Mit Kreativität und 3D-Druckern gegen das Coronavirus

Das experiMINT Schüler*innenlabor der FH Bielefeld druckt an 3D-Druckern Gesichtsvisiere für regionale Gesundheitseinrichtungen

Artikel vom 1. September 2021
Mit Kreativität und 3D-Druckern gegen das Coronavirus
An den 3D-Druckern im Schülerinnen- und Schülerlabor entstehen Stirnhalterungen für Gesichtsvisiere. Foto: © FH Bielefeld / Fotograf: Felix Borchardt

Bielefeld (fhb). Die derzeitige Situation ist auch am experiMINT Schülerinnen- und Schülerlabor der Fachhochschule (FH) Bielefeld nicht spurlos vorbeigegangen: Derzeit finden dort keine außerschulischen Veranstaltungen statt, über 50 Workshops für Schülerinnen und Schüler aus der Region mussten allein im Zeitraum bis zum 30. April abgesagt werden. Doch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machen das Beste aus der Situation und so produzieren sie an mehreren 3D-Druckern, die ansonsten für die Workshops genutzt werden, Gesichtsvisiere.

Das experiMINT Schülerinnen- und Schülerlabor hat sich dem bundesweiten Netzwerk »makervsvirus.org«, also »Macher gegen das Virus« angeschlossen. Das Netzwerk bringt Menschen und Organisationen, die dringend Ausrüstung oder Ersatzteile benötigen, mit Laboren zusammen, die diese produzieren können.

»Wir haben uns die Frage gestellt, wie wir die Ausstattung des Schülerinnen- und Schülerlabors in der aktuellen Situation sinnvoll nutzen können«, erklärt die wissenschaftliche Mitarbeiterin Lisa Münstermann. Zufällig stieß sie auf die »Prusa Face Shields«, das sind Gesichtsvisiere, die den Träger oder die Trägerin vor einer Ansteckung durch Tröpfcheninfektion schützen sollen. Mittels FDM-Technologie entstehen an den 3D-Druckern Stirnhalterungen, die im Anschluss mit einer Folie versehen werden und ein Gesichtsvisier bilden. Die Anleitung wird kostenlos von dem 3D-Druckerhersteller Prusa im Internet bereitgestellt. Am 4. April startete die Produktion.

Durch maßgebliches Engagement der studentischen Hilfskräften Jessica Bartsch, Felix Borchardt und Leon Diel hat Münstermann in den ersten zehn Tagen bereits einige Visiere hergestellt und kostenlos an das Evangelische Johanneswerk geliefert. Die Verteilung der Schutzvisiere läuft über eine zentrale Distributionsstelle – den Hub OWL. Das Team des Schülerlabors agiert dort als lokaler Maker und beliefert den regionalen Hub mit Schutzausrüstung. Einrichtungen, die Bedarf haben, können sich beim Ingenieurbüro Pascal Krumme melden. Hier wird die Distribution zentral für Bielefeld und Umgebung organisiert. Kooperationen mit Hausärztinnen und -ärzten, Pflegeheimen und Krankenhäusern sind in Planung.

»Natürlich verschwindet das Virus durch unseren Einsatz nicht«, so Lisa Münstermann. »Aber vielleicht wird die Arbeit einiger Menschen, die in sozialen Einrichtungen oder im Gesundheitswesen arbeiten, sicherer. Wir freuen uns dennoch auf die Zeit, in der wir keine Face Shields mehr brauchen.«


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