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Gütersloh: Der Verein »Michaeliswoche« – die Historie

Geboren wurde die Idee einer Oktoberwoche aus der Not heraus. Konkurse und fehlender Konsum, verursacht durch die Weltwirtschaftskrise, führten auch in Gütersloh zu dramatischen Umsatzrückgängen und tiefgreifender wirtschaftlicher Depression

Lesedauer 17 Minuten, 22 Sekunden, Artikel zuletzt bearbeitet am 26. September 2021

Gütersloh: Der Verein »Michaeliswoche« – die Historie

Der Verein #Michaeliswoche

Geboren wurde die Idee einer Oktoberwoche aus der Not heraus. Konkurse und fehlender Konsum, verursacht durch die Weltwirtschaftskrise, führten auch in Gütersloh zu dramatischen Umsatzrückgängen und tiefgreifender wirtschaftlicher Depression. Darüber hinaus machten die Nachbargemeinden und Städte Werbung mit der Parole »Kauft am Platze«. Das führte dazu, dass auswärtige Kunden nicht mehr in Gütersloh ihren Bedarf deckten.

Die Einzelhändler kamen 1930 zu dem Ergebnis, dass die Stadt in den letzten Jahren durch zu geringe #Werbung an Geltung eingebüßt habe und jetzt verlorene Positionen zurückgewinnen müsse – mit einer #Werbewoche und #Ausstellung. Das war die Geburtsstunde der Gütersloher »#Michaeliswoche«.

Schon die Vorbereitung und Durchführung der ersten »#Oktobermesse« war aus heutiger Sicht spannend und interessant. So reduzierte die Stadt den Strompreis für die Einzelhändler um 25 Prozent, um die Schaufenster in den Abendstunden zu beleuchten, und für den Pendelverkehr von Wiedenbrück wurde ein Bus angemietet, »bis der Landrat kam und den Wagen beschlagnahmte, obwohl er mein bester Freund war«.

Damals wie heute gab es Parallelen in der Diskussion über das Für und Wider einer solchen #Festwoche und das Argument von 1931, »selbstverständlich müsse in einer Notzeit jede unnütze Ausgabe vermieden werden, man dürfe aber nicht glauben, dass die Wirtschaft allein mit Sparmaßnahmen wieder in Fluss zu bringen sei«, hat auch heute Gültigkeit.

Die Gütersloher Michaeliswoche und die hiesige Kaufmannschaft haben seit 1931 einige wirtschaftliche Krisen gemeistert und sind oftmals gestärkt daraus hervorgegangen. Bei einer Bündelung aller Kräfte und in Zusammenarbeit mit der Stadt und allen Werbung treibenden Akteuren wird es gelingen, #Gütersloh einen hervorragenden Platz im #Wirtschaftsleben und #Kulturleben der Region zu sichern.

Erste Oktobermesse

Am Samstag, 10. Oktober 1931, begann um 16 Uhr die erste »Gütersloher #Oktobermesse« mit #Kirmesrummel. Um 18 Uhr wurde die Messewoche offiziell mit einem Konzert auf dem Rathausplatz eröffnet. In seinem Geleitwort stellte der Bürgermeister Gustav Tummes (1908 bis 1934) heraus, dass »der Erfolg der Messe nicht nur darin bestehen soll, dass viele Einkäufe gemacht werden, sondern vor allem darin, dass durch die Messe die alte Kundschaft zufriedengestellt und recht viele neue Kundschaft gewonnen wird […] Der Wagemut unserer Kaufmannschaft zeige, dass sie sich nicht unterkriegen lassen will und verzagt den Kopf hängen lässt«.

Der Sonntag begann um 11 Uhr mit einem Platzkonzert vor dem Rathaus, am Nachmittag fanden sportliche Wettkämpfe (Fußball, Handball, Reiten), am Abend ein »Elektrisches Keulenschwingen mit Konzert« auf dem Dreiecksplatz statt. Montag, 12. Oktober, 15 Uhr, gab es ein erneutes Platzkonzert, abends fand eine Tagung des Gütersloher Handels und Gewerbes statt. Am dienstagvormittag versammelten sich die Fachgruppen des Einzelhandels, am Abend führten die Niederdeutschen Heimatspiele im Evangelischen Vereinshaus, Moltkestraße, das Stück »Dä Student van Mönster« auf. Der Mittwoch war mit Fachversammlungen am Vormittag, Schülerkonzerten am Nachmittag und verbilligtem Kinobesuch für Vereinsmitglieder am Abend ausgefüllt. Am Donnerstag, 15. Oktober, fand unter anderem eine Tagung der »Hausfrauen aus Stadt und Land« im Katholischen Vereinshaus statt. Das Thema der Veranstaltung lautete: »Wie kann die Frau zum Absatz deutscher Erzeugnisse beitragen?«

