AfB, Apple, Notebooks, Hardware, New Generations

Förderpreis »For Women in Science« 2021 verliehen

Wissenschaftlerinnen aus Münster, Tübingen und Würzburg ausgezeichnet.

Lesedauer 4 Minuten, 12 Sekunden, Artikel zuletzt bearbeitet am 25. November 2021
Förderpreis »For Women in Science« 2021 verliehen
Dr. Vlasits, Dr. Fleischmann, Dr. Peters. Fotos: L’Oréal Deutschland

Förderpreis »For Women in Science« 2021 verliehen

  • Wissenschaftlerinnen aus Münster, Tübingen und Würzburg ausgezeichnet

Der Förderpreis »For Women in Science« geht in diesem Jahr an Dr. Pauline Fleischmann von der Universität Würzburg, Dr. Antje Peters von der Universität Münster und Dr. Anna Vlasits vom Universitätsklinikum Tübingen. Für ihre herausragende Forschungsarbeit erhalten sie jeweils knapp 15.000 Euro. In Zusammenarbeit mit der Stiftung der Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard zeichnen die Deutsche #UNESCO-Kommission und L’Oréal Deutschland jährlich drei Nachwuchswissenschaftlerinnen aus. Der Preis unterstützt hochqualifizierte junge Frauen mit Kindern bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Die Präsidentin der Deutschen #UNESCO-Kommission Prof. Dr. Maria Böhmer unterstreicht: »Ich gratuliere den Preisträgerinnen herzlich! Sie leisten exzellente wissenschaftliche Arbeit, während sie Karriere und Familienleben unter einen Hut bringen müssen. Das ist nicht selbstverständlich. Die Hürden beim Einstieg in die Forschung sind für junge Frauen besonders hoch. Zudem sind wissenschaftliche Tätigkeit und Familie noch immer schwierig zu vereinbaren. Das muss sich ändern! In Deutschland schließen heute mehr Frauen als Männer die Hochschule ab, fast ebenso viele Frauen wie Männer promovieren. Dass der Frauenanteil in der Wissenschaft dennoch bei gerade einmal 28 Prozent liegt, hat strukturelle Ursachen und ist nicht hinnehmbar! Im europaweiten Vergleich ist das der viertletzte Platz. Zugleich bedeutet der niedrige Anteil von Wissenschaftlerinnen, dass ihre Kreativität und Forschungskapazität brachliegen. In Sachen Gleichberechtigung in Wissenschaft und Forschung hat Deutschland erheblichen Nachholbedarf!«

Wioletta Rosolowska, Geschäftsführerin L’Oréal Österreich und #Deutschland bekräftigt dies: »Uns liegt es am Herzen, Frauen zu befähigen und mit Innovationen Fortschritt zu schaffen. Mit den Stipendien ermöglichen wir es Wissenschaftlerinnen, Spitzenleistungen zu erbringen und gleichberechtigt an der Lösung der großen Herausforderungen der Menschheit mitzuwirken. Denn die Welt braucht die Wissenschaft - und die Wissenschaft braucht die Frauen.«

Die diesjährigen Preisträgerinnen

Dr. Pauline Fleischmann

Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Biozentrum der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

Dr. Pauline Fleischmann untersucht am Beispiel der Cataglyphis-Ameisen, wie sich Tiere in ihrer Umwelt zurechtfinden. Diese besonders begabten Navigatoren, die vom Mittelmeer bis Zentralasien verbreitet sind, kehren nach erfolgreicher Futtersuche geradewegs zum Eingang ihres Nests zurück. Sie erkennen Himmelsrichtungen am Polarisationsmuster des Sonnenlichts und messen Entfernungen mit einem inneren Schrittzähler. Zudem erkunden sie ihre Umgebung systematisch in Lernläufen. Dabei vollführen sie regelmäßig Pirouetten und schauen gezielt zum Nesteingang zurück, um sich seine Position einzuprägen. In ihrer Forschung konnte Fleischmann bereits zeigen, dass die Ameisen das Erdmagnetfeld als Referenzsystem nutzen. Nun erforscht sie, warum die Tiere zwei Kompasssysteme nutzen und wie diese miteinander verknüpft sind. Dazu vergleicht sie High-Speed-Videoaufnahmen unterschiedlich alter Ameisen und führt neurobiologische Analysen durch. Vor allem ist sie an plastischen Veränderungen im Gehirn der Cataglyphis-Ameise als Ursache für die veränderten Navigationsfähigkeiten interessiert.

