Eine Philippika zur »Klimawoche« in Gütersloh – kein Klimaschutz?


Die Protagonisten der »Klimawoche« in Gütersloh verhalten sich durchaus verächtlich und reaktionär …

Artikel vom 21. 7. 2021
Eine Philippika zur »Klimawoche« in Gütersloh – kein Klimaschutz?

Eine Philippika zur »Klimawoche«: Die Protagonisten der »Klimawoche« verhalten sich durchaus verächtlich und reaktionär. Geschuldet ist das offenbar dem psychologischen Phänomen der Selbstkategorisierung in Verbindung mit einer In-group. Salopp gesagt: Die Leute sehen den vermeintlichen Umstand, etwas Besonderes zu sein, in Gefahr, wenn zu viele dabei mitmachen. Ich würde gerne mitmachen, das ganze unterstützen, und habe das auch schon getan und darüber hinaus zahllose Ideen und auch Kontakte geliefert, aber das ist nicht gewollt.

Auf der unprofessionell gemachten Website finden sich vor allem die üblichen Verdächtigen. Und das ist nun kein Schlechtmachen: Ich habe entsprechende Tipps gegeben und Hilfe angeboten, aber das wurde abgelehnt, man zeigt sich beratungsresistent. Auf die erste E-Mail bekam ich die Antwort: »Danke, danke, danke!« … umgesetzt wurde freilich nichts. Ich habe sogar lange mit einem der Akteure telefoniert, der mich bat, die Instagramseite zu betreuen und mich zur »AGÖFF« einlud.

Im Kern dreht es sich darum, dass das Gütsel-Logo nicht aufgenommen wird. Die gezeigten anderen Logos wurden ruckzuck aufgenommen. Man könnte nun sagen, es sei albern, darauf herumzureiten. Aber die Logos nehmen praktisch die Hälfte der Homepage ein, also scheinen sie eben doch sehr wichtig zu sein. Und wenn ich mich schon engagiere, dann will ich auch mein Logo dort sehen.

Mir wurde dann mitgeteilt, man werde am Dienstag, 7. Juli 2021, darüber entscheiden, ob man Logos von Zeitungen aufnehmen wolle. »Wir werden entscheiden.« Offenbar hätte ich so oder so nicht zu »wir« gehört. Entschieden hat nun offenbar die »AGÖFF«, die »Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit«, zu der ich witzigerweise eingeladen worden war. Ich wurde sogar gebeten, die Instagram-Seite zu betreuen. Das wird nun selbst gemacht. Man kann es sich auf Instagram anschauen. Aus technischen Gründen hat die Teilnahme an dem Onlinemeeting jedoch nicht funktioniert. Davon abgesehen mag ich solche Meetings sowieso nicht.

Bei den anderen Logos scheint kein solcher Entscheidungsprozess nötig gewesen zu sein. Was also soll das ganze? Es ist offenbar ein im vorauseilenden Gehorsam stattfindender Kniefall vor anderen Medien, denen damit implizit Engstirnigkeit vorgeworfen wird. Oder könnte es – außer Klugscheißerei und Altklugheit – irgendeinen plausiblen Grund für diese Entscheidung geben? Das Bambikino ist übrigens über solche Überlegungen hinweg … es macht die Sommerfilmtage mit der »Glocke«. Wir wissen ja: Es geht meist sowieso nicht um die Sache, sondern um Befindlichkeiten, ums Ego – frei nach Marie Curie: Die Leute sollten lieber über Ideen reden, als über Leute.

Es geht der »Klimawoche« also nicht um den Klimaschutz, nicht um die Sache, es geht um Vereinsmeierei, Selbstdarstellung und die besagte Selbstkategorisierung. Darum, selbst und mit wohlgelittenen anderen Verdächtigen über Klimaschutz zu reden, nicht, ihn auch tatsächlich zu praktizieren. Oder etwa mit »Außenstehenden« darüber zu reden oder sie gar zu involvieren.

Gütsel wäre in diesem Zusammenhang nicht irgendein Medium gewesen, sondern ich habe mich aktiv eingebracht und das ganze aktiv unterstützt. Und Gütsel tut auch aktiv etwas für den Klimaschutz. Es ging nicht um eine »Medienpartnerschaft«, sondern um ein Mitwirken bei der Aktion. Dass Gütsel ein Medium ist, ist nunmal zufällig so. Ist das verboten? Und derselbe Felix Kupferschmidt, der »Medienpartnerschaften« ablehnt, ist offenbar derselbe, der ständig Leserbriefe an die Zeitungen schreibt, die dann auch abgedruckt werden. Da sind dann »Medienpartnerschaften« plötzlich eine prima Sache?

Es gilt nun allerdings dies: Toxische Menschen machen dich glauben, deine Reaktion sei das Problem, und nicht ihr Verhalten. Und genau das fand schon statt – mir wurde vorgeworfen, eine Diskussion vom Zaun zu brechen. Und das wird wahrscheinlich auch desweiteren stattfinden – oder man ignoriert es einfach. Ich höre es schon: »Da brauchst du dich nicht zu wundern, wenn Du so etwas schreibst!« … nun – ich habe mit diesem Text auf das Verhalten reagiert – nicht umgekehrt. Es gab alle Chancen, lange genug. Die »Klimawoche« hätte schlicht – wie bei allen anderen geschehen – das Logo platzieren müssen, und alles wäre in Butter.

