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Immobilien in Gütersloh: Meilenstein für bauliche Modernisierung des nordrhein-westfälischen Justizvollzugs

Minister Biesenbach setzt ersten Spatenstich für Neubau JVA Münster

Lesedauer 3 Minuten, 42 Sekunden, Artikel zuletzt bearbeitet am 1. Oktober 2021
Immobilien in Gütersloh: Meilenstein für bauliche Modernisierung des nordrhein-westfälischen Justizvollzugs
Foto: BLB NRW, Inderlied

Der Neubau der #Justizvollzugsanstalt (#JVA) Münster mit 640 Haftplätzen ist ein Meilenstein der baulichen Modernisierung des nordrhein-westfälischen Justizvollzugs. Heute setzte der Minister der Justiz von #Nordrhein-#Westfalen, Peter Biesenbach, den symbolischen ersten Spatenstich für dieses Großprojekt im Außenbereich Münsters.

Sechs Hafthäuser, sieben Nebengebäude und eine Pforte wird der Bau- und Liegenschaftsbetrieb #NRW#BLB NRW«) auf dem 18 Hektar großen Gelände im Ortsteil Münster-Wolbeck errichten. Die neue Justizvollzugsanstalt (JVA) wird Platz für 640 #Häftlinge im geschlossenen Vollzug bieten, davon 200 Plätze in Untersuchungshaft. Bevor der BLB NRW die Haft- und Nebengebäude errichtet, grünt er jetzt im Herbst einen breiten Streifen rund um das Gelände großzügig ein. Insgesamt werden dafür über 13.500 #Bäume und Sträucher gepflanzt. Parallel wird die Haftmauer errichtet. »Mit diesem Neubauprojekt entstehen hier in Wolbeck zukünftig nicht nur 640 der modernsten Haftplätze im nordrhein-westfälischen Justizvollzug. Insgesamt werden damit für die Justiz in Münster auch 112 zusätzliche und dringend benötigte Haftplätze neu geschaffen. Dies ist ein Baustein zur langfristigen Sicherstellung einer ausreichenden Haftplatzkapazität. Das Bauvorhaben ist damit ein wesentlicher Meilenstein in der Modernisierung des Strafvollzuges in unserem Land. Davon werden die Gefangenen, aber selbstverständlich auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt in Münster profitieren«, sagte Minister Peter Biesenbach.

Anforderungen des modernen Justizvollzugs in Architektur umsetzen

Der Neubau ist notwendig, da die jetzige JVA an der Gartenstraße im Zentrum Münsters nicht mehr den modernen Anforderungen genügt. »Eine wirtschaftliche Sanierung des Gebäudes, das zu den ältesten Haftanstalten Deutschlands zählt, ist nicht möglich«, sagte Markus Vieth, Leiter der BLB NRW-Niederlassung Münster, die für den Bau verantwortlich zeichnet. In seiner Begrüßungsansprache hob Vieth die Komplexität des Projektes hervor, zu der auch die aufwendige und immer wieder abwägende Suche nach einem geeigneten Standort gehörte »Hier entsteht buchstäblich auf der grünen Wiese etwas ganz Neues. Das heißt: Wir planen und realisieren von der kompletten Versorgungsinfrastruktur über die Verkehrsanbindung bis zur technisch anspruchsvollen Haftanstalt – ein großes und spannendes Projekt.« Gelingen könne dies nur mit zuverlässigen Partnern, wie die Bezirksregierung, die Stadt Münster oder die umliegenden Gemeinden. »Für die konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit möchte ich Ihnen heute ganz herzlich danken«, so Vieth. Der Niederlassungsleiter hob hervor, dass der Bau einer Justizvollzugsanstalt in dieser Größenordnung großes öffentliches Interesse hervorrufe. »Es ist uns immer wichtig gewesen und wird es uns weiterhin sein, die Öffentlichkeit, und insbesondere die direkten Anwohnerinnen und Anwohner, mitzunehmen bei diesem Großprojekt.«

Innerhalb des landeseigenen Bau- und Liegenschaftsbetriebs besitzt die Niederlassung Münster eine besondere Expertise im Bau von Haftanstalten, wie die Geschäftsführerin des BLB NRW Gabriele Willems betonte. »Die Kolleginnen und Kollegen haben nicht nur die neue JVA Düsseldorf errichtet, sondern arbeiten aktuell auch am Neubau der Männerhaftanstalt in Willich mit über 760 Plätzen sowie an mehreren Kliniken für den Maßregelvollzug. Mit den Münsteraner Kollegen im BLB NRW haben Sie also sehr kompetente und erfahrene Partner an ihrer Seite«, sagte Gabriele Willems an die kommunalen Vertreterinnen und Vertreter gewandt. »Dabei ist es unsere Aufgabe, die Anforderungen des modernen Justizvollzugs mit seinen hohen Sicherheitsstandards und unterschiedlichen Maßnahmen zur Resozialisierung in Architektur umsetzen.« Wegen ihres Standortes im Außenbereich komme in Münster noch ein weiterer wichtiger Planungsaspekt hinzu: »Die neue JVA soll sich harmonisch in die typisch westfälische Kulturlandschaft einfügen. Weshalb jetzt auch die großzügige Bepflanzung des gesamten Grundstücks beginnt. In einigen Jahren sollen die Haftmauer und die Bauten optisch hinter der bis zu 30 Meter breiten Wallhecke verschwunden sein.«

Bessere Arbeits- und Bildungsmöglichkeiten für #Inhaftierte

Für Carsten Heim, den Leiter der JVA Münster, und sein Team war der heutige Spatenstich ein besonderes Ereignis: »Wir freuen uns sehr, dass es nach umfassenden Planungen nun tatsächlich losgeht. Wir werden hier in Münster-Wolbeck zukünftig neue und zeitgemäße Bedingungen vorfinden. Diese werden uns in die Lage versetzen, den im Strafvollzugsgesetz des Landes verankerten Behandlungsauftrag noch besser als bisher umzusetzen. Arbeits-, Bildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten der Inhaftierten werden deutlich verbessert. Daneben werden ihre Unterbringung sowie die Möglichkeiten zur sinnvollen Freizeitgestaltung modernen Standards entsprechen. Insgesamt werden die Inhaftierten, aber auch die Mitarbeitenden der Justizvollzugsanstalt Münster von dem Umzug in die neue Anstalt erheblich profitieren.«

Positive Signalwirkung für die Region erwartet Münsters Bürgermeisterin Maria Winkel durch das Bauprojekt: »Die neue JVA stärkt den Justizstandort Münster mit seinen mehr als acht Gerichten. Der Strafvollzug und die Resozialisierung straffällig gewordener Menschen sind eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Dieser Aufgabe stellen wir uns gerne.« Nicht zuletzt sei die neue JVA ein Wirtschaftsfaktor, auch für die umliegenden Kommunen.

Nach den vorbereitenden Maßnahmen, zu denen die Umverlegung eines Gewässers und die Einrichtung einer Linksabbiegespur von der Telgter Straße auf das Gelände gehören, wird jetzt als nächstes die über einen Kilometer lange Haftmauer errichtet.


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