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Demenz: Keine rein medizinische Herausforderung


DAK im Dialog mit Minister Laumann und weiteren Experten …

Artikel vom 11. 10. 2019
Demenz: Keine rein medizinische Herausforderung
Rund 1,7 Millionen Menschen mit Demenz leben derzeit in Deutschland. Jahr für Jahr kommen annähernd 300.000 Erkrankte hinzu, somit ist bis 2050 mit einer Verdopplung zu rechnen. Die DAK-Gesundheit lud zu diesem Thema NRW-Gesundheitsminister Laumann und weitere Experten zum DAK-Dialog ein. Im Mittelpunkt stand neben der Forderung nach Forschung und medizinischen Fortschritten die Frage, wie sich die Situation der Demenzkranken und deren Angehörigen verbessern lässt.

Die Herausforderungen, denen sich Demenzkranke täglich stellen, sind oft jenseits jeder Normalität. Das stückweise Vergessen nimmt den Betroffenen ein Stück Persönlichkeit und belastet im Besonderen das soziale Umfeld mit zunehmendem Betreuungsaufwand. »Angehörige, die an Demenz erkrankte Personen betreuen oder pflegen, berichten häufig von erheblicher Erschöpfung und auch Beeinträchtigungen des Privatlebens«, so Klaus Overdiek, Leiter der DAK-Landesvertretung in Nordrhein-Westfalen. »Wir müssen auch für Angehörige flächendeckende Angebote der Beratung und Information sowie unterstützende Leistungen anbieten.« Das Thema Demenz fordere die Gesellschaft nicht nur auf medizinischer Ebene. Es sei auch die Frage zu stellen, wie das Leben mit Demenz für die Betroffenen und deren Angehörige würdig gestaltet werden könne. »Wenn keine Behandlungsmöglichkeit für diese bislang unheilbare Erkrankung entwickelt wird, müssen wir bis 2050 mit weit mehr als drei Millionen betroffenen Menschen rechnen. Das ist aus meiner Sicht nicht hinnehmbar.«

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hielt einen Impulsvortrag zum Thema »Leben mit Demenz in Nordrhein-Westfalen« und nahm dabei Bezug auf die Bedürfnisse der Demenzerkrankten sowie ihre gesellschaftliche Teilhabe. Außerdem informierte er über die aktuellen Maßnahmen der Landesregierung im Bereich Demenz und Pflege. Dazu gehöre zum Beispiel die Stärkung pflegender Angehöriger, Beratungsangebote wie die »Regionalbüros Alter, Pflege und Demenz« oder die Verbesserung der Pflegesituation in Nordrhein-Westfalen.

Dr. Bergmann, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein erläuterte die Sicht der Mediziner zur Situation der Demenzkranken. Durch die anschließende Podiumsdiskussion führte der bekannte 1-Live-Moderator Olli Briesch. Daran nahmen weitere Experten teil. Gabriele Regina Overwiening schilderte die Sicht der Apotheker. Als Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe machte Sie deutlich, dass es auch um Unterstützung und Stärkung der öffentlichen Apotheken, die Demenzkranke wohnortnah beraten und versorgen. Jochen Wagner, der sich zusammen mit seiner Ehefrau Rosemarie Drenhaus-Wagner für die Interessen der Angehörigen von Personen mit einer Demenz einsetzt sprach für die Initiative Dialogforum Demenz und die Alzheimer Angehörigen-Initiative e.V. »Wir wollen die betroffenen Angehörigen möglichst früh im Krankheitsverlauf erreichen, um sie für die Betreuung und Pflege zu befähigen, zeitlich und sozial zu entlasten und der krankheitsbedingten Vereinsamung mittels Teilhabe entgegenzuwirken.«

Klaus Overdiek zog ein positives Fazit: »Wir dürfen das Thema Demenz nicht aus dem Blick verlieren. Diese Erkrankung ist eine der zentralen Herausforderungen der Zukunft. Gerade auch im Bereich der Pflege wird es zunehmend darauf ankommen, Bedarfe zu erkennen und vorausschauend zu planen.« Das sei auch bei der Idee der DAK-Gesundheit zu den sogenannten Pflegekompetenzzentren, kurz Reko, ein wichtiger Aspekt.

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