Der Freitag, 16. Oktober, war vorgesehen für Fachversammlungen, der Sonnabend für Kinderbelustigungen, Konzert und Kinobesuch. Am letzten Samstag wurde von 15 bis 16.30 Uhr auf dem Schulhof der Altstadtschule eine »Kinderunterhaltungsstunde« mit Kasperletheater veranstaltet, die mit einem Festzug mit Lampions durch die Stadt endete. Der letzte Messetag, Sonntag, 18. oktober, endete mit sportlichen Veranstaltungen, unter anderem mit dem Staffellauf »Quer durch Gütersloh«, dem Gaufechtertag des Turnvereins von 1879 in den Wiltmannschen Sälen, einem Gesangsfest des Vereins »Harmonie« im Schützenhof, einer Blumenkorsofahrt durch die Stadt und einem Familienabend des Gütersloher Einzelhandels im Hotel Barkey.

Die Schlussbilanz der Ersten Gütersloher »Oktobermesse« wurde als »insgesamt befriedigend« bezeichnet. Auch wenn nicht alle Erwatungen erfüllt wurden, habe die »Oktobermesse« doch gezeigt, »das mutige Tag die Gespenster Resignation und Wirtschaftsmüdigkeit« verscheucht. Der moralische Gewinn sei größer als der finanzielle geweisen, resümierte die Gütersloher Zeitung. Etwa 40.000, das heißt täglich 5.000 Auswärtige, hätten die Stadt besucht, bei einer Ausgabe von 2,50 Mark pro Person seien 100.000 Mark hereingekommen, rechnte Hans Zumwinkel vor. Andere Quellen nennen rund 60.000 Besucher, die zu einer Umsatzsteigerung von etwa 500.000 Mark gegenüber den Vorwochen geführt hatten. 100 Arbeitslosen sei durch die Messe Lohn und Brot verschafft worden. Bemängelt wurden hauptsächlich die unzureichenden Verkehrsverbindungen und Umleitungen. Zufrieden konnte der Vorsitzende den Zuwachs von 50 neuen Mitgliedern bekannt geben. Auch die Zusammenarbeit mit der Presse verlief positiv, die Gütersloher Zeitung veröffentlichte eine Sonderbeilage. Der Verlauf der Messe habe gezeigt, so Alfred Köhler, »dass dem Mutigen die Welt gehöre«.

Der Jahresrückblick des Kassierers August Goldstein am 3. März 1932 verzeichnete einen Anstieg der Mitgliederzahlen von 127 im Jahr 1912 auf 142 im Jahr 1932. Immer noch diskutiert wurde über die im Februar 1932 erfolgte Gründung eines Rabattsparvereins, der sich allerdings auf den Lebensmittelhandel und die Bäckereien beschränkte. Die Planung verkaufsfreier Sonntage und die Einheitsbewertung der Gebäue und Grundstücke beschäftigte die Mitglieder bis zur Planung der nächsten Messewoche.

Auf der Generalversammlung vom 25. November 1931 wurde bereits einstimmig beschlossen, im nächsten Jahr erneut eine Oktobermesse durchzuführen. In der Zeit zunehmender Schwierigkeiten und starker Umsatzrückgänge wuchs jedoch die Zahl der ablehenden Stimmen, auch im Vorstand. In der Generalversammlung vom 11. Juli 1932 im Hotel Barkey sprach der Syndikus des Handwerks- und Gewerbeamtes, Dr. Hans Bertram (1899 bis 1935), von einer »vaterländischen Pflicht«, die es zu erfüllen gelte und befürwortete die erneute Abhaltung einer Werbewoche mit dem Slogan »Verkehr schafft Verkehr«. Es kam zu einer erneuten Abstimmung, die sich mit 32 gegen 13 Stimmen bei drei Enthaltungen für eine Neuauflage der Oktobermesse aussprach.