Vor allem findet heutzutage Gerede über Klimaschutz statt, nicht Klimaschutz an sich, das ist offensichtlich gar nicht gewollt. Und wenn, dann dürfen nur die Protagonisten Klimaschutz betreiben und darüber reden, und sonst niemand.

Das Thema auf eine Woche zu reduzieren ist ohnehin sportlich – es ist ein Dauerthema der Menschheitsgeschichte. Das hatte ich auch gesagt, darauf hieß es, man schaffe es nicht, das ganze dauerhaft zu betreiben. Gütsel wird es dauerhaft betreiben, es gibt auf der Website eine eigene Unterrubrik »Klimaschutz«. Der »AGÖFF« der »Klimawoche« gehören Angaben zufolge sieben Mitglieder an … was diese sieben Mitglieder bisher zustandegebracht haben, sieht man auf der Website.

Grundsätzlich finde ich die Aktion gut, deshalb habe ich mich ja auch stark dafür engagiert. Aber wenn man mich nun vor die Wand laufen lässt, finde ich das ganze nicht mehr gut, sondern verächtlich. Und man wird mir nach oben genanntem Motto nun mitteilen, ich brauche mich nicht wundern, wenn ich mich so verhielte. Wie verhalte ich mich denn? Ich habe nur verlangt, dass auch mein Logo dargestellt wird. Nicht mehr und nicht weniger. Das ist legitim, wenn man sich die ganzen Logos dort ansieht. Eigentlich würde ich keinen Wert darauf legen, aber wenn die anderen alle gezeigt werden, dann will ich meins auch dort sehen. Dass ich nun entsprechend reagiere, ist ebenfalls legitim – wie gesagt reagiere ich auf das Verhalten, nicht umgekehrt. Und dass ich das öffentlich äußere, ist auch legitim. Ich hatte es zunächst nicht-öffentlich geäußert und der »Klimawoche« alle Chancen geboten, die Sache zu bereinigen.

Man hat mir nun den besagten Entscheid noch nicht einmal mitgeteilt. Man lässt Taten sprechen … beziehungsweise Nicht-Taten. Und wenn das nun alles so übertrieben und lächerlich sein sollte: Dann packt das Scheiß-Logo doch einfach drauf und alles ist gut – wo ist dann das Problem? Bei allen anderen Logos gab’s ja auch keinerlei Probleme.

Update

Eine Woche nach dem »Tag der Entscheidung« hat man mir nun mitgeteilt (»Lieber Christian«), man (»wir«) habe entschieden, nicht mit Medien zu kooperieren (»keine Medienkooperationen eingehen«), somit auch nicht mit Gütsel, und somit eben auch das Logo nicht zu platzieren. Sprich: Medien sollen und dürfen keinen Klimaschutz betreiben? Ausgerechnet? Was ist das für ein abstruser Gedanke? Oder dürfen sie, aber man will damit nichts zu tun haben!?

Wie gesagt – es ging überhaupt nicht um eine »Medienkooperation«. Und selbst wenn: siehe oben. Warum sollte jemand nicht mit Medien kooperieren wollen?

Auf der Facebookseite, die ebenso schlecht gemacht ist, wie die Instagram-Seite, werden freilich meine Links gepostet.

Den Jusos teilt man mit: »Sebastian Sieg, niemand, die/der sich für Klimaschutz einsetzen will und ihre/seine Ideen einbringen will, wird ausgeschlossen« … doch, wird er. Insofern, als man die Ideen einfach ignoriert. »Diesen Wahlkampf wollen wir aus dem Bündnis heraushalten« … aha. Warum? »Wir wollen den Klimawandel bekämpfen, aber nicht die Politik«. Hä!? Die Politik bekämpfen? Nicht bekämpfen? Was soll das bedeuten? »Und wir freuen uns darauf, unsere Forderungen mit der Politik zu diskutieren«. Was für Forderungen? »Wir möchten uns mit den vielen Akteuren und Aktiven aus der Zivilgesellschaft vernetzen und gemeinsam auf den Weg machen«. Aha. Mit »vielen. Aber nicht mit »jedem«, nicht mit »allen«. Und wieder: »Wir«. Wer ist »wir«? Und »Demokratie wagen« ist auch dabei. Eine höchst politische Organisation. Im Grunde genommen eine rein politische Organisation. Schlau (und klug) wäre es dann im Grunde genommen gewesen, überhaupt keine Logos abzubilden. Aber wenn man schon inhaltlich nicht viel zu bieten hat …

Ach ja … und wenn das nun alles so ist, dann hätte man es mir ja übrigens auch von vornherein sagen können. Dann hätte ich gleich gewusst, woran ich bin. Oder hat man das erstmal gedankenlos gestartet? Undurchdacht?

»Enttäuschung ist nur dort möglich, wo Täuschung bestanden hat. Deshalb ist Enttäuschung immer, so schmerzlich sie auch sein mag, ein Schritt der Wahrheit entgegen, eine wertvolle Befreiung von Irrtum und Illusion.«

Man ist nun schon so reaktionär, dass man es nicht nötig hat, hierauf einzugehen …

Vor dem Anklicken von externen Links beachten Sie bitte die Datenschutzerklärung


Zurück

Tiere, Pflanzen, Natur in Gütersloh – die aktuellsten Beiträge


Unternehmen in Gütersloh


LogoLogoLogoLogoLogoLogo
 

                            

© 2001 bis 2021 Christian Schröter AGD