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Druckhandwerk in Höxter: die Bald-Letterpress-Manufaktur

In Höxter betreibt der Druckermeister Uwe Bald in einer kleinen Handwerksmanufaktur eines der ältesten Druckverfahren: den Buchdruck mit einem Original Heidelberger Tiegel

Lesedauer 3 Minuten, 12 Sekunden, Artikel zuletzt bearbeitet am 7. Oktober 2021
Druckhandwerk in Höxter: die Bald-Letterpress-Manufaktur

In Höxter betreibt der Druckermeister Uwe Bald in einer kleinen Handwerksmanufaktur eines der ältesten Druckverfahren: den Buchdruck mit einem Original Heidelberger Tiegel.

In der Vergangenheit wurde mit dem Tiegel kaum noch gedruckt, die meisten Druckereien besaßen eine solche Maschine, nutzten sie allerdings praktisch nur für Stanzungen – ebenso wie den Heidelberger Zylinder. Uwe Bald hat nun dieses alte Handwerk wiederbelebt und druckt wieder mit einem Tiegel. Dieses traditionelle Druckerhandwerk ist etwa ganz Anderes als moderner Digitaldruck oder der Umgang mit Onlinedruckereien. Nicht umsonst gilt das Handwerk als »Schwarze Kunst«.

Was ist »Letterpress«?

»Letterpress« wurde früher »Buchdruck« genannt. »Letterpress« ist das älteste Druckverfahren, das auf ein­zig­ar­ti­ge Art und Wei­se Gedrucktes fühlbar macht und so zu ei­nem sinn­li­chen Erlebnis werden lässt. Auf einer Tiegeldruckpresse aus den 50er-Jahren entstehen #Drucksachen wie #Visitenkarten, #Postkarten, #Einladungen für Hochzeiten und Geburtstage, Briefpapiere, Faltblätter und vieles mehr. Beim Druckprozess wird mit Farbe gedruckt und das Druckbild gleichzeitig tief geprägt. So wird die »Schwarze Kunst« fühlbar.

Die Druckmaschine

Die Heidelberger-Tiegeldruckpresse ist eine Universalmaschine, die alles verarbeitet, was in ihre Formate passt. Von der Visitenkarte bis zum Maximalbogen, vom Dünndruckpapier bis zum schwersten Karton, vom einfachen, einfarbigen Druck, bis zum anspruchsvollen Mehrfarbendruck. Alles verarbeitet dieser treue und tadellose Arbeitskamerad in angemessener Eile zu Druck-Erzeugnissen mit unverwechselbarem, »analogem« Feeling.

Workshops

In »Letterpress«-Workshops erhalten die Teilnehmer einen umfassenden Einblick in die traditionelle Kunst des Buchdrucks. Sie lernen die einzigartige Kombination von digitaler Gestaltung und analoger Buchdrucktechnik kennen und für sich zu nutzen.

  • Einführung in den Buchdruck (»Letterpress«)
  • Vorstellung des Druckprinzips des Heidelberger Tiegels
  • Kleine Papierkunde: Welcher Karton ist ideal für den »Letterpress«?
  • Erstellen einer Druckform im Buchdruck (»Letterpress«)
  • Einrichten der Druckmaschine: Farbe mischen, Papierlauf, Fortdruck, Farbwechsel
  • Druck der vorbereiteten Visitenkarten mit Nyloprintklischees
  • Einführung in die digitale Druckvorstufe für den »Letterpress«
  • Handsatz mit Bleilettern
  • Letterpress-Gestaltung am PC – »Dos and Don’ts«
  • Druckweiterverarbeitung »Alles nach dem Druck«
  • Schneiden der gedruckten Akzidenzen
  • Druck von mit einem Handsatz-Druckform personalisierte Notizzettel auf dem Heidelberger Tiegel

Der Heidelberger Tiegel

1914 macht die Schnellpressenfabrik Heidelberg auf der Internationalen Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik (»#Bugra«) auf sich aufmerksam. Das Unternehmen präsentiert dort die Tiegeldruckmaschine, die erstmals die kostengünstige Massenproduktion einer Vielzahl von Kleinformaten möglich macht. 1926 begann Heidelberg als erster deutscher Hersteller mit der Fließproduktion einer Maschine – 100 »Original Heidelberger Tiegel« verließen monatlich das Werk. Die Tiegelmaschine wurde zum erfolgreichsten Heidelberg Produkt ihrer Zeit.

Der Heidelberger Tiegeldruckautomat galt als Revolution in Sachen Wirtschaftlichkeit für die Branche. Schon der Prototyp mit Propellergreifern bedruckte tausend Papierbogen in der Stunde. Er ließ die herkömmlichen Maschinen weit hinter sich, bei denen die Bogen noch von Hand an- und abgelegt werden mussten. Der neue, ab 1921 in Serienproduktion gehende Heidelberger Tiegel, schaffte bereits 3.000 Bogen und löste einen weltweiten Boom für Heidelberg aus.

Wertschätzung für Handwerkskunst

Natürlich sind »Letterpress«-Drucksachen nicht billig. Dafür bekommt man Produkte mit Seele. Wer diese Handwerkskunst wertzuschätzen weiß, weiß auch die Produkte zu schätzen. Die Produktion ist aufwendig. Anders als bei den heutigen Onlinedruckereien, die im Akzidenzbereich den Markt dominieren. Dort werden Visitenkarten mit vielen Nutzen auf großen Bögen im Offsetdruck gedruckt und für Spottpreise verkauft. Man könnte vom »McDonald’s der Drucktechnik« sprechen.

Anekdote

Früher hieß es, die Tiegeldrucker erkenne man an den Striemen auf der Stirn. Denn der Greifer-Schwenkarm eines Tiegels schwenkt gnadenlos herum – beugt man sich zu weit über die Maschine, zieht einem der Greifer buchstäblich Striemen durch die Stirn. Auch zum Heidelberger Zylinder gibt es etwas zu sagen. Die Maschine wird mit einem großen Hebel in Gang gesetzt – man zieht ihn heran, um die Maschine zu starten, man zieht ihn weiter in die Betriebsstellung »Druck« heran – und mit dem Zurückfahren der Druckform reißt es den Hebel dann wieder ein Stück zurück. Lässt man den Hebel dann nicht los, reißt es einem fast den Arm ab.

Bald Letterpress Manufaktur
Neue Straße 5
37671 Höxter
Telefon (05271) 32986
E-Mail info@uwebald.de
www.baldletterpress.de

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