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TÜV-Nord.Sommer-Tipps 2019


Sommer, Sonne, Urlaubszeit – für viele beginnt nun die schönste Zeit des Jahres. Das warme Wetter und die Schulferien laden zu Ausflügen, Urlaubsreisen und Wochenendtrips ein …

Artikel vom 25. 6. 2019
TÜV-Nord.Sommer-Tipps 2019
Foto: Clubfoto, iStock
Sommer, Sonne, Urlaubszeit – für viele beginnt nun die schönste Zeit des Jahres. Das warme Wetter und die Schulferien laden zu Ausflügen, Urlaubsreisen und Wochenendtrips ein. Ob für den Campingurlaub, technische Besonderheiten, die es an heißen Tagen zu beachten gilt, oder für eine sichere Fahrt zum Reiseziel: TÜV Nord Gütersloh gibt Tipps rund um Sicherheit und Mobilität im Sommer.

1) Unterwegs in der mobilen Ferienwohnung

Wer Camping mag, aber auf gewisse Annehmlichkeiten nicht verzichten will, steht oft vor der Wahl zwischen einem Reisemobil und einem Caravan. Gut eine Millionen Deutsche trugen sich laut einer Umfrage 2018 mit der Absicht, sich innerhalb der nächsten zwei Jahre eines dieser Gefährte anzuschaffen1. Das ist Rekord und Grund genug für TÜV Nord, einmal die jeweiligen Vor- und Nachteile zu beleuchten, und einige Profi-Tipps zu geben.

Caravan oder Reisemobil?

Günstig und flexibel ist man mit dem gezogenen Wohnwagen oder auch Caravan unterwegs. Am Zielort angekommen, kann man nämlich den Hänger abkoppeln und den Pkw für Ausflüge nutzen. Die Kosten für Anschaffung und Wartung halten sich in Grenzen und auch in puncto Steuern und Versicherung sind Anhänger vergleichsweise günstig: Für jede angefangenen 200 kg an Eigengewicht fallen jährlich 7,50 Euro beim Staat und etwa 20 Euro für die Haftpflicht an.

Quelle: IfD Allensbach

Nachteilhaft ist, dass nicht jeder Pkw, schwerere Anhänger ziehen darf. Hier lohnt sich ein Blick auf die maximale Zuglast des Autos im Fahrzeugschein, bevor man seine Wahl trifft. »Es bedarf außerdem ein wenig Übung, um ein Gespann sicher zu bewegen, besonders beim Rangieren oder auf Fahrbahnen mit Gefälle«, weiß Stephan Schmidt, Leiter der TÜV-Station Gütersloh. Zudem darf man ohne Ausnahmegenehmigung mit dem Gespann in Deutschland nur mit maximal 80 Kilometern pro Stunde auf Autobahnen unterwegs sein. Unter bestimmten Voraussetzungen lässt sich die Höchstgeschwindigkeit aber auf 100 Kilometer pro Stunde erweitern. »Dafür muss beispielsweise das Zugfahrzeug über ein Antiblockiersystem verfügen und es müssen bestimmte bauliche Bedingungen beim Anhänger erfüllt sein. Wenn alles passt, kann ein entsprechendes Gutachten bei uns erworben werden. Hierzu beraten wir auch im Vorfeld«, sagt der TÜV-Experte. Der Aufenthalt im Caravan ist während der Fahrt übrigens strikt untersagt.

Einfacher ist es da mit einem Reisemobil, umgangssprachlich auch Wohnmobil genannt. Die fahrbaren Unterkünfte sind leichter zu steuern und dürfen zudem schneller gefahren werden. »Die Richtgeschwindigkeit von Reisemobilen mit bis zu 3,5 Tonnen Gesamtmasse liegt auf deutschen Autobahnen bei 130 Kilometer pro Stunde. Schwerere Fahrzeuge dürfen maximal 100 Kilometer pro Stunde schnell sein, für sie gelten außerdem die Regelungen für Lkws, beispielsweise hinsichtlich Überhol- und Durchfahrtsverbote«, weiß Schmidt. Moderne Mobile bieten oftmals mehr Reisekomfort und Mitfahrende dürfen sich während der Fahrt zudem im Wohnraum aufhalten, sofern sie entsprechend gesichert sind.

