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Typographisch und journalistisch schreiben

Es kommt es immer häufiger vor, dass Pressemitteilungen veröffentlicht werden und fünf Minuten später korrigiert noch einmal veröffentlicht werden, teilweise sogar mehrfach hintereinander. Und viele wissen nicht, wie man journalistisch und typographisch schreibt

Lesedauer 13 Minuten, 54 Sekunden, Artikel zuletzt bearbeitet am 23. April 2021
Typographisch und journalistisch schreiben

Es kommt es immer häufiger vor, dass Pressemitteilungen veröffentlicht werden und fünf Minuten später korrigiert noch einmal veröffentlicht werden, teilweise sogar mehrfach hintereinander. Und viele wissen nicht, wie man journalistisch und typographisch schreibt, was nicht selten dazu führt, dass Pressemitteilungen vor der Veröffentlichung aufwendig in Form gebracht werden müssen. Wenn man sie nicht ohnehin komplett neu formuliert. Hier ein paar Regeln – natürlich geht das nicht in die Tiefe, es sind lediglich die häufigsten, oberflächlichen Fehler, die sich leicht vermeiden lassen.

Datenformate

Pressemitteilungen als PDF-Dokumente sind problematisch, da man beim Herauskopieren des Textes oft Bestandteile von Briefbögen mitkopiert, ebenso werden Umbrüche und Silbentrennungen mitkopiert, die nachträglich aufwendig entfernt werden müssen. Am besten sind Textdokumente, Word-Dateien oder notfalls Texte direkt als E-Mail. Bilder sollten am besten in möglichst hoher Auflösung und im JPEG-Format mit mittlerer Qualität als Anhang mitgeschickt werden. Sie zu »zippen« bringt nichts, sie lassen sich praktisch nicht weiter komprimieren. Bei großen Datenmengen ist Wetransfer üblich. Sie beispielsweise nur in PDF-Dateien oder Word-Dateien einzubinden, ist problematisch, da sie daraus nur schwer entnommen werden können.

E-Mails

Auf E-Mail-Anfragen sollte man zeitnah reagieren … E-Mails sind das zeitgemäße Kommunikationsmittel der Wahl. Bei Anrufen stört man oft, man vergisst die Hälfte, kann nicht in Ruhe nachdenken; wenn einem später noch etwas einfällt, ruft man ungern mehrfach an.

Zahlen

Zahlen von eins bis inklusive zwölf werden ausgeschrieben (außer bei Zeit- oder Datumsangaben, wobei »11.00 Uhr« nicht genauer ist als »11 Uhr«, nur unschöner. Sinnvoll ist so etwas nur beim Tabellensatz). Telefonnummern werden in Zweiergruppen von rechts mit einem Achtelgeviert gegliedert, die Vorwahl wird in Klammern gesetzt (»Telefon (0 52 41) 68 74 42«). Bei Uhrzeiten verwendet man einen Punkt und keinen Doppelpunkt (»9.15 Uhr« und nicht »9:15 Uhr«). Und man schreibt »9 Uhr« und nicht »9h« oder »9.00h« oder ähnliches. Datumsangaben schreibt man journalistisch ohne »den« oder »dem« (»Am Sonntag, 14. Februar, wird es ein Kindertheater geben«). Man schreibt nicht »letztes Jahr« sondern »vergangenes Jahr« … es war ja nicht das letzte Jahr. Davor ist es dann das »vorvergangene« Jahr. Die typographisch korrekte Schreibweise für Datumsangaben ist so: 23. 4. 2021 … Wortzwischenräume zwischen den Zahlen, keine führenden Nullen. Kaufmännisch und nach DIN ist hingegen eine andere Schreibweise vorgegeben: Ohne Wortzwischenräume und mit führenden Nullen. Am besten schreibt man den Monat aus: 23. April 2021. Ziffern sind übrigens in der Regel so breit wie ein Halbgeviert, das gilt jedenfalls für sogenannte »Tabellenziffern« – so stehen sie im Tabellensatz immer korrekt untereinander. Man schreibt bei abzählbaren Dingen »mehr als« und nicht »über«, wenn es angebracht ist – beispielsweise werden »mehr als« fünf Milliarden ausgegeben, nicht »über« fünf Milliarden … auch wenn man das umgangssprachlich so sagt. Man schreibt auch »geworfen« statt »geschmissen«. Wenn man etwas geworfen hat. Aber man sagt: »Ihn hat’s geschmissen« … natürlich sagt man nicht: »Ihn hat’s geworfen« … bestenfalls: »Ihn hat’s aus der Bahn geworfen« …