Eine weitere Maßnahme zur »Anhebung des Verkehrs« bestand in der Aufstellung des ersten Telefonhäuschens in der Stadt. Auf dem Rathausplatz wurde die Reklamesäule der westdeutschen Lichtreklame entfernt und am 24. Dezember der erste öffentliche Fernsprecher in Betrieb genommen. Für die Beleuchtung zahlte die Post zehn Reichsmark jährlich an die Stadt, die den Anschluss an das elektrische Leitungsnetz herstellte. Etwas später wurde in dem Häuschen ein Briefmarkenautomat angebracht.

80-jähriges Jubiläum

Die Anfänge der »Gütersloher Oktobermesse« als Werbeveranstaltung der heimischen Geschäftsleute liegen im Jahr 1930. 1929 bescheinigte das Statistische Landesamt der örtlichen Wirtschaft noch einen guten 20. Platz im Kreis der westfälischen Städte. Doch nach einer wirtschaftlichen Scheinblüte verschlechterte sich die Lage durch die Weltwirtschaftskrise. Bis Ende 1931 stieg die ZahI der Arbeitslosen reichsweit auf 4.887.000 an, 1932 waren es mehr als sechs Millionen. Wegen der Kriegsschulden und Reparationslasten erließ die Regierung unter dem Kanzler Brüning zahlreiche Notverordnungen, die unter anderem die Löhne senkten und einen Preisabbau für Artikel des täglichen Bedarfs zur Folge hatten. Die Stundenlöhne der Tiefbauarbeiter wurden auf 71 Pfennig, die der Maurer auf 1,14 Mark festgesetzt. Das bedeutete eine Senkung um zwölf Prozent.

Konkurse und fehlender Konsum führten zu dramatischen Umsatzrückgängen im Einzelhandel und zu einer tiefgreifenden wirtschaftlichen Depression. In Gütersloh lebten 1931 25.230 Einwohner, die Zahl der Wohnungen betrug 5.529. Mit 350 Arbeitslosen (jeder 14. von 1.000 Einwohnern) noch etwas besser als in Westfalen (36 von 1.000) Um die heimische Wirtschaft neu zu beleben, war die Eigeninitiative der Geschäftsleute gefragt. Am 18. März 1930 stellte Köhler in der Generalversammlung im Hotel Barkey fest. dass gute Schaufenster und gute Bedienung die Grundbedingungen des Erfolges seien. In den Städten und Gemeinden des Kreises Wiedenbrück startete die örtliche Wirtschaft mit den Parolen »Kauft am Platze«, mit der Folge, dass die auswärtigen Kunden wegblieben. Bereits 1929 wurde an den Litfasssäulen das Plakat »Kauft in Gütersloh« angebracht, was eine starke Werbekraft besaß.

1930 wurde die Aktion weitergeführt. Doch diese Maßnahme allein reichte nicht aus. Der Vorstand um den Vorsitzenden Alfred Köhler, Willy Eickholt. August Goldstein, Burghard Müller, Wilhelm Roggenkamp, Friedrich Schrewe, Alfred Temme, Wilhelm Wagener und Hans Zumwinkel erkannten, dass die Stadt in den letzten Jahren durch zu geringe Werbung an Geltung eingebüßt habe und seine verlorene Position wieder zurückgewinnen musste. Auf der Generalversammlung vom 11. November 1930 im Hotel Kaiserhof brachten Hans Zumwinkel und Alfred Köhler ihre Idee zur Sprache, in Gütersloh eine Werbewoche nach Lippstädter Vorbild zu veranstalten. Am 17. November trafen sich die Mitglieder erneut und hörten die Berichte über die Herbstwoche in Lippstadt. die Bielefelder »Rot-Weiß-Woche« und Reklameaktionen in Wiedenbrück. Einstimmig beschlossen sie, »im kommenden Jahr eine Werbewoche zu veranstalten«. Der Termin wurde auf die Zeit vom 10. bis 18. Oktober 1931 festgelegt. um eine Überschneidung mit der Wiedenbrücker Kirmes am ersten Sonntag und Montag des Monats zu vermeiden. Bis zu diesem Termin fanden 15 weitere Sitzungen des Vorstandes und der Mitglieder statt, in denen vor allem das Programm und die begleitenden Werbeaktionen beraten wurden.

