Stolpersteine Nordrhein-Westfalen – eine WDR-App gegen das Vergessen


Artikel vom 28. Juli 2021
Stolpersteine Nordrhein-Westfalen – eine WDR-App gegen das Vergessen

Köln (ots) Sie sind Teil des größten dezentralen Denkmals der Welt: Die rund 14.000 Stolpersteine in Nordrhein-Westfalen stehen im Mittelpunkt einer neuen multimedialen WDR-App, die im Herbst veröffentlicht werden soll. Hinter jedem einzelnen dieser Steine des Künstlers Gunter Demnig verbirgt sich ein Leben, ein Schicksal. Mit Hilfe der App sollen der Lebens- und der Leidensweg dieser Menschen erlebbar gemacht werden.

Tom Buhrow, WDR-Intendant: »Wir dürfen die Menschen, an deren furchtbares Schicksal mit den Stolpersteinen erinnert wird, niemals vergessen. Das Projekt ist einzigartig. Es wird zum ersten Mal möglich sein, zu jedem in Nordrhein-Westfalen verlegten Stolperstein Informationen abzurufen. Auch jüngere Menschen, vor allem Schüler, werden sich mit der WDR-App auf ganz neue Weise mit den Opfern des Nationalsozialismus beschäftigen können.«

Mehr als 150 nordrhein-westfälische Städte und Gemeinden unterstützen mittlerweile das Projekt. Anfang 2020 hatte der WDR zu allen nordrhein-westfälischen Kommunen, in denen seit 1992 die Messingtafeln in den Bürgersteigen verlegt worden sind, Kontakt aufgenommen und zur Kooperation aufgerufen. Nun soll historisches Datenmaterial zu den Themen „Deportation und Verfolgung« das Projekt ergänzen. Der WDR startete jetzt eine entsprechende Abfrage bei den Städten und Gemeinden.

Stefan Domke, Projektleiter im WDR: »Ohne das vielfältige Wissen und die jahrelange Vorrecherche der Experten vor Ort, wäre ein Projekt dieser Größenordnung gar nicht möglich. Zusammen mit Initiativen, Archiven und Aktionsbündnissen sammeln wir erstmals das Material an einem Ort und bereiten es multimedial auf.«

Das Angebot soll ab Herbst unterschiedlich genutzt werden können: Mit der App sollen Smartphone-Nutzer:innen direkt zu jedem Stein, vor dem sie stehen, erfahren können, welche Geschichte sich dahinter verbirgt. Zum Anderen lassen sich Stolpersteine gezielt finden – auf der Basis von Namen oder Adressen. Außerdem soll es eine Internetseite mit einer umfangreichen Datenbank und verschiedenen Filtereinstellungen möglich machen, sich die Geschichte der Opfer des Nationalsozialismus auch am PC zu erschließen.

Neben biographischen Texten, die teilweise auch als Audio zur Verfügung stehen, dienen historische Fotos, Tonaufnahmen und Videos dazu, die Geschichten der Opfer, ihrer Wohnorte und ihrer Zeit, so gut wie möglich nachvollziehbar zu machen. An ausgewählten Orten werden, mit Hilfe von Augmented Reality, alte Aufnahmen in die heutige Umgebung eingebettet.

Darüber hinaus enthält die WDR-App rund 200 gezeichnete Kurzgeschichten, die sich mit dem Schicksal der Menschen auseinandersetzen. Diese werden in Zusammenarbeit mit jungen Illustratoren der Kunsthochschule Kassel produziert. Dieses Teilprojekt wird durch eine Förderung der Stiftung EVZ (Erinnerung/Verantwortung/Zukunft) ermöglicht.

Das WDR-Projekt »Stolpersteine Nordrhein-Westfalen« soll fortlaufend aktualisiert werden – in Zusammenarbeit mit den beteiligten Kommunen, Initiativen und Archiven vor Ort.


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