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MiMis bauen Brücken


Gesundheitsprojekt für Migranten besteht seit zehn Jahren …

Artikel vom 17. 10. 2019
MiMis bauen Brücken
Auf diesem Archivfoto aus dem Gründungsjahr 2009 überreicht Landrat Sven-Georg Adenauer den ersten Gesundheitslotsen ihre Zertifikate. Im Vordergrund Adelina Peqani, die aus dem Kosovo stammt. Foto: Kreis Gütersloh
Vor zehn Jahren startete der Kreis Gütersloh mit der finanziellen Unterstützung der Betriebskrankenkassen von Bertelsmann und Miele das »MiMi« genannte Gesundheitsprojekt für Migranten. Dieses Jubiläum war Anlass für eine Feier im Gütersloher Brauhaus mit dem der ehrenamtliche langjährige Einsatz von Migrantinnen und Migranten gewürdigt wurde, mit dem sie Menschen unterschiedlicher Herkunft in der jeweiligen Muttersprache über den Zugang zum deutschen Gesundheitssystem informieren. Ziel des Projekts ist es, den Migrantinnen und Migranten, die noch keine oder wenig Erfahrungen mit dem sehr differenzierten Gesundheitssystem in Deutschland und im Kreis Gütersloh haben, Wege aufzuzeigen, wo und wie sie medizinische Hilfen erhalten oder welche Präventionsmaßnahmen, wie Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch genommen werden können.

Das MiMi-Projekt wurde vom Ethno-Medizinischen Zentrum (EMZ) entwickelt und wird in Deutschland und Österreich an mehr als 70 Standorten umgesetzt. Derzeit sind rund 30 gut integrierte Migrantinnen und Migranten in allen Städten und Gemeinden im Kreis Gütersloh aktiv. Diese »MiMis« sind in unterschiedlichen Themen in Bereichen der Gesundheitsversorgung, Prävention und Gesundheitsförderung geschult. So vermitteln sie beispielsweise Informationen über gesunde Ernährung und Bewegung, erklären Wege zur seelischen Gesundheit und wie die Gesundheit von Kindern gefördert werden kann. Sie führen die Informationsveranstaltungen entweder im Alleingang oder im Tandem mit Angehörigen von Gesundheits- und Sozialberufen in verschiedenen Einrichtungen und Treffpunkten durch. Hierzu gehören zum Beispiel Nachbarschaftstreffpunkte, Jugendtreffs, Pro Familia, Sprachschulen, Rathäuser, Familienzentren und Flüchtlingsunterkünfte. Seit Anfang 2016 ist die Mediatorenkoordination bei den AWO Fachdiensten für Migration und Integration angesiedelt.

»Insgesamt wurden bisher rund 545 muttersprachliche Informationsveranstaltungen durchgeführt. Wenn von einer Mindestteilnehmerzahl von zehn Migrantinnen und Migranten pro Informationsveranstaltung ausgegangen wird, dann wurden mit den »MiMi«-Veranstaltungen im Kreis Gütersloh mehr als 5.500 Migrantinnen und Migranten erreicht«, erläuterte Christel Kunz, »MiMi«-Projektleiterin beim Kreis Gütersloh, bei ihrem Rückblick auf der Feier. Die meisten Veranstaltungen wurden zu den Themen Gewaltprävention, Kindergesundheit, seelische Gesundheit sowie Ernährung und Bewegung durchgeführt.

Mit der Feier zum zehnjährigen Bestehen sollten vor allem die »MiMis« für ihr Engagement und ihren kultursensiblen Einsatz gewürdigt werden. Eingeladen waren auch Fachkräfte aus dem Gesundheits- und Sozialbereich, die als Referenten bei Schulungen oder als Tandempartner bei »MiMi«-Veranstaltungen mitwirken sowie Vertreter von Politik und Kooperationspartner des »MiMi«-Projekts. Die gute Resonanz machte deutlich, wie gut vernetzt das »MiMi«-Projekt im Kreis Gütersloh mit Gesundheitseinrichtungen und Beratungsstellen in den Kommunen bereits ist.