Das alles hat allerdings auch seinen Preis. Reisemobile sind bei den Kosten für Anschaffung und Wartung meist teurer. Da sie über einen eigenen Antrieb verfügen, sind auch Kfz-Steuer und Versicherungskosten merklich höher. Zudem ist man am Zielort weniger flexibel: Wer seinen Tagesausflug nicht zu Fuß oder mit dem Fahrrad bestreiten will, ist dann auf einen Mietwagen angewiesen.

Welchen Führerschein braucht man?

Wer vor 1999 seinen Führerschein erworben hat, darf Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von maximal 7,5 Tonnen führen. Hierzu zählt neben dem Eigengewicht des Fahrzeugs immer auch das Gewicht der Passagiere und sämtlicher Ladung. Sollen auch jüngere Fahrer das Steuer übernehmen, muss bedacht werden, dass Fahrer mit dem neueren Führerschein der Klasse B Reisemobile von höchstens 3,5 Tonnen fahren dürfen. Für schwerere Fahrzeuge von bis zu 7,5 Tonnen benötigen sie dann den Lkw-Führerschein der Klasse C1.

Schmidt: »Bei Caravans ist zu beachten, dass die Höchstgrenze von 3,5 Tonnen für das Auto und den Hänger zusammen gilt – auch hier inklusive Passagiere und Ladung.« Durch den Zusatz B96 für den B-Führerschein, kann die Obergrenze für das Gespann auf 4,25 Tonnen erhöht werden. Hierfür ist nur eine rund siebenstündige Schulung ohne Prüfung notwendig. Um noch mehr ziehen zu dürfen, muss man den Führerschein der Klasse BE machen. Dann darf der Wohnwagen eine zulässige Gesamtmasse bis 3.500 Kilogramm haben. An vielen TÜV-Stationen kann man übrigens sein Reisemobil oder Caravan wiegen lassen. »Das hilft bei den Urlaubsvorbereitungen, denn man kann besser einschätzen, ob man das Fahrzeug überlädt«, rät der Stationsleiter.

Eine Frage der Sicherheit: Gasanlage checken lassen

Reisemobil oder Caravan – wofür man sich auch entscheidet, die Regelungen für die Hauptuntersuchung sind bei beiden Varianten größtenteils gleich: Fabrikneue Kraftfahrzeuge müssen erstmalig nach drei Jahren und danach alle zwei Jahre zum TÜV. Einzige Ausnahme bilden Reisemobile, die eine höhere Gesamtmasse als 3,5 Tonnen aufweisen. Diese müssen ab dem siebten Zulassungsjahr einmal alle zwölf Monate geprüft werden.

Eine der Hauptbedingungen für das Bestehen der HU ist eine sichere Gasanlage, sofern diese vorhanden ist. »Austretendes Gas kann in einem geschlossenen Innenraum schnell zu Erstickung führen. Und durch die hohe Entflammbarkeit kann bereits die kleinste Funkenentwicklungen bei einer Leckage eine Explosion hervorrufen«, sagt Schmidt. Es ist aus Sicherheitsgründen also unerlässlich, dass die Gasanlage in einem guten Zustand ist. Bei Reisemobilen muss sie daher alle zwei Jahre von zugelassenen Sachverständigen, wie denen von TÜV Nord, überprüft werden. »Viele Camper erledigen das bei uns gerne in einem Rutsch zusammen mit der Hauptuntersuchung. Das spart schon mal einen Termin«, so Schmidt.

