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Was hat die blaue Libelle mit Heimat zu tun?


Kunstprojekt des Städtischen Gymnasiums zum Thema Heimat, Ausstellung »Langenachtderkunst« – 18. Mai, Mensa des Städtischen Gymnasiums …

Artikel vom 15. 5. 2019
Was hat die blaue Libelle mit Heimat zu tun?
Die Schülerinnen und Schüler des Kunstprojekts „Heimat“ gemeinsam mit Dr. Martina Schwartz-Gehring (Osthushenrich-Stiftung), Britta Jünemann (Stellvertretende Schulleiterin Städtisches Gymnasium), Anne Haverland (Projektleiterin vom Städtischen Gymnasium) und Anne Majcen (Kommunikationsdesignerin)
Gütersloh (gpr). Ist Heimat ein Ort? Eine Gemeinschaft? Ein Gefühl? Mit diesen Fragen haben sich Schülerinnen und Schüler der Internationalen Klasse des Städtischen Gymnasiums gemeinsam mit Mitschülern aus den Regelklassen auseinandergesetzt. Im Rahmen des von der Osthushenrich-Stiftung geförderten Projekts sind außergewöhnliche Kunstwerke entstanden, die am Samstag bei der »Langenachtderkunst« in der Mensa des Städtischen Gymnasiums präsentiert werden.

Die kreative Auseinandersetzung mit dem Thema soll den Kindern helfen, verborgene Gefühle, aber auch Gedanken rund um das Thema Heimat auszudrücken. »Musik und Kunst können helfen einen emotionalen Zugang zu schaffen«, sagt Britta Jünemann, stellvertretende Schulleiterin des Städtischen Gymnasiums. Und bedankt sich herzlich bei der Osthushenrich-Stiftung für die Förderung dieses Projektes. Durch die Unterstützung konnten unter anderem hochwertige Materialien, wie Acrylfarben und Aquarellstifte finanziert werden, mit denen die Schülerinnen und Schüler in den letzten Wochen rund 30 Collagen und Zeichnungen angefertigt haben.

»In diesem Projekt sind ganz tolle und berührende Arbeiten entstanden. Es ist schön, auf diese Art zu erfahren, welche ganz persönlichen Verbindung die jungen Leute zu ihren Herkunftsländern und zu Gütersloh haben«, freut sich Dr. Martina Schwartz-Gehring, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Osthushenrich-Stiftung. Ein großes Lob gab es auch für die Schülerinnen und Schüler der Internationalen Klasse: »Deutsch ist eine schwere Sprache, die ihr schon richtig toll beherrscht«, lobt Schwartz-Gehring die sichtlich stolzen Künstlerinnen und Künstler.

Die große Trompete in der Mitte sticht auf Jobrans Bild hervor. Der 11-jährige berichtet von seiner Liebe zur Musik, die er in seiner neuen Heimat in Gütersloh für sich entdeckt hat. »In Syrien durfte ich kein Musikinstrument erlernen, das ist nur für Erwachsene erlaubt.« Am Städtischen Gymnasium spielt Jobran, der seit einem Jahr in Deutschland lebt, nun in der Bläserklasse die Trompete und ist sichtlich stolz. Auf seinem Heimatbild durfte sie daher natürlich nicht fehlen. Über der syrischen und deutschen Flagge hat Jobran außerdem Notenblätter geklebt, die er in Herzform ausgeschnitten hat. Einen Platz weiter hat Nell eine große blaue Libelle aus Modelliermasse geformt, um ihre Heimat darzustellen und auch auf ihrem Bild findet sich das Insekt mit den blauen Flügeln wieder. »Diese blauen Libellen gibt es an den Flüssen und Seen in Masuren«, erklärt die Sechstklässlerin. In ihrer zweiten Heimat in Polen hat sie die schönen Libellen oft beim Kanufahren am Ufer beobachtet und sie deshalb neben die polnische Landkarte und verschiedene Bilder ihres Lieblingsessens gemalt.

Für viele der Kinder ging es in diesem Kunstprojekt um die verlorene Heimat und den Verlust der stabilen Lebenssituationen. In Gütersloh finden sie eine neue Heimat mit einer fremden Sprache. Aber auch die Kinder aus EU-Zuwandererfamilien sowie Kinder, die in Gütersloh geboren wurden, haben sich im Rahmen des Kunstprojekts mit Fragen zur Heimat beschäftigt. »Ich habe lange überlegt, was Heimat für mich bedeutet«, erzählt Ida. Am Anfang sei es für sie schwierig gewesen es auszudrücken, bis sie verstanden hat: »Heimat ist kein Ort, sondern ein Gefühl.« Das Bild der Gütersloherin zeigt deshalb viele verschiedene Aspekte ihres Lebens. Neben ihrer Familie hat sie ihre Freunde gemalt, in der Mitte ihr Haus mit Garten. Weiter unten zeigen kleine gemalte Rahmen ihre verschiedenen Hobbies und daneben dürfen natürlich auch Idas Haustiere nicht fehlen.

Die Idee zu dem Projekt hatte Anne Haverland, Kunstlehrerin am Städtischen Gymnasium. »Die Jugendlichen der Internationalen Klasse sollten künstlerisch zu Wort kommen, um uns von dem Leben in ihrer Heimat zu berichten.« Schnell sind aber auch viele Schülerinnen und Schüler aus den Regelklassen aus Interesse am Thema und der Lust auf Kunst in das Projekt mit eingestiegen. Mit Unterstützung der Kommunikationsdesignerin Anne Majcen wurden im Vorfeld ein Logo und ein großes Banner sowie ein Konzept erstellt. Seit Februar arbeitet die Kunst-AG gemeinsam mit Anne Haverland und Anne Majcen nun einmal die Woche zusammen und erstellt eigene Collagen und Miniaturwelten. »Zunächst haben wir darüber gesprochen, was Heimat überhaupt ist«, berichtet Haverland. Während einige sofort ihre Ideen und Bilder im Kopf hatten und loslegen konnten, beschäftigten sich andere zunächst mit dem Malen ihrer Landesflagge. »Wir sind dann tiefer eingetaucht und haben gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen überlegt, was Heimat konkret für sie selber bedeutet. Daraus sind ganz unterschiedliche und tolle Kunstwerke entstanden«, ergänzt Majcen.

Aufgeregt sehen die Schülerinnen und Schüler dem Finale ihres Projekts entgegen. »Ich freue mich, dass ich mein Bild meiner Familie am Samstag zeigen kann«, sagt Muzhgan, die aus Afghanistan nach Gütersloh kam. Zum Abschluss des Kunstprojekts werden die kreativen und berührenden Kunstwerke am Samstagabend im Rahmen der »Langenachtderkunst« in der Mensa des Städtischen Gymnasiums ausgestellt. Besucher treffen hier auf weitere Geschichten junger Menschen und ihrer Heimat, wie den Sehnsuchtsorten von Ali im Libanon, der Geschichte hinter den Weinblättern aus Mazedonien und dem rot-weißen Leuchtturm von Ilka.

Samstag, 18. Mai 2018, 20. »Langeachtderkunst«, Mensa des Städtischen Gymnasiums, Moltkestraße

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