»Dass die Menschen, die aus fremden Ländern zu uns gekommen sind und hier leben und arbeiten, den richtigen Zugang zu unserem sehr ausdifferenzierten Gesundheitssystem finden, hat für uns als Kreis Gütersloh einen hohen Stellenwert«, betonte Thomas Kuhlbusch, Dezernent für Gesundheit, Ordnung und Recht des Kreises Gütersloh in der Begrüßungsrunde. Er dankte insbesondere den »MiMis« für ihren unermüdlichen und engagierten Einsatz, aber auch den Betriebskrankenkassen Bertelsmann und Miele für die langjährige finanzielle Unterstützung. »Wie wichtig die von den Mimis vermittelten Informationen sind, wird gerade dann greifbar, wenn man an Notsituationen denkt, in denen schnelle Hilfe nötig ist, oder wenn man an Situationen denkt, in denen chronische und schwere Erkrankungen medizinische oder pflegerische Hilfen erforderlich machen. Aber auch, dass die Präventionsmaßnahmen bekannt sind, ist uns wichtig.«

Die Frage, ob man bei einem Projekt, das bereits zehn Jahre erfolgreich laufe, noch von einem Projekt sprechen könne, beantwortete Miriam Wigand vom Team Gesundheitsförderung der Bertelsmann BKK mit einem positiven Ausblick. »Das zehnjährige ›MiMi‹-Jubiläum im Kreis Gütersloh zeigt, dass aus Projekten nachhaltige Programme entstehen können. Wir möchten durch unser Engagement weiterhin, einen Beitrag zum Aufbau gesundheitlicher Chancengleichheit leisten«, freut sich Miriam Wigand über die auch in Zukunft bestehende Kooperation. »Es ist beispielhaft, wie durch die Umsetzung dieses Multiplikatorenkonzepts die Gesundheitsförderung und Prävention gezielt gestärkt werden kann«, würdigte auch Peter Kinnett, stellvertretender Vorstand der Miele BKK, mit großer Wertschätzung und Dank die Arbeit der »MiMis«: »Besonders erfreulich ist die mit Unterstützung der Gesundheitsmediatoren erreichte Selbständigkeit, wenn es um die familiäre Gesundheit geht.«

Ramazan Salmann, Geschäftsführer des EMZ und Vater der bundesweit ins Leben gerufenen »MiMi«-Projekt machte deutlich, dass »MiMi« nicht nur Brücken zwischen Migranten und dem deutschen Gesundheitssystem, sondern auch zwischen den Kulturen baue. Es vermittle die Erkenntnis, dass man als Migrant gleichermaßen stolz auf das Land zu sein, in dem man lebe.

Dr. Anne Bunte, Leiterin der Gesundheitsabteilung beim Kreis, dankte ganz besonders Anila Börger, die als »MiMi«-Koordinatorin für den fachlichen Austausch der Gesundheitsmediatoren untereinander verantwortlich ist. Inge Trame von der Gleichstellungsstelle der Stadt Gütersloh überreichte allen »MiMi«-Gesundheitsmediatorinnen und -mediatoren als Dank ein internationales Kochbuch.

Mit einem unterhaltsamen und zugleich informativen Beitrag sorgten die »MiMis« für einen humorvollen Abschluss. Der musikalische Rahmen gestaltete der Chor »Koro Turco Gütersloh«.

Informationen zum »MiMi«-Gesundheitsprogramm erhalten Interessierte unter folgenden Telefonnummern (05241) 4033815 oder (05241) 823586.

Zum Thema

Damit ist »MiMi« das bisher größte Präventionsprogramm für Migranten in Europa. 2015 erhielt das Projekt den Europäischen Gesundheitspreis (European Health Award). »MiMi« ist zudem Best Practice Beispiel und Case Study der Weltgesundheitsorganisation WHO.

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