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Tierschutzlehrer bilden sich weiter


Zum dritten Mal kamen zur Tierschutzlehrertagung vom Verein »Achtung für Tiere« Gäste aus ganz Deutschland auf den Lebenshof nach Varensell. Die Tagung dient der Weiterbildung und dem Austausch derer, die Tierschutz in die Schule bringen …

Artikel vom 7. 5. 2019
Tierschutzlehrer bilden sich weiter
Tierschutzpädagogen aus ganz Deutschland trafen sich zur dritten Varenseller Tierschutzlehrertagung.
Zum dritten Mal kamen zur Tierschutzlehrertagung vom Verein »Achtung für Tiere« Gäste aus ganz Deutschland auf den Lebenshof nach Varensell. Die Tagung dient der Weiterbildung und dem Austausch derer, die Tierschutz in die Schule bringