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Die Stärke der Kartoffel

Forschende der FH Bielefeld entwickeln Formulierungsverfahren zur Stärkung der Kartoffel in der Kartoffelfruchtfolge.

Lesedauer 2 Minuten, 5 Sekunden, Artikel zuletzt bearbeitet am 1. September 2021
Die Stärke der Kartoffel
Prof. Dr. Anant Patel (Mitte vordere Reihe), Jana Uthoff (vordere Reihe Zweite von rechts), Katrin Corona (vordere Reihe rechts), Dr. Désirée Jakobs-Schönwandt (mittlere Reihe Dritte von links) und Robin Dietsch (mittlere Reihe rechts) von der FH Bielefeld forschen an der Stärkung der Kartoffelfruchtfolge. Foto: Anja Heidsiek

Die Kartoffel ist eine der wichtigsten Kulturpflanzen in Deutschland und Europa. Doch auch an ihr geht der Klimawandel nicht spurlos vorbei. Das sich stetig erwärmende Klima, zunehmende Wetterextreme wie Trockenheit bzw. Starkregenereignisse sowie steigender Schädlingsbefall setzen der Kartoffel stark zu. Erst im vergangen Jahr war der Aufschrei in der Bevölkerung groß, als es durch die Trockenheit zu einer Kartoffelknappheit und damit zu einer Steigerung der Preise kam.

Forschende der Fachhochschule (FH) Bielefeld setzen sich jetzt in einem Verbundprojekt mit der Hochschule Rhein-Waal, und den Firmen BIOCARE und Feldsaaten Freudenberger damit auseinander, wie Kartoffeln gegenüber Umwelteinflüssen besser geschützt werden können und so ein höherer Ertrag erzielt werden kann. Unterstützt wird das Projekt zusätzlich durch Wissenschaftler der Uni Kassel und des Julius-Kühn-Institutes in Braunschweig. Das Forschungsprojekt »Entwicklung von innovativen Formulierungsverfahren mit Nutzpilzen als neuartige Pflanzenstärkungsmittel für die Kartoffelfruchtfolge (FORK)« wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Von den Mitteln gehen 400.000 Euro an die FH Bielefeld. Hier forschen Prof. Dr. Anant Patel und seine Mitarbeiterinnen Dr. Désirée Jakobs-Schönwandt, Katrin Corona sowie die Doktorandin Jana Uthoff und der Doktorand Robin Dietsch vom Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik an dem Dreijahresprojekt.

Voraussetzung für eine optimale Pflanzenentwicklung sind sowohl eine ausreichende Nährstoffversorgung und gute Bodenbedingungen als auch starke, gut bewurzelte Pflanzen, die widerstandsfähig gegenüber Schädlingen wie Nematoden (Fadenwürmer) sind. »Das Besondere ist, dass wir sowohl die Kartoffel als auch die Zwischenfrucht stärken wollen«, erklärt Dr. Desireé Jakobs-Schönwandt. Eine Zwischenfrucht, wie z.B. Phacelia, wird im Herbst gepflanzt und sorgt dafür, dass sich die Bodenbedingungen verbessern. Manche Arten können zudem die Fadenwurmvermehrung reduzieren. Dies verbessert so langfristig die Qualität der Kartoffeln, die in der Fruchtfolge dann im Frühjahr gepflanzt werden. Auch die Kartoffel selbst kann durch bestimmte Nutzpilze gestärkt werden.

Das Gesamtziel des Verbundvorhabens ist es also, Formulierungs- und sogenannte Ummantelungsverfahren, Saatgutcoatings, mit verschiedenen Nutzpilzen zu entwickeln, die die Fruchtfolge nachhaltig stärken sollen. Bei der Kartoffel kommen dabei Nutzpilze zum Einsatz, die die Kartoffel vor Insekten sowie ungünstigen Umweltfaktoren schützen. Die Zwischenfrucht wird hingegen mit anderen Nutzpilzen behandelt, die sich auf Fadenwürmer als Beute spezialisiert haben und so die Leistung der Zwischenfrucht unterstützen. »Der Schwerpunkt der Forschung bei uns an der FH liegt darauf, die Formulierungen zu entwickeln. Das bedeutet, dass wir sicherstellen, dass alle Bestandteile des Coatings aktiv arbeiten und somit die Pflanze stärken«, erzählt Jakobs-Schönwandt. »Besonders interessieren uns hier neue biologische abbaubare Materialien.« Ergänzt Prof. Patel. Für die Zukunft erhoffen sich die Forschenden, dass sich diese Methode auch auf anderes Saatgut anwenden lässt, um noch mehr Pflanzen gegen widrige Umweltbedingungen zu rüsten.

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