Mit Musikkapellen auf Leiterwagen ging es hinaus in die Dörfer. Ein Autobus wurde angemietet. der im Pendelverkehr zwischen Gütersloh und Wiedenbrück Besucher für 50 Pfennige in die Stadt brachte, »bis der Landrat kam und den Wagen beschlagnahmte, obwohl er mein bester Freund war«, so der Vorsitzende in seinen Erinnerungen 25 Jahre später. Im August 1931 äußerte sich Köhler auf einer Mitgliederversammlung zum Thema »Sparen in Notzeiten«: »Selbstverständlich müsse in einer Notzeit jede unnütz Ausgabe vermieden werden, man dürfe aber doch nicht glauben, dass die Wirtschaft allein mit Sparmaßnahmen wieder in Fluss zu bringen sei. Es sei auch unsinnig, alle Feste ausfallen zu lassen. Durch solche übertriebene Rücksichtnahme auf die gegenwärtigen Verhältnisse würden viele Volksgenossen brotlos«. Aufkommenden Stimmen gegen die geplante Werbewoche begegnete Köhler mit dem Satz »Dem Mutigen gehört die Welt« In einer Notzeit sei Sparen zwar gut. so Köhler, jedoch sei ein reger Umsatz für den Einzelhändler selbst und im Interesse der Gesamtwirtschaft immer begrüßenswert. Zur Belebung des Geschäfts könne man nicht die Hände in den Schoß legen und den Ereignissen tatenlos abwartend zusehen.

Die Messe bot den Firmen, Handwerksbetrieben und Einzelhändlern der Stadt die Möglichkeit, mit eigenen Ständen auf ihre Produkte und Leistungen hinzuweisen und zu werben. Voraussetzung für eine Erfolg versprechende Durchführung war allerdings die finanzielle Unterstützung durch die Stadt. Diese sagte zu, den Strompreis auf 25 Prozent zu reduzieren, die öffentlichen Gebäude, besonders das Rathaus, zu beleuchten, die Sätze der Vergnügungssteuer zu senken und den Marktplatz an der Schulstraße kostenlos bereitzustellen.

Für eine reibungslose Organisation wurden verschiedene Kommissionen gewählt: die Etatkommission, bestehend aus den Kaufleuten Vogt, Goldstein, Eickholt, Manecke und Eisenstein, Thümmel und Westerbarkey als Vertreter der Zeitungen, Dr. Franz Langmann, Syndikus des Handwerksamtes, die Berufsvertretung des selbständigen Handwerks und der städtische Verwaltungsdirektor Hermann Schumann, die Ausschmückungskommission mit den Herren Lenzen, Brockmann und Temme, eine Verkehrskommission, eine Platzkommission (Ordnungskommission), der die Herren Langmann, Manecke, Zumwinkel jr., Jäger und Nitsch angehörten.Sie sollten während ihrer Tätigkeit auf dem Marktplatz mit grün-weißen Armbinden versehen werden. Die Gesamtleitung der Veranstaltung übernahm Dr. Franz Langmann, der das Messebüro in seiner Dienststelle, dem Handwerks-und Gewerbeamt in der Roonstraße Nummer Zwei, einrichtete. Er erhielt für seine Tätigkeit ein Honorar von 350 Mark. Die Gesamtkosten der Veranstaltung wurden mit 1.500 Mark veranschlagt und je zur Hälfte vom Ladeninhaberverein und vom Wirteverein getragen. Der Leiter der Fortbildungsschule, Bicknese, wurde mit der Ausschreibung eines werbewirksamen Plakats beauftragt, die eingehenden Schülerarbeiten sollten mit Geldpreisen prämiert werden. Aus der Reihe der vorgelegten Entwürfe fand schließlich das Messe-Plakat der Druckerei Ludwig Flöttmann mit den drei Kirchtürmen einstimmige Zustimmung und wurde in einer Auflage von 1.500 Stück gedruckt.

In Sachen Veranstaltungswerbung war folgendes geplant: die Fliegerschule in Münster wurde gebeten, Plakate abzuwerfen, Reklameautos mit Musik unter Führung des »Spieker-Autos« sollten durch die weitere Umgegend fahren, dazu Luftballons in den städtischen Farben grün und weiß zum Preis von acht Pfennigen verkauft werden, die neben der Firmenwerbung die Aufschrift »Werbe-Woche« trugen. Am Bahnhof sollte ein Transparent mit einem Willkommensgruß und eines von vier Werbetransparenten mit der Aufschrift »10.–18. Oktobermesse« angebracht werden. Weitere Transparente befanden sich an den Eingängen zur Innenstadt: an der Berliner Straße in der Nähe der Gaststätte »Handelshof«, Unter den Ulmen und an Spiekers Ecke J. F. Zumwinkel) an der Hohenzoliernstraße.

Für einen Stand auf dem Marktplatz sollten nur diejenigen Schausteller eine Genehmigung erhalten, die das »Gütersloher Handwerk und Gewerbe nicht schädigen«. Über die Zulassung von Buden, Karussells, Hippodrom (Reitschule) und Zirkus entschied der Vereinsvorstand. Jeden Tag sollte nachmittags ab 15.30 Uhr ein Kirmestreiben auf dem Marktplatz stattfinden. Der Wirteverein beabsichtigte, ein Zelt von rund 250 Quadratmetern aufzustellen. Die Kinos wurden gebeten, in der Woche ein besonders zugkräftiges Programm anzubieten. Verbilligte Busverbindungen zur Messe wurden ebenso angeboten, wie verkaufsoffene Geschäfte an den beiden Sonntagen von 11.30 bis 17.30 Uhr. Auf dem Dreiecksplatz soll für turnerische Vorführungen ein Podium errichtet werden, für den Donnerstag war eine Modenschau im Saal der Gesellschaft »Eintracht« und am Freitag bei dem Wirt Schettler im Hotel Barkey vorgesehen. Models und Moderation stellte das Bielefelder Stadttheater.

Geplant war darüber hinaus ein Schaufensterwettbewerb mit Preisausschreiben, das Aufsteigen eines Freiballons durch den Flugverein, ein Reiterfest des Landwirtschaftlichen Vereins, Möbel-und Bilderausstellungen im Evangelischen und Katholischen Vereinshaus, im Saal Gehle, in der (alte Töchterschule) Moltkestraße und im Hotel Barkey, darüber hinaus Vorträge von Referenten der Landwirtschaftskammer Münster. Auch eine Besichtigung der Mielewerke sollte für auswärtige Gruppen angeboten werden. Die »Gütersloher Zeitung« bot an, jeden Abend um 19 Uhr die neuesten politischen Tagesmeldungen per Lautsprecher an der Geschäftsstelle in der Kökerstraße bekanntzugeben.

Chronik des Vereins Michaeliswoche

1910 – Gütersloher Kaufleute gründen den Ladeninhaberverein und wählen Aloys Pütt zum Vorsitzenden

1912 – Hermann Zumwinkel wird Nachfolger von Aloys Pütt

1916 – Neuer Vorsitzender wird Kaufmann Hans Sager

1923 – Alfred Köhler wird zum Vorsitzenden gewählt

1930 – Alfred Köhler und Hans Zumwinkel bringen die Idee zur Sprache, eine Werbewoche nach dem Vorbild der Lippstädter Herbstwoche zu veranstalten.

1931 – 1. Gütersloher Oktobermesse vom 10. bis zum 18. Oktober mit 40.000 Besuchern; 100 Arbeitslose erhalten durch die Messe Lohn und Brot.

1932 – 2. Gütersloher Oktobermesse vom 8. bis zum 16. Oktober erwirtschaftet einen Überschuss von 1.871,70 Reichsmark.

1933 – 3. Gütersloher Oktobermesse vom 1. bis zum 8. Oktober

1934 – Aus der Oktobermesse wird offiziell die Gütersloher Oktoberwoche, die zum 4. Mal in der Zeit vom 6. -14. Oktober veranstaltet wird.

1935 – 25 Jahre Ladeninhaberverein Gütersloh und 5. Oktoberwoche vom 21. bis zum 29. September, um eine Überschneidung mit dem Wiedenbrücker Pferdemarkt zu vermeiden. Da die Unabhängigkeit des Landeninhabervereins nicht mit den nationaIsoziaIistischen GIeichschaItungsbestrebungen übereinstimmte, beschloss die Generalversammlung am 24. Oktober die Selbstauflösung und die gleichzeitige Gündung der »Ortsgruppe Gütersloh der Wirtschaftsgruppe EinzeIhandel«. Alfred Köhler wurde zum Leiter der neugegründeten Ortsgruppe berufen. Aus der Oktoberwoche wird künftig die Michaeliswoche und aus dem Budenmarkt der Michaelismarkt.