Dr. Antje Peters

Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medizinische Psychologie und Systemneurowissenschaften der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

Dr. Antje Peters untersucht die menschliche Wahrnehmung und das menschliche Bewusstsein. Trotz aller Fortschritte der letzten Jahrzehnte sind viele Fragen noch kaum verstanden. Warum nehmen wir einige Reize bewusst wahr, während andere nicht in unser Bewusstsein dringen? Wann und wie erfolgt diese Festlegung, wo und wie entsteht Bewusstsein? Peters geht von experimentell gemessenen Hirnströmen und bildgebenden Verfahren aus. Damit analysiert sie Gehirnaktivitäten, die bei bewusster Wahrnehmung von sichtbaren Stimuli, Geräuschen oder Berührungen auftreten und vergleicht sie mit dem Zustand des Gehirns, wenn Reize nicht bewusst wahrgenommen werden. Ihre experimentellen Designs gewährleisten, dass bei paralleler Messung von Hirnströmen und funktioneller Bildgebung tatsächlich Bewusstseinseffekte gemessen werden. Zudem ermöglichen ihre Methoden die räumliche und zeitliche Analyse von Signalen. Dabei kombiniert sie Methoden der künstlichen Intelligenz, der Mathematik, der Mustererkennung in großen Datenmengen, der theoretischen Teilchenphysik und der #DNA-Analyse.

Dr. Anna Vlasits

Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Tübingen

Dr. Anna Vlasits erforscht die Netzhaut, also das Nervengewebe auf der Rückseite des menschlichen Auges und des Auges vieler Tiere. Die Netzhaut wandelt Licht in Nervenimpulse um, die durch den optischen Nerv zum Gehirn übermittelt werden. Vlasits untersucht, wie die sogenannte Amakrinzellen visuelle Merkmale wie Farbe, Helligkeit und Bewegung erkennen. Diese Zellen kommen in einer Vielzahl verschiedener Typen vor. Für viele davon ist noch unbekannt, welche Rolle sie beim Sehen genau spielen. Vlasits arbeitet mit der Zwei-Photonen-Mikroskopie an lebendem Netzhautgewebe und misst, wie sich die Aktivität von Amakrinzellen als Reaktion auf eine Lichtstimulation ändert. Dadurch will sie verstehen, wie Merkmale unterschiedlicher visueller Reize erkannt, extrahiert und an das Gehirn übermittelt werden.

Hintergrund

Seit mehr als 20 Jahren fördern die UNESCO und L‘Oréal weltweit gemeinsam die Arbeit von heraus­ragenden Wissen­schaftlerinnen. Das 2006 in Deutschland zusätzlich ins Leben gerufene Programm »For Women In Science« unterstützt hochqualifizierte junge Wissenschaftlerinnen mit Kindern hierzulande bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, damit hervorragend ausgebildete Frauen ihre wissenschaftliche Karriere nicht wesentlich unterbrechen oder sogar abbrechen müssen, wenn sie eine Familie gründen.

Träger des Programms sind die Deutsche UNESCO-Kommission und L’Oréal Deutschland, in Zusammenarbeit mit der Stiftung der Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard. Jährlich werden drei Preisträgerinnen ausgezeichnet. Sie erhalten jeweils eine finanzielle Unterstützung für zwei Jahre von 400 Euro für Haushaltshilfe oder Kinderbetreuung. Darüber hinaus stehen den Stipendiatinnen jeweils 5.000 Euro zur flexiblen Verwendung zur Verfügung. Insgesamt 10.000 Euro können zudem für Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf an ihren Arbeitsplätzen eingesetzt werden, etwa durch die Einrichtung von Eltern-Kind-Zimmern.

FC Sankt Pauli, Totenkopf
Zurück
Top Thema Gütersloh
Kulturhackathon Gütersloh, OWL, erste Ergebnisse online, dynamischer Prozess

Was aussieht wie ein E-Sport-Event mit lauter Zockern, ist in Wirklichkeit eine Veranstaltung, bei der innovative Projekte gestartet, ungewöhnliche Ideen entwickelt und wichtige Kontakte geknüpft werden mehr …
Aktuelle Coronalage im Kreis Gütersloh am 3. Dezember 2021, 70 Covid-Patienten im Krankenhaus

Im Kreis Gütersloh waren zum Stand 4. Dezember, 0 Uhr, 30.263 (3. Dezember: 30.019) laborbestätigte Coronainfektionen erfasst – das sind 244 Fälle mehr als am Vortag mehr …
Polizei Gütersloh: Großbrand in einem Lagerhallenkomplex

Am 3. Dezember 2021 wurde der Feuerwehr gegen 14.15 Uhr ein Feuer mit erheblicher Rauchentwicklung in einem Lagerkomplex einer Firma an der Bokeler Straße gemeldet mehr …

Lifestyle in Gütersloh aktuell


Anzeigen: Unternehmen in Gütersloh


LogoLogoLogoLogoLogoLogo
 

Online Marketing Choice AwardSelection Online Competence Excellenceblacksand blacksand inc.
                                                    

© 2001 bis 2021 Christian Schröter AGD