Abkürzungen und Einheiten

Man schreibt Abkürzungen und Einheiten aus (»Zehn Milliarden« und nicht »10 Mrd.« oder »Fünf Meter« und nicht »5 m«, »beziehungsweise« und nicht »bzw.«, »zum Beispiel« und nicht »z. B.«). Ebenso schreibt man nicht »5 %« sondern »fünf Prozent«. Und vor das Prozentzeichen gehörte sowieso ein Keil. Man schreibt auch »Kilometer pro Stunde«, nicht »km/h« oder »Stundenkilometer«. Oder »Sieben Tage pro 100.000 Einwohner« und nicht »7 Tage/100.000 Einwohner«. Währungssymbole werden ausgeschrieben, davon abgesehen, dass sie – wenn – dann vor die Zahl gehörten (»15 Euro« und nicht »€ 15«, schon gar nicht »15 €«). Auch schreibt man »50 Euro« und nicht »50,– Euro«, zumal hier der Halbgeviertstrich und kein Divis verwendet werden müsste. Im Tabellensatz sogar ein Geviertstrich. Und wie bei Uhrzeiten sind »50,00 Euro« nicht genauer als »50 Euro«. Nur unschön und überflüssig. Außer wiederum im Tabellensatz.

Anführungszeichen

Man benutzt Anführungszeichen und keine Zollzeichen ("Das sind Zollzeichen", „Das sind deutsche Anführungszeichen“, «Das sind französische Anführungszeichen, französisch gesetzt», »Das sind französische Anführungszeichen, deutsch gesetzt«, “Das sind amerikanische Anführungszeichen”). Einfache Anführungszeichen benutzt man innerhalb wörtlicher Reden oder innerhalb von Zitaten, nicht etwa für einzelne Wörter oder kurze Wendungen. Anführungszeichen dienen oft auch dazu, Ironie, Ablehnung, Zynismus, Eigenschreibweisen oder Fachbegriffe zu kennzeichnen. Wenn man eine wörtliche Rede beendet, kommt das Komma nach dem schließenden Anführungszeichen (»Es geht mir gut«, sagte der Proband).

Striche

Im Sinne von »bis« wird ein Halbgeviertstrich ohne Wortzwischenraum gesetzt, kein Divis (»15–20 Uhr« … nicht »15 - 20 Uhr« oder »15-20 Uhr«), als Gedankenstrich wird ein Halbgeviertstrich mit Wortzwischenraum benutzt (»Das geht – oder ginge«). Den Geviertstrich benötigt man eigentlich nur beim Tabellensatz oder bei amerikanischen Texten – dort schreibt man »monday—saturday«. Zusammengesetzte Wörter und Bezeichnungen werden mit Bindestrich gesetzt (»Bertelsmann-Stiftung«, »Martin-Luther-Kirche«) … die Bertelsmann-Stiftung schreibt sich selbst ohne Bindestrich und will so offenbar international wirken (sprich: amerikanisch), das Sankt-Elisabeth-Hospital schreibt sich aus unerfindlichen Gründen selbst ohne Bindestrich. Man schreibt: »Montag bis Donnerstag« und nicht »Mo. - Do.« oder ähnliches. Wenn überhaupt, dann »Mo–Do« mit Halbgeviertstrich und ohne Wortzwischenraum, das ist aber keine journalistische Schreibweise. Noch besser schreibt man »montags bis donnerstags«, weil ja kein bestimmter Montag oder Donnerstag gemeint ist, sondern weil das allgemein gilt. Vor und nach einem Schrägstrich setzt man keine Keile (Leerzeichen). Und nach einem als Gedankenstrich gesetzten Halbgeviertstrich geht es nicht mit einem Großbuchstaben und schon gar nicht mit einem Komma weiter. Es sei denn, es käme dann ein Substantiv.

