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Gütersloher Bildungsfonds: Sonderförderung zur Lernunterstützung in Corona-Zeiten


Die Bildung von Kindern und deren Entwicklung dürfen nicht von der finanziellen oder sozialen Situation ihrer Familien abhängig sein. Ein hehres Ziel, das aber nicht immer einfach zu erreichen ist. Denn die Realität sieht oft anders aus …

Artikel vom 10. 6. 2021
Gütersloher Bildungsfonds: Sonderförderung zur Lernunterstützung in Corona-Zeiten
In der »Study Hall« der Arbeitslosenselbsthilfe gGmbH: Dr. Siegfried Bethlehem (links), Vorsitzender des Beirats des Gütersloher Bildungsfonds, und ASH-Geschäftsführerin Dr. Susanne Kohlmeyer freuen sich, dass das Lernstudio von den Jugendlichen gut angenommen wird und ihnen auf ihrem Weg ins Berufsleben hilft. Foto: Bürgerstiftung Gütersloh
Die Bildung von Kindern und deren Entwicklung dürfen nicht von der finanziellen oder sozialen Situation ihrer Familien abhängig sein. Ein hehres Ziel, das aber nicht immer einfach zu erreichen ist. Denn die Realität sieht oft anders aus. Deshalb wurde 2016 der von der Bürgerstiftung, der Reinhard-Mohn-Stiftung, der Stadt und vielen weiteren Partnern getragene Gütersloher Bildungsfonds eingerichtet. Von ihm kann jedes bedürftige Kind profitieren – in der Kita, in der Grund- oder Förderschule, in den weiterführenden Schulen und auch an den Berufskollegs der Dalkestadt. Neu hinzugekommen ist jetzt eine Sonderförderung zur Lernunterstützung in Corona-Zeiten.

Viele Kinder haben während der Pandemie durch Distanzunterricht und Homeschooling bei teils schwierigen technischen und/oder familiären Bedingungen das Lernen verlernt. Nicht von ungefähr haben mehrere Gütersloher Grund- und weiterführende Schulen Lernakademien in den Ferien eingerichtet, die teils – wie an der Altstadtschule und dem Städtischen Gymnasium – schulübergreifend agieren. Der Bildungsfonds unterstützt diese Initiativen nicht nur finanziell, sondern entlastet bei Bedarf auch bei der Planung.

So wurde eine Liste mit mehr als 80 potenziellen Lerncoaches (Oberstufenschüler, Studierende, Lehramtsstudenten, Lehrkräfte und VHS-Dozenten) erstellt, die die Lernakademien als Honorarkräfte einsetzen können. Die Kosten übernimmt der Bildungsfonds, der darüber hinaus auch eine Vernetzung zu Best-practice-Schulen anbietet, die den Neulingen auf diesem Gebiet mit Rat und Tat zur Seite stehen. Außerdem gibt es Beispiel-Anleitungen sowohl für alle interessierten Grundschulen als auch für weiterführende Schulen zur Umsetzung einer Lernakademie.

»Ein Erfolgsmodell«, lobt Felix Heiringhof, Leiter der Altstadtschule. »Allein in den Osterferien haben 43 unserer Schüler die Lernakademie genutzt. Wir konnten gezielt ihre Lernproblematiken angehen und beheben und den Kindern so wieder ein positives Gefühl fürs Lernen vermitteln.« Eine Bilanz, für die nicht zuletzt die Eltern dankbar sind. Weshalb es auch in den kommenden Ferien entsprechende Angebote geben wird.

»Wir werden sie weiterhin unterstützen«, verspricht Dr. Siegfried Bethlehem, Vorsitzender des Beirats des Bildungsfonds. Wesentlich für ihn ist dabei der ganzheitliche Aspekt. »Uns geht es nicht nur um eine kognitive Förderung der Kinder. Bildung sollte im besten Fall immer auch im Kontext von psychosozialen und Bewegungsaspekten gesehen werden.« Mit Heiringhoff ist er sich einig, dass es daher wünschenswert sei, künftig auch sportive Angebote mit in die Lernakademie aufzunehmen.

Wie vielseitig der Bildungsfonds fördert, zeigt sich laut Projektleiterin Kirsten Zink daran, dass »mittlerweile nicht nur Schulen, sondern auch soziale Einrichtungen davon profitieren.« So hat die Arbeitslosenselbsthilfe gGmbH zwei »Study Halls«, Lernstudios, in ihrer Einrichtung an der Vollrath-Müller-Straße mit acht Laptops und zwei WLAN-Druckern, einrichten können. »Damit ist für unsere Jugendlichen selbst in Corona-Zeiten sichergestellt, dass sie den Berufsvorbereitungs- und Ausbildungsprogrammen auf digitalem Weg folgen können“«, sagt Geschäftsführerin Dr. Susanne Kohlmeyer. »Auszubildende, die kurz vor ihrer Abschlussprüfung stehen, können weiter an ihren Anschlussperspektiven arbeiten. Außerdem werden die in Pandemie-Zeiten aufgrund mangelnder Motivation immer wieder vorkommenden Abbrüche abgefedert.« Damit trage der Bildungsfonds entscheidend dazu bei, dass die gesellschaftliche Teilhabe der Jugendlichen erhalten bleibe.

»Insgesamt ist die Corona-Sonderförderung des Bildungsfonds bislang mehr als 400 Schülern an 13 Einrichtungen zugutegekommen – unbürokratisch, niederschwellig und schnell«, bilanziert Zink. Die Mittel gehen immer komplett an die jeweiligen Einrichtungen. Die Verteilung des Geldes bleibt den jeweiligen Pädagogen und Mitarbeitern überlassen. »Denn sie wissen am besten, wie sie es für ihr Projekt oder individuell für welches ›ihrer‹ Kinder und Jugendlichen sinnvoll und zielführend verwenden können.«

Wer sich für die Sonderförderung des Bildungsfonds interessiert, sollte sich an Projektleiterin Kirsten Zink bei der Bürgerstiftung Gütersloh wenden. Sie ist unter erreichbar.

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© Christian Schröter AGD