Zwar gibt es für Caravans seitens des Gesetzgebers keine Pflicht, die Gasanlage überprüfen zu lassen, trotzdem ist der Check auch hier dringend zu empfehlen. Schmidt: »Eine falsch angeschlossene oder defekte Gasanlage kann sehr gefährlich werden. Viele Campingplatzbetreiber fordern aus diesem Grunde eine entsprechende Plakette auch bei Wohnwagen.«

2) Technikratgeber für den Sommer

Wer im Physikunterricht gut aufgepasst hat, weiß, dass Hitze Form und Verhalten von Stoffen verändern kann. Das gilt auch für unterschiedliche Komponenten im und am Fahrzeug. Stephan Schmidt, Leiter der TÜV-Station Gütersloh weiß, worauf man jetzt achten sollte.

Frostschutz auch an heißen Tagen?

Frostschutzmittel im Sommer verwenden – das klingt erst einmal unnötig. »Trotz hoher Temperaturen ist das richtige Gemisch an Frostschutzmittel und Kühlwasser aber wichtig für den Motor. Die Mittel enthalten Additive, die das Kühlsystem des Wagens vor Kalk und Rost schützen. Zudem erhöht es den Siedepunkt des Kühlwassers und sorgt dafür, dass die Wärme besser abgeleitet werden kann«, weiß Stephan Schmidt, Leiter der TÜV-Station Gütersloh.

Kurzfristig ist es in den Sommermonaten zwar möglich, kalkarmes oder besser noch destilliertes Wasser in den Kühlwasserbehälter nachzufüllen. Langfristig sollte jedoch der Inhalt fachgerecht durch das korrekte Gemisch gemäß Herstellerangaben ersetzt werden. »Auch dabei ist Vorsicht geboten«, sagt der TÜV-Experte. »Mischt man unterschiedliche Frostschutzmittel miteinander, so kann das schlimmstenfalls zu Motorschäden führen.« Wer sich nicht sicher ist, sollte den Kühlwasserbehälter vom Profi in der Werkstatt des Vertrauens befüllen oder zumindest die Befüllung überprüfen lassen.

Hitze kann der Autoelektronik schaden

Wer im Sommer in der prallen Sonne parkt, muss damit rechnen, dass sich die Innenräume des Wagens in kurzer Zeit stark aufheizen. Was viele nicht wissen: Zu hohe Temperaturen können der Elektronik im Auto schaden. »Im Regelfall liegt der Toleranzbereich von elektronischen Systemen im Kfz zwischen Minus 40 und etwa plus 80 Grad Celsius«, erklärt Schmidt. »An einem heißen Sommertag wird diese Höchstgrenze im Motorraum oder in der Fahrzeugkabine schnell erreicht. Dadurch können die Halbleiter überhitzen.« Im schlimmsten Fall führt das zum Ausfall von Sicherheitssystemen wie ABS oder Airbags.

Die Abkühlung des Raums durch eine voll aufgedrehte Klimaanlage sollte aber vermieden werden. Durch einen zu schnellen Temperaturabfall können sich Risse in den Platinen bilden und die Systeme zusätzlich geschädigt werden. »Am besten beugt man vor, indem man beim Parken eine Sonnenschutzplane verwendet. Über die Windschutzscheibe gespannt, reflektiert diese die Sonnenstrahlen und sorgt dafür, dass sich Innenraum und Armaturen nicht so schnell aufheizen«, weiß der Stationsleiter. Das schont die Systeme und trägt somit zur Sicherheit im Straßenverkehr bei.

Nicht ganz volltanken

Wenn die Kraftstoffpreise einmal niedrig sind, ist man dieser Tage schnell versucht, den Tank bis zum Rand zu füllen. Auch vor langen Fahrten in den Urlaub tankt man gerne mal bis zur Obergrenze. Das birgt im Sommer allerdings Risiken, wie Schmidt weiß: »Bei hohen Temperaturen dehnt sich der Kraftstoff aus. Wenn im Tank nicht genug Platz vorhanden ist, kann dies zur Folge haben, dass er überläuft.« Damit erhöht sich das Risiko für einen Brand. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, dass es zu Lackschäden kommt, wenn der Kraftstoff durch den Tankdeckel austritt. Daher sollte man im Sommer nicht weitertanken, wenn die Abschaltautomatik der Zapfpistole greift.