Eigennamen und Titel

Man benutzt keine Symbole für eingetragene Warenzeichen. Titel, beispielsweise von Zeitschriften, werden üblicherweise kursiv geschrieben. Man kann sie auch in Anführungszeichen setzen. Diese dienen oft auch dazu, Ironie auszudrücken. Man übernimmt keine Eigenschreibweisen von Markennamen oder Firmennamen, man schreibt »Youtube« und nicht »YouTube«, »Whatsapp« und nicht »WhatsApp«. Wenn es unbedingt sein muss, setzt man Eigenschreibweisen in Anführungszeichen oder weist darauf hin, dass es sich um eine Eigenschreibweise handelt. Beides ist üblich.

Besondere Zeichen

Das kaufmännische Et-Zeichen wird nur bei Namenskombinationen gesetzt und nicht als Ersatz für das Wort »und« (»Meier & Müller GmbH«, nicht »Kaffee & Kuchen«). Ein Akut (der Akzent, ja … es gibt auch deutsche Wörter dafür) ist kein Apostroph … und der kennzeichnet auch nur einzelne, ausgelassene Buchstaben, nicht mehrere (»Fürs« und nicht »Für’s«, »Ums« und nicht »Um’s«, aber »hat’s« und nicht »hats«) und schon gar keinen Plural (»CDs« und nicht »CD’s«) oder Genitiv (»Susi’s Salon«). Aber bei Auslassungen im Wortinneren muss er gesetzt werden: »Ku’damm«, »M’gladbach«, »D’dorf«. Auch kann er das Genitiv-S ersetzen. Dies gilt aber nicht, wenn vor dem Namen ein bestimmter Artikel (plus Attribut) steht: »die Mutter des alten Hans«. Am besten vermeidet man seine Verwendung. Der »Zwiebelfisch« Bastian Sick hat für den Spiegel einen ausführlichen Artikel über die Verwendung des Apostrophs geschrieben.

Auszeichnungen

Es gibt nach den typographischen Regeln kein Versal-Eszett (»STRASSE« und nicht »STRAßE«), es sind nur wenige Schriftarten bekannt, in denen es ein Versal-Eszett gibt, das konnte sich aber bisher nicht durchsetzen. In einem Spiegel-Artikel von 2017 ist davon die Rede. Das Schreiben nur in Großbuchstaben ist zu vermeiden. Sogenannte »Auszeichnungen«, also Hervorhebungen in Texten, werden durch kursive Schreibweise vorgenommen. Nicht durch Fettschreibung, Unterstreichung oder Großschreibung, weil diese das sogenannte »Graubild«, die »Grauwirkung« eines Textes stören. Das ist eine typographische Regel. Es wäre sinnlos, wenn auf den ersten Blick einzelne Wörter ohne Kontext auffielen. Kursivschreibungen fallen beim Lesen auf. Im Lesefluss. Das heißt nicht, dass Zwischenrubriken (»Zwischenüberschriften«) nicht halbfett oder fett gesetzt würden.

Gesellschaftsformen und Körperschaften

Kürzel für Körperschaften schreibt man in der Regel nicht mit, es sei denn, es wäre sprachlich unschön oder falsch (»Miele« und nicht »Miele & Cie. KG«, »Bertelsmann« und nicht »Bertelsmann AG«, aber natürlich »Die Bertelsmann AG«, aber auch »Gütersloh Marketing GmbH« und nicht »Gütersloh Marketing«, »Gütersloher Turnverein« und nicht »Gütersloher Turnverein e. V.«).

Sonstiges

Nach Doppelpunkten folgt ein Leerzeichen (»Keil«), das folgende Wort wird nur groß geschrieben, wenn ein ganzer Satz folgt. Es heißt »E-Mail« und nicht »Email« (Emaille) oder »eMail«.

