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Einzelhandel digital in Gütersloh

Beinahe täglich gibt es neue Apps, die beispielsweise so etwas wie »digitale Schaufenster« sein wollen. Die Einzelhändler sollen dann Geld dafür bezahlen, dass sie dort irgendwelche Angebote einstellen, die dann Passanten auf ihrem Smartphone anschauen können. In Wahrheit stecken dahinter irgendwelche Klugscheißer, die bei einer gebeutelten Branche

Lesedauer 4 Minuten, 25 Sekunden, Artikel zuletzt bearbeitet am 18. Mai 2021, DOI: https://www.guetsel.de/content/22061/6012407.html
Einzelhandel digital in Gütersloh

Einzelhandel digital in Gütersloh: Beinahe täglich gibt es neue Apps, die beispielsweise so etwas wie »digitale Schaufenster« sein wollen. Die Einzelhändler sollen dann Geld dafür bezahlen, dass sie dort irgendwelche Angebote einstellen, die dann Passanten auf ihrem Smartphone anschauen können. In Wahrheit stecken dahinter irgendwelche Klugscheißer, die bei einer gebeutelten Branche auch noch Geld abgreifen wollen. Und das ganze funktioniert deshalb nicht, weil die Einzelhändler in der Regel weder willens noch in der Lage sind, so etwas mit Inhalten zu bedienen. Schon gar nicht wollen sie sinnlos Geld für so einen Mist ausgeben. Denn niemand kennt solche Apps und niemand benutzt sie. Daran sind auch schon die sensationellen »Beacons« gescheitert, ein Konzept mit Sendern in den Läden, die den Kunden dann bei Annäherung passende Angebote aufs Smartphone liefern sollte. Das ganze ist im Sande verlaufen.

Das gleiche ist es mit lokalen Shoppingplattformen, wie es nun wieder mit teilweise großer Begeisterung in Verl versucht wird. Wieder versuchen irgendwelche Klugscheißer, damit Geld zu verdienen. Und viele sind begeistert. So etwas funktioniert regelmäßig nicht. Das ist Geldverbrennung und das sind Subventionsgräber. Ein paar machen anfangs mit, mangels Marketings kennt niemand diese Plattformen, die Plattformen konkurrieren mit Amazon und haben natürlich nicht die geringste Chance. Wenn das in Verl funktionieren würde, wäre es das erste Mal, dass so etwas in ganz Deutschland funktionierte. Es wird laufen wie immer. Anfangs werden ein paar begeisterte Läden ein paar Produkte einstellen, vielleicht werden ein paar Produkte dort gekauft. Man wird sich das ganze eine Weile schönreden. Und irgendwann wird es einschlafen und im Sande verlaufen. Der Aufwand ließe sich sinnvoller einsetzen.

Wir haben es schon zwei Mal probiert … sogar mit EU-Förderung (vor 15 oder 20 Jahren) und vor fünf Jahren sogar als »Shopping Cloud« mit dem Stichwort »Cloudshopping«. Beide Male kostenlos für die Einzelhändler. Mit einer Citylogistik, die die Waren ausgeliefert hätte, sogar am selben Tag. Sogar mit Schnittstellen zu Warenwirtschaftssystemen, die kleine Läden ohnehin nicht haben. Mit Marketing. Es scheiterte beide Male an den genannten Gründen und daran, dass viele Einzelhändler weder willens noch in der Lage sind, ihr Sortiment zu »digitalisieren«. Und es scheitert auch daran, dass Kunden, die online kaufen, nun einmal online kaufen. Warum sollten sie teurer und bei einer winzigen Auswahl auf so einer Plattform kaufen? Wenn sie lokal kaufen wollten, würden sie auch individuelle lokale Onlineshops nutzen. Oder gar nicht erst online kaufen.

Einige Einzelhändler tun es und betreiben eigene Onlineshops. Das ist sinnvoll, aber damit bedienen sie ihre vorhandenen Kunden auf einem weiteren Kanal. Und ihre Community vor Ort. Im Marketing nennt man das »Multichannel-Marketing«, der HDE spricht von »Hybridshopping«. Das ist zweifellos die Zukunft. Der beste Beweis dafür ist, dass Amazon anfängt, selbst Läden aufzumachen. Das Internet ist eine Tatsache, der man sich nicht verschließen kann. Über kurz oder lang wird jeder gezwungen sein, in irgendeiner Form daran teilzunehmen. Es hat Sonnenseiten, aber auch viele Schattenseiten. Aber es ist nun einmal da und lässt sich nicht wegleugnen oder ignorieren. Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Das ist so. Und der Sinn von Onlineshops lokaler Läden ist es nicht, beim globalen Onlineshopping mitzumischen. Da haben solche Läden keine Chance. Bestenfalls in Ausnahmefällen. Wenn sie in einem »Blue Ocean« fischen.

Pathetisch wird nun gepredigt, man solle lokal kaufen. Gerne. Bloß wie? Und was? Und warum eigentlich? Dann soll der Einzelhandel das gefälligst auch umgekehrt selbst tun. Viele Einzelhändler tun genau das nämlich nicht. Beklagen es dann aber, dass andere es auch nicht tun. Viele Einzelhändler verlangen deutlich überteuerte Preise. Das geht natürlich nicht. Ein wenig teurer dürfen und müssen sie natürlich sein. Viele bieten einen Service, den Onlinehändler unmöglich bieten können. Solche Läden sind gut und wichtig. Und solche Läden wird es dann auch in Zukunft geben. Das nennt sich dann »Notwendigkeit«. Viele betreiben auch eigene Onlineshops und betreiben »digitales Marketing«. Viele tun das alles aber auch nicht. Oder setzen es nur sehr schlecht um.

Natürlich muss man das Thema differenziert betrachten, es hängt mit den Innenstädten an sich zusammen, die Einzelhändler sind ja auch Mitbürger, das ganze hat soziale, politische und gesellschaftliche Aspekte. Dazu gibt es auf dieser Website an anderer Stelle weitere Ausführungen.

Wir haben vielen Einzelhändlern geholfen und tun es verstärkt. Viele nehmen das dankbar an, viele aber auch nicht und viele sind völlig beratungsresistent und ignorant. Nicht, dass ich Dankbarkeit erwarten würde. Aber zumindest auch keinen Undank.

Jedenfalls muss man das Thema sehr differenziert betrachten. Deshalb funktionieren auch die »Digitalcoaches« vom Land und vom HDE nicht: Sie sind nicht vor Ort, kennen niemanden und wissen nicht, wie die Lage vor Ort ist, welche Strukturen es vor Ort gibt und was dort los ist. Bestenfalls können sie den Händlern durch den Förderdschungel helfen. Aber schon ihnen lokale Dienstleister zu vermitteln, fördert nur Vetternwirtschaft. Wen wollen sie denn empfehlen und vermitteln? Wollen sie die Dienstleister aus den Gelben Seiten heraussuchen!? Wenn, dann müsste es lokale »Digitalcoaches« geben. Die gibt es ja auch. Aber niemand will sie, niemand nimmt sie ernst, niemand traut ihnen.

Es gibt in Gütersloh Best-Practice-Beispiele, aber auch Worst-Practice-Beispiele. Das wäre eigentlich mal ein Job für Michael Frink, der mit seiner Firma Frink Business bisher jährlich den »City Shopping Check« durchgeführt hat.

Im Rahmen der Coronapandemie haben sich die Stichwörter »Click & Collect« und »Click & Meet« etabliert. Aber die Wirklichkeit sieht so aus: Wo kann man denn »klicken«? Praktisch nirgendwo.

Salenti

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