Auch Reservekanister gilt es, im Sommer besser nicht bis zum Rand zu füllen – vor allem bei Behältern, die im Kofferraum mitgeführt werden. »Neben der erhöhten Brandgefahr können sich durch den Kraftstoffaustritt gesundheitsschädliche Dämpfe im Wagen verteilen und zu Kopfschmerzen, Übelkeit oder Benommenheit führen. Das kann während der Fahrt schlimme Folgen haben«, so der TÜV-Experte.

3) Für den entspannten Start in den Urlaub

Bald beginnen auch bei uns die Sommerferien und das Auto ist nach wie vor das beliebteste Transportmittel der Deutschen, um in den Urlaub zu fahren. Es ist oft die günstigste Fortbewegungsart und man bleibt auch am Reiseziel mobil. Umso ärgerlicher ist es, wenn das Fahrzeug unterwegs eine Panne hat und die erholsame Zeit mit Frust beginnt. Stephan Schmidt, Leiter der TÜV-STATION Gütersloh gibt daher Tipps, mit welchen Vorbereitungen man der Autoreise ganz gelassen entgegensehen kann.

Fahrzeugchecks gegen Reisefrust

Durch die oftmals langen Fahrzeiten und das erhöhte Gesamtgewicht durch das zusätzliche Gepäck wird der Wagen stärker belastet als gewöhnlich. »Gerade fern der Heimat ist man zudem stärker darauf angewiesen, dass das Fahrzeug fehlerfrei funktioniert. Dies gilt insbesondere für Fahrwerk, Bremsen und Reifen, deren einwandfreier Zustand lebenswichtig ist«, sagt der Stationsleiter. »Wer eine lange Autofahrt plant, um an sein Urlaubsziel zu kommen, ist daher gut beraten, seine Hauptuntersuchung vorzuziehen.« Kleinere Checks können Fahrzeughalter auch selbst durchführen, wie zum Beispiel die Überprüfung des Reifendrucks oder der Flüssigkeitsstände. Die Prüfung von Bremsen, Fahrwerk sowie Reifenzustand überlässt man hingegen besser den TÜV-Experten. Um Zeit zu sparen, ist es ratsam, sich online bequem und kostenlos einen Termin unter www.tuev-nord.de zu sichern.

Clever und sicher packen

Das richtige Beladen ist für eine sichere Fahrt das A und O und kann schweren Unfällen vorbeugen. Für die Sicherheit unterwegs sollte man die wichtigsten Punkte zum richtigen Verstauen des Gepäcks beachten: Schwere Gegenstände gehören im Kofferraum grundsätzlich nach unten. Sobald Reisetaschen und Co. im Laderaum über die Rückenlehne hinausragen, sollte zur Sicherheit ein geeignetes Schutzgitter oder -netz angebracht werden. »Dieses verhindert, dass die Ladung bei einer Vollbremsung zum gefährlichen Geschoss wird. Wem das nicht möglich ist, der kann auch Decken über das Gepäck legen und mit stabilen Gurten fixieren«, so Schmidt. »Man sollte allerdings darauf achten, dass wichtige Utensilien wie Warndreieck, Warnweste, Erste-Hilfe-Kasten und Papiere stets schnell zugänglich bleiben.«

Wer diese Tipps beachtet, kann der heißen Jahreszeit und seiner wohlverdienten Urlaubsreise entspannt entgegensehen. TÜV Nord wünscht allen einen schönen Sommer.

Über die TÜV Nord Group

Vor 150 Jahren gegründet, stehen wir weltweit für Sicherheit und Vertrauen. Als Wissensunternehmen haben wir die digitale Zukunft fest im Blick. Ob Ingenieurinnen, IT-Security-Experten oder Fachleute für die Mobilität der Zukunft: Wir sorgen in mehr als 70 Ländern dafür, dass unsere Kunden in der vernetzten Welt noch erfolgreicher werden. Mehr Informationen finden sich unter: www.tuev-nord-group.com

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