Typographie

In der Typographie heißt ein Wortzwischenraum »Keil«. Warum? Weil früher im Bleisatz tatsächlich Keile zwischen die Wörter getrieben wurden. Beim »Ausschließen« einer Zeile wurde beim Blocksatz die Zeile mit diesen Keilen auf die Satzbreite »ausgetrieben«. »Keile« werden deshalb auch als »Ausschluss« bezeichnet. Es gibt auch sogenannten »Festausschluss«, der nicht ausgetrieben werden kann, beispielsweise Achtelgevierte, Viertelgevierte, Halbgevierte oder Gevierte. Ein Geviert ist dabei so breit, wie der Schriftkegel hoch ist (die Gesamthöhe der Zeichen einer Schrift samt Oberlängen und Unterlängen und ein wenig »Fleisch«). Im DTP heißt ein Viertelgeviert meist »geschütztes Leerzeichen«. Das Beenden einer Zeile bezeichnet man als »Ausschließen«, bei einem gesamten Text spricht man von einem »Umbruch«. Es gibt auch das »Ausschießen«, das ist die Anordnung der Seiten auf dem Druckbogen.

Schriftarten

Schriftarten heißen heute meist »Fonts«. Man benutzt möglich wenig verschiedene Schriftarten auf einer Seite, am besten nur eine einzige, notfalls in mehreren »Schriftschnitten«, also normal, kursiv, halbfett, fett und so weiter. Inzwischen haben sich englische Bezeichnungen verbreitet: serif, sans oder sans serif, italic, oblique, bold, black und so weiter. Wenn man Schriftarten mischt, dann sollten sie unterschiedlichen Schriftgruppen angehören. Man mischt also beispielsweise eine Helvetica mit einer Times, eine »Groteske« mit einer Antiqua. Genau genommen ist eine »Groteske« eine serifenlose Linearantiqua, während eine Times eine Barock-Antiqua ist. Mit Serifen (das sind die kleinen »Häkchen« an den Buchstaben). Die »Hohlräume« in Buchstaben (beispielsweise das »Loch« beim »O«) heißen »Punzen«. Man mischt beispielsweise keine Arial mit einer Helvetica oder einer Futura. Das ist eine Grundregel: Man mischt niemals Schriftarten derselben Schriftgruppe.

Die Berufe

Nicht umsonst waren Schriftsetzer und Lithographen früher Lehrberufe, bei denen man das Setzen drei Jahre lang, mindestens zweieinhalb Jahre lang, gelernt hat. Oder die Herstellung von Druckvorlagen (»Lithographien«, »Lithos«, »Repros«). Und Journalismus studiert man meist sechs Semester lang. Diese Kulturgüter verfallen zusehends. Zumal diese Ausbildungsberufe aus unerfindlichen Gründen abgeschafft wurden. »Mediengestalter« lernen so etwas kaum noch, sie lernen in erster Linie, wie man etwas macht … nicht, was man überhaupt macht. Ähnlich ist es beim Fotografieren. Auf den Auslöser kann jeder drücken. Aber das Hintergrundwissen muss man halt auch haben, und das ist vielfältig und komplex. Technisches und gestalterisches Hintergrundwissen. Wobei man für Letzteres Fotodesign studieren kann.

