel.de/content/32660/905641.html
Irreführende Werbung mit »kompostierbaren« Kaffeekapseln: Foodwatch mahnt Darboven ab

Irreführende Werbung mit »kompostierbaren« Kaffeekapseln: Foodwatch mahnt Darboven ab

Berlin, 8. Dezember 2021

»Kompostierbar« und »biologisch abbaubar« sollen die »Mövenpick Green Cap« vom Kaffeekonzern J. J. Darboven sein. Tatsächlich sind die Kaffeekapseln alles andere als umweltfreundlich: Abfallunternehmen könnten sie weder kompostieren noch recyceln – sondern müssten sie verbrennen, kritisierte Foodwatch. Die Verbraucherorganisation hat den Hersteller deshalb jetzt wegen irreführender Werbeaussagen abgemahnt. Die #Kaffeekapseln sind zudem für den »Goldenen Windbeutel 2021« nominiert, dem Preis für die dreisteste Werbelüge des Jahres www.goldener-windbeutel.de. #Foodwatch spricht sich für eine klare Regulierung von »nachhaltigen« #Werbeversprechen aus.

»#Kaffeekapseln als kompostierbar zu bewerben ist das reinste Greenwashing – statt auf dem Kompost landen die Mövenpick-Kapseln in der #Müllverbrennung«, kritisierte Manuel Wiemann, Wahlleiter des »#Goldenen Windbeutels«. »Egal ob Bioplastik oder Plastik: #Kaffee grammweise zu verpacken verursacht gigantische Müllberge, darüber dürfen die Hersteller nicht hinwegtäuschen!«

Auf der Schauseite der Kaffeekapseln wirbt Darboven mit den Claims »kompostierbar« und »biologisch abbaubar«. Diese Begriffe und der Produktname »Green Cap« suggerierten ein Produkt für den eigenen Kompost oder die Biotonne, welches dort vollständig zersetzt würde, kritisierte #Foodwatch. Laut einer repräsentativen Umfrage von Kantar im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe halten drei Viertel der Verbraucher »biologisch abbaubare« oder »kompostierbare« Verpackungen fälschlicherweise für umweltfreundlicher als herkömmliche Kunststoffverpackungen.

Auf der Seite der Verpackung heißt es im Sternchen-Hinweis zu »kompostierbar«: »Die industrielle Kompostierbarkeit ist garantiert und zertifiziert gemäß EN 13432«. Erst auf der Innenseite der Verpackung, also nach dem Kauf, erklärt der Hersteller, dass Kund:innen lokal prüfen sollen, ob das Abfallunternehmen den Standard überhaupt unterstützt. Tatsächlich können etwa 95 Prozent der abfallverarbeitenden Unternehmen in #Deutschland kein »kompostierbares« Plastik verwerten. Denn nach DIN Norm EN 13432 muss kompostierbares Plastik innerhalb von zwölf Wochen zu 90 Prozent abgebaut sein. Normale Bioabfälle zerfallen deutlich schneller, weswegen die Kompostierdauer in den meisten Betrieben wesentlich kürzer ist, als für den Abbau von kompostierbarem #Plastik notwendig wäre. Die #Kapseln werden deshalb in der Regel vor Kompostierung aussortiert und landen in der Müllverbrennung. Quasi die gesamte abfallverarbeitende Industrie lehnt kompostierbares Plastik in der #Biotonne grundsätzlich ab. Auch der heimische #Kompost eigne sich nicht für die Kapseln, so Foodwatch, da sie dort und in der Natur nur sehr langsam bis gar nicht zerfielen. Das #Umweltbundesamt bewertet biologisch abbaubare Kunststoffe als »nicht nachhaltiger als konventionelle Kunststoffe«.

Neben den Kaffeekapseln hat foodwatch Produkte von Danone, Naturally Pam, Rewe und Katjes für den »Goldenen Windbeutel 2021« nominiert. Die meisten von ihnen präsentieren sich als besonders #klima- und #umweltfreundlich – können diese Werbeversprechen laut foodwatch aber nicht halten. Verbraucher:innen können noch bis zum 12. Dezember 2021 auf www.goldener-windbeutel.de ihren Favoriten für den Preis der dreistesten Werbelüge wählen. Dem Hersteller des Produkts mit den meisten Stimmen will Foodwatch den Negativpreis am Firmensitz überreichen.

Salenti

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