1936 – Alfred Köhler überträgt die Messeleitung auf Wilhelm Eickholt. Die 6. Michaeliswoche findet vom 19. bis zum 27. September statt.

1937 – 7. Michaeliswoche vom 18. bis zum 26. September mit einem Festzug der Schulen zum »Tag des deutschen Volkstums«.

1938 – 8. Michaeliswoche vom 17. bis zum 25. September mit einem Festzug der Schulen unter dem Thema »Eine Reise durch Großdeutschland«.

1939 – Die Vorbereitungen der Herbstwoche wurden auf Grund des sich abzeichnenden Krieges abgebrochen und die Veranstaltung für die Dauer des Krieges untersagt.

1948 – Aus der »Wirtschaftsgruppe Einzelhandel« wurde der »Einzelhandelsverband Ostwestfalen e.V., Ortsvereinigung Gütersloh«. Den Vorsitz übernahm Kaufmann Carl Janssen und die Geschäftsführung Rechtsanwalt Dr. Walter Hiersemann. Erste Pläne, die Michaeliswoche neu zu beleben.

1949 – Ausnahmegenehmigung zur ersten Michaeliswoche nach dem Krieg, die vom 1. bis zum 9. Oktober veranstaltet wurde und 150.000 Besucher zählte.

1950 – 40. Gründungstag des Ladeninhabervereins und 10. Michaeliswoche vom 7.bis zum 15. Oktober; 125-jähriges Stadtjubiläum von Gütersloh

1951 – 11. Michaeliswoche vom 6. bis zum 14. Oktober und der Ausstellung »Schaffendes Gütersloh 1951« mit mehr als 20.000 Besuchern

1952 – Kommissarischer Nachfolger von Carl Janssen im Einzelhandelsverband Gütersloh wurde Walter Hoffschildt und am 18. April Heinrich Laufenberg. Am 19. Mai wird der Verein Michaeliswoche e.V. gegründet und Walter Hoffschildt zum Vorsitzenden gewählt. 12. Michaeliswoche vom 27. September bis zum 5. Oktober ohne »Werbe-Festzug«.

1953 – Karl-Ernst Strothmann übernimmt als Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes auch die Geschäftsführung im Verein Michaeliswoche. Die 13. Michaeliswoche findet vom 26. September bis zum 4. Oktober statt.

1954 – 14. Michaeliswoche vom 25. September bis zum 3. Oktober mit einem Festzug der Volksund Realschulen unter dem Motto »Wer will das fleißige Handwerk sehen?«

1955 – 15. Michaeliswoche vom 1. bis zum 10. Oktober mit einer Vergrößerung des Ausstellungsgeländes auf 4.250 Quadratmetern und 51 Ausstellern. 28.600 Ausstellungsbesucher.

1956 – Hans Diekötter wird als Nachfolger von Walter Hoffschildt Vorsitzender des Vereins Michaeliswoche. 16. Festwoche vom 29. September bis zum 8. Oktober mit 40 Veranstaltungen und dem Festzug der Gütersloher Schulen zum Thema »Von Gütersloh in die Welt«.

1957 – 17. Michaeliswoche vom 28. September bis zum 6. Oktober erstmals ohne Ausstellung und Programmheft aufgrund zu hoher Kosten

1958 – Am 9. Februar verstarb der »Vater der Michaeliswoche«, Alfred Köhler. Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung wurde beschlossen, in diesem Jahr keine Michaeliswoche durchzuführen, sondern lediglich einen »Luna-Park«, eine Kirmes, vom 27. September bis zum 5. Oktober zu veranstalten.

1959 – Überraschend präsentierte sich wieder Walter Hoffschildt als Vorsitzender der Michaeliswoche. Die 18. Festwoche fand vom 25. September bis zum 4. Oktober wieder mit einer Ausstellung mit 40 Ausstellern und einem Festzug mit 37 Vereinen statt.