Schriftsetzer

Schriftsetzer wurden früher nach der Ausbildung »gegautscht« (»gequetscht«), sie wurden von den Gesellen in einen Wasserzuber gezerrt. Ursprünglich wurden sie auf einen nassen Schwamm gesetzt und ein nasser Schwamm wurde über ihrem Kopf ausgedrückt. Danach erhielten sie den »Gautschbrief«, der bei Anstellungen vorzuzeigen war. In dem Gautschbrief wurde unter anderem von Gesellen und Meistern bescheinigt, dass man die Schwarze Kunst beherrschte und sich von jeglicher »Hudelei« (also Nichtbefolgung der Regeln) und »falschem Brauch« losgesagt hat. Zu Beginn der Digitalisierung in diesem Bereich musste der Satz und mussten Layouts sozusagen »programmiert« werden. Am Bildschirm sah man nur den reinen Text in einer Standard-Schriftart und man sah darüber hinaus lediglich den Umbruch, also wo die Zeilen zu Ende waren, wenn man so will. Bei Satzsystemen wie »Digiset« wurden die Layouts an Terminals mit der Sprache »DOSY« programmiert, per Anruftaste zum Umbrechen an den Großrechner geschickt, und man bekam den umbrochenen Text zurück. Wenn man etwas sehen wollte, musste man es ausdrucken oder auf Film belichten. Ein »Digiskop« war Luxus, dort konnte man den Satz auf einem Bildschirm betrachten. Aber auch nur betrachten. Rundsatz war beispielsweise sehr aufwendig, denn jeder einzelne Buchstabe musste einzeln nach Gefühl gedreht werden. Das hat Stunden und Tage gedauert. Heute sind das ein paar Handgriffe … man zieht einen Kreis mit dem gewünschten Radius auf, benutzt ihn als Textpfad und tippt einfach den Text ein. Früher wurde auch fast alles, was gesetzt wurde, vorher manuell skizziert. Insbesondere Tabellen, denn Tabellensatz war sehr aufwendig und es gibt bestimmte Regeln dafür. Heute spielen sie praktisch keine Rolle mehr. Man macht beispielsweise in Word oder Excel eine Tabelle auf, tippt die Zahlen und Texte ein, und fertig ist die Tabelle. In entsprechenden Workflows können die Inhalte von Tabellen sogar vollautomatisch und dynamisch aus Datenbeständen in Datenbanken generiert werden. Auch die Linienstärke ist kein Thema mehr. Es gibt zum Beispiel feine, fettfeine oder stumpfe Linien. Es gibt auch den Begriff der »Brotschrift«, eine häufig verwendetet Schriftart, mit der die Setzer ihr Brot verdienten. Auch gab es Bezeichnungen für Schriftgrößen wie »Diamant« oder »Nonpareille« oder Maßeinheiten wie »Cicero«. Schriftgrößen, Linienstärken und Zeilenabstände werden in »Punkt« angegeben. Heute in »DTP-Punkt«, früher im »Didot-Punkt« oder amerikanisch im »Pica Point«. Ein Cicero sind zwölf Didot-Punkt. Ein DTP-Punkt ist ein 72. Inch groß, weil Postscript auf dem angloamerikanischen Maßsystem beruht und mit Inch beziehungsweise Zoll arbeitet. Deshalb wird die Auflösung von Bildern auch in dpi angegeben (dots per inch). Bis auf den »Punkt« spielen diese Maßeinheiten heute keine Rolle mehr. Der Zeilenabstand ist der Abstand zwischen den »Schriftlinien«. Ist er größer als der Schriftgrad (die Schriftgröße) spricht man von »Durchschuss«. Ein Begriff, der aus dem Bleisatz stammt.

Lithographie

Die Aufgabe der Lithographen war es früher, aus Vorlagen, meist Fotos, Druckvorlagen, spricht Filme zu machen. Heute gibt es keine Filme mehr, die Daten werden direkt auf die Druckplatten belichtet (»CTP«,»Computer to Plate«). Früher gab es noch Reprokameras und große, hochkomplizierte Scanner, beispielsweise große Trommelscanner, mit denen Fotos oder Dias eingescannt wurden. Mit Farbrechnern wurden dann die Farben korrigiert und angepasst, es wurden Weiß- und Schwarzpunkt ausgemessen und die Gradation wurde korrigiert. Natürlich noch vieles mehr. Das war sehr aufwendig. Korrekturen wurden dann manuell an den Filmen vorgenommen, beispielsweise wurde mit Ätzlauge gearbeitet. Oder mit »Kimotofolie«, um etwas zu maskieren, es »freizustellen«. Später wurde das ganze dann digitalisiert und man konnte Bilder digital bearbeiten. Dank der Digitalfotografie muss man heute nichts mehr scannen, die Bilder sind in der Regel direkt als Druckvorlagen geeignet. Spezielles Fachwissen ist kaum noch nötig. Kaum jemand weiß heute noch von Dingen wie Unbuntaufbau, Farbauftrag, CMYK-Farbraum und so etwas. »UCR« bedeutet »Under Color Removal«, »GCR« bedeutet »Gray Component Replacement«. In der Regel bearbeiten heute die Fotografen ihre Fotos selbst und führen Farbkorrekturen und Retuschen durch. Über dieses Thema gäbe es viel zu sagen, man kann ganze Bücher darüber schreiben. Und solche Bücher gibt es.

