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Vortrag: Argumente gegen Parolen und Populismus


Dem rechten Sprücheklopfer Konter geben …

Artikel vom 11. 10. 2019
Vortrag: Argumente gegen Parolen und Populismus
Die Organisatoren vom Kreis Gütersloh Manuel Erdmeier (Kommunales Integrationszentrum), Sandra Jürgenhake (Abteilungsleiterin Bildung) und Agnieszka Salek (Sachgebietsleiterin Kommunales Integrationszentrum) haben im Rahmen der Interkulturellen Woche Prof. Dr. Klaus-Peter Hufer (Zweiter von links) eingeladen. Der Experte gab in seinem Vortrag Tipps, wie man sich erfolgreich gegen Stammtischparolen wehren kann. Foto: Kreis Gütersloh
Laut, plakativ, emotional, aggressiv, dogmatisch und voller Vorurteile – die sogenannten rechten Stammtischparolen haben längst die Kneipe verlassen und schleichen sich immer mehr in die Gesellschaft. Sie tauchen unvermittelt auf: Im Supermarkt, in der Straßenbahn oder sogar bei Familienfeiern. Doch wie reagiert man am besten darauf? In seinem Vortrag »Argumente gegen Parolen und Populismus« ging Prof. Dr. Klaus-Peter Hufer auf dieses alltägliche Gesellschaftsphänomen ein und gab Tipps für einen Konter. Rund 80 Interessenten hatten sich zu der ausgebuchten Veranstaltung im Rahmen der interkulturellen Woche des Kommunalen Integrationszentrums des Kreises angemeldet.

Worte können sprachlos machen: Populistische Parolen überrumpeln häufig ihre Zuhörer und hinterlassen dann eine Welle der Fassungslosigkeit. Erst viel später fallen einem die guten Kontersprüche ein. »Zwar gibt es keine Standardargumente gegen solche unsachlichen Kommentare, doch man sollte sie niemals stumm im Raum stehen lassen«, erklärte Hufer. In seinem Vortrag ging es nicht prinzipiell um Schlagfertigkeit oder um Widerspruch um jeden Preis. »Man sollte sich niemals blindlings in Gefahr begeben, sondern die Situation und seine eigenen Handlungsmöglichkeiten ausloten.« Für seine eigene Meinung einzustehen, sich für andere einzusetzen und Andersdenkenden mit sachlichen Argumenten entgegenzutreten, erfordere eine große Portion Mut. Wer sie aufbringe, beweise Zivilcourage.

»Ich habe ja nichts gegen die, aber …« – So beginnt eine typische Stammtischparole. Die rechten Sprüche sind leicht zu entlarven und zeigen sich in verschiedenen Facetten: Sie können Ausdruck von Rassismus, Antisemitismus oder Sexismus sein. Vor dem aktuellen gesellschaftlichen Hintergrund richten sie sich verstärkt gegen Ausländer und schüren gezielt auch islamfeindliche Vorurteile. In der Regel sind die Parolen emotionsgeladen, unsachlich und verallgemeinernd. Die beste Möglichkeit, ihnen entgegen zu treten, ist mit besonnenen, rationalen Argumenten. »Doch leider gibt es nicht für jede Stammtischparole einen maßgeschneiderten Konter«, erläutert Hufer. Wie einseitig eine Debatte mit einem Populisten ablaufen kann, bewies er den Zuschauern in einem kleinen Rollenspiel. Um dem Sprücheklopfer den Wind aus den Segeln zu nehmen, hatte der Experte einige Tipps mitgebracht. »Man sollte niemals zu komplex argumentieren. Der Gesprächspartner wird wahrscheinlich keinen logischen Begründungen folgen und alles verneinen.« Verallgemeinerungen sollte man ablehnen, keine Themensprünge zulassen und dann den Spieß einfach umdrehen und seine Aussage immer weiter hinterfragen: Wer dieser Strategie folgt, werde den Populisten schnell in die Enge treiben.

»Trauriger Fakt ist: Man wird den Sprücheklopfer in der Regel nicht überzeugen«, weiß der Experte. Denn wenn jemand massiv auftritt und seine rechten Parolen verkündet, suche er erfahrungsgemäß keine Debatte, sondern Streit. Logische Argumente und Fakten treffen bei ihm auf taube Ohren. Aber warum macht ein Widerspruch dann überhaupt Sinn? Warum sollte man sich trotzdem auf eine Diskussion mit dem Sprücheklopfer einlassen? Hufer: »Besonders in öffentlichen Situationen, in denen mehrere Zuhörer involviert sind, ist es wichtig das Schweigen zu brechen. Die Parole dürfe keinesfalls unkommentiert stehen bleiben.« Denn auch wenn der Sprücheklopfer nicht von seiner Meinung abzubringen ist und jegliche rationalen Argumente negiert, kann man andere davon abhalten, sich seiner Meinung unreflektiert anzuschließen und zum Nachdenken anregen.

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