1960 – 19. Michaeliswoche vom 24.September bis zum 2. Oktober mit Festzug und einer Ausstellung, an der erstmals auswärtige Firmen teilnehmen konnten.

1961 – und in den Jahren bis 1964 – fand keine Michaeliswoche, sondern nur eine Kirmes auf dem Marktplatz statt.

1965 – Sparkassendirektor Jürgen Hintzler wurde als Nachfolger von Walter Hoffschildt zum neuen Vorsitzenden des Vereins Michaeliswoche gewählt. Nach fünfjähriger Pause fand die 20. Michaeliswoche wieder mit einer Ausstellung und einem Festzug statt. Die Ausstellung »Sie + Er« mit 80 Ausstellern besuchten 120.000 Interessenten.

1966 – 21. Michaeliswoche vom 23. September bis zum 1. Oktober mit der 4.500 Quadratmeter großen Ausstellung »Sie + Er« und 100 ausstellenden Firmen sowie einem Festumzug.

1968 – 22. Michaeliswoche vom 28. September bis zum 6. Oktober mit einer 5.000 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche und einem kilometerlangen Festzug.

1970 – Nach der kommunalen Gebietsreform findet die 23. Michaeliswoche vom 26. September bis zum 4. Oktober wieder mit der Ausstellung »Sie + Er« und einem Festzug statt. Die Mitgliederversammlung beschließt, auch 1971 eine Festwoche durchzuführen und dann zum zweijährigen Turnus zurückzukehren. Grund dafür ist das 150-jährige Stadtjubiläum im Jahr 1975.

1971 – 40 Jahre nach der 1. Oktoberwoche findet die 24. Michaeliswoche vom 25. September bis zum 3. Oktober statt. 100 Aussteller locken 110.000 Besucher in die Ausstellung und den Festzug erleben 40.000 Zuschauer.

1973 – Rudolf Schreiber wird als Nachfolger von Karl Ernst Strothmann neuer Geschäftsführer der Michaeliswoche. Gütersloh·wird am 1. Januar Kreisstadt und die 24. Festwoche findet vom 22. bis zum 30. September statt.

1975 – Die 25. Michaeliswoche vom 27. September bis zum 5. Oktober stand ganz im Zeichen des 15O-jährigen Stadtjubiläums Die hauswirtschaftliche Ausstellung »Sie + Er« wurde abgelöst durch die Gütersloher Wirtschaftsausstellung »GÜWA«, die Ausstellungsfläche wurde auf 6.000 Quadratmeter und einem Freigelände von 1.200 Quadratmeter vergrößert; den Festumzug sahen 100.000 Menschen. August Schneider, Veranstalter der Kirmes, wurde für seine 50-jährige Verbundenheit zur Stadt Gütersloh geehrt.

1977 – 26. Michaeliswoche vom 23. September bis zum 2. Oktober mit dem Abschluss der Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Chaetauroux, der »GÜWA« und einem Festzug.

1979 – 27. Michaeliswoche vom 21. bis zum 29. September und den neuen Städtepartner Broxtowe aus England. Die »GÜWA« präsentierte sich auf 9.000 Quadratmetern mit 200 Ausstellern. Die Veranstaltungen fanden erstmals in der am 7. September eröffneten Stadthalle statt.

1981 – 28. Festwoche vom 25. September bis zum 4. Oktober unter dem Motto »50 Jahre Michaelis-Woche Gütersloh« und einem neuen Signet. Die Weinpatenschaft mit der Stadt Lorch wurde neu belebt; die »GÜWA« präsentiert 200 Aussteller und der Festzug besteht aus 95 Muisk-, Sport-und Folkloregruppen. 77 Schausteller laden zur Kirmes ein.

1982 – Als Nachfolger von Jürgen Hintzler wird Sparkassendirektor Rolf Bennewitz zum Vorsitzenden der Michaeliswoche gewählt; Hintzler wird zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

1983 – Die 29. Michaeliswoche und fünften »GÜWA« finden vom 24. September bis zum 2. Oktober statt. Die Ausstellungsfläche wird auf 10.000 Quadratmeter vergößert und 100.000 Besucher säumten die Straßen beim Festumzug.

1984 – Zur 800-Jahr-Feier von Gütersloh fand keine Michaeliswoche statt.

1985 – 30. Michaeliswoche vom 27. September bis zum 6. Oktober mit der sechsten »GÜWA«, dem 17. Hausfrauennachmittag und einem Festzug, der alle Rekorde brach.