BTI – Bild-Text-Integration

Anfang der 90er-Jahre kam das Thema »BTI« auf. Man konnte erstmals digital Bilder in Layouts integrieren und direkt auf Film belichten. Davor mussten die Filme manuell zusammenkopiert werden. Layouts wurden manuell aus Textfahnen zusammenmontiert. Das taten »Metteure«. Wenig später kam jedoch schon das Desktop-Publishing auf, so dass man mit »WYSIWYG« arbeiten konnte (»What You See Is What You Get«). Man konnte mit der Maus direkt am Bildschirm layouten und man sah, was man tat. Heute ist das selbstverselbstverständlich, damals war es eine Sensation. Voraussetzung dafür waren Laserbelichter, genauer Trommelbelichter, die eine große Passgenauigkeit ins Spiel brachten. Es gab auch Capstan-Belichter, die nicht so passgenau aber wesentlich preiswerter waren. Heute werden in den Druckereien in der Regel nur noch fertige PDF-Daten angeliefert, ausgeschossen und direkt auf Druckplatten belichtet. »Ausschießen« heißt, dass die Seiten passend auf dem Druckbogen angeordnet werden, sodass man dann beispielsweise nach dem Falzen die richtige Seitenreihenfolge hat. Alles in allem ist auch Wissen um den Druck als solches und die Weiterverarbeitung (beispielsweise die Buchbinderei) hilfreich.

Windows oder MacOS?

Apple Computer haben in der Druckvorstufe Tradition, weil auf ihnen die erste geeignete Software lief. Photoshop 1.0 passte beispielsweise noch auf eine 3,5-Zoll-Diskette und es gab ihn nur für Apple Macintosh. Frühe Layoutprogramme wie der Adobe Pagemaker, der Microsoft Publisher oder der Ventura Publisher (der unter GEM lief), waren noch nicht richtig ernstzunehmen. Es wurde auch mit dem Commodore Amiga gearbeitet. Richtig los ging es mit Quark XPress, das aber inzwischen von Adobe InDesign abgelöst wurde. Natürlich gibt es Alternativen und es gibt auch nach wie vor Quark XPress. Das große Problem ist, dass Apple Computer übertrieben teuer sind. Allerdings kann man sie auch sehr lange benutzen, sie halten sehr lange. Der große Vorteil gegenüber Windows-Rechnern oder anderen Betriebssystemen ist der, dass typographische Sonderzeichen meist über Tastenkombinationen getastet (eingegeben) werden können. Bei Windows muss man, außer in einigen Programmen, wobei das dann nur bei diesen einzelnen Programmen funktioniert, die Alternate-Taste festhalten, auf dem Ziffernblock eine Null eingeben und dann den ANSI-Code des Sonderzeichens eingeben, den man auswendig kennen muss. Das ist nicht sehr praktikabel. Möglicherweise kann man sich über Keyboard-Macros etwas zusammenbasteln.

Epilog

Es gibt natürlich noch viel mehr typographische Regeln, die aber für Pressemitteilungen keine Rolle spielen. Leider ist dieses Kulturgut dabei, verlorenzugehen, zumal der Beruf des Schriftsetzers abgeschafft wurde. So auch der Beruf des Lithographen. Auch Scanner-Operator gibt es nicht mehr. Es ist viel Know-how verlorengegangen. »Mediengestalter« lernen in erster Linie, wie man etwas macht … nicht was man eigentlich macht. Darüber hinaus gibt es natürlich noch verschiedene Stilfragen und Grundregeln wie beispielsweise die, nicht zu lange oder zu verschachtelte Sätze zu schreiben. Oder die »Sieben W-Fragen«: Wer ist beteiligt? Was ist geschehen? Wo? Wann? Wie (Einzelheiten)? Warum? Woher stammt die Information, was ist die Quelle beziehungsweise was sind die Quellen?. Diese sieben W-Fragen sollten möglichst weit vorne, in den ersten Sätzen, beantwortet werden. Als achte W-Frage wird oft die Frage »Für wen?« genannt. Sie dient dazu, sich über die Zielgruppe klar zu werden. Es geht in diesem Artikel natürlich nicht um den sprachlichen Stil, das ist noch einmal ein ganz anderes Thema. Es geht rein um die Typographie und das journalistische Schreiben an sich.

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