1987 – 31. Michaeliswoche vom 25. September bis zum 4. Oktober und dem zehnjährigen Bestehen der Städtepartnerschaft mit Châteauroux. Die »GÜWA« mit 186 Ausstellern besuchten 85.000 Menschen. Giesbert Nunnemann übernahm die Geschäftsführung des Vereins von Rudolf Schreiber.

1989 – 32. Michaeliswoche vom 22. September bis zum 1. Oktober mit der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde mit der polnischen Stadt Grudziadz, der »GÜWA« und dem Festzug mit 80.000 Zuschauern.

1990 – 33. Festwoche vom 27. September bis zum 6. Oktober mit der neunten »GÜWA«. Auf einen Festumzug wurde zugunsten eines Umzuges der historischen katholischen Schützenbruderschaften mit 30.000 Teilnehmern verzichtet.

1993 – 34. Michaeliswoche vom 24. September bis zum 3. Oktober; 100.000 Besuchern der »GÜWA« und erstmals einer Kirmes in der Innenstadt. Die neue Partnerstadt Falun aus Schweden stellte sich mit einer Volkstanzgruppe im Festzug vor.

1994 – Die 35. Michaeliswoche mit der »GÜWA« und dem Festumzug findet vom 22. September bis zum 1. Oktober statt. Die Kirmes ist wieder auf den Straßen vom Ausstellungszelt bis zur Innenstadt.

1997 – Mehr als 100 Schausteller waren auf der Kirmes der 36. Michaeliswoche vom 26. September bis zum 5. Oktober vertreten; die »GÜWA« besuchten 40.000 Interessenten und 50.000 Zuschauer verfolgten den Festumzug.

1998 – Die 37. Michaeliswoche vom 25. September bis zum 3. Oktober fand aufgrund umfangreicher Bauarbeiten in der Innenstadt ohne einen Festumzug statt. Die GÜWA präsentierte auf 7.000 Quadratmetern 168 Aussteller und wurde von 54.000 Menschen besucht.

2001 – Trotz der Terroranschläge in New York sprach sich die Mitgliederversammlung dafür aus, die 38. Michaeliswoche vom 28. September bis zum 7. Oktober stattfinden zu lassen, jedoch ohne ein Feuerwerk zum Abschluss. Die 14. »GÜWA« wurde erstmals in der Regie des Vereins durchgeführt und war mit 70.000 Besuchern ein Erfolg. Die Kirmes verbuchte mit schätzungsweise 350.000 Gästen einen neuen Rekord und der Umzug lockte scharenweise die Besucher in die Stadt.

2003 – Sparkassendirektor Hans-Hermann Kirschner übernimmt von Rolf Bennewitz das Amt des Ersten Vorsitzenden. Die 39. Festwoche findet mit »#GÜWA« und Festumzug vom 26. September bis zum 5. Oktober statt. Der Zumzug mit 3.500 Teilnehmern begeisterte 50.000 Besucher und auch der Ausstellungsorganisator Detlev Fuhrmann zog eine zufriedenstellende Bilanz. Giesbert Nunnemann übergibt die Geschäftsführung des Vereins an Jörg Konken, den Geschäftsführer der Gütersloh Marketing GmbH.

2005 – 70 Jahre nach den ersten Ideen für eine Werbewoche in Gütersloh wird die 40. Michaeliswoche vom 23. September bis zum 3. Oktober mit einigen Neuerungen und einem neuen Geschäftsführer veranstaltet. Neu ist eine auf vier Tage verkürzte Ausstellung und die erstmalige Ausrichtung eines »Gütersloher Oktoberfestes« durch Andreas Kerkhoff vom Hotel-Restaurant Appelbaum.

2010 – Gabriele Conert, engagierte Gütersloherin und Inhaberin der McDonald’s-Filialen Gütersloh und Rheda-Wiedenbrück, wird zur neuen Ersten Vorsitzenden gewählt. Den neuen Vorstand komplettieren nun Matthias Trepper, Zweiter stellvertretender Bürgermeister und Sparkassenkaufmann, als Zweiter Vorsitzender und Wilhelm Kottmann, Leiter des Fachbereichs Kultur und Sport, als Dritter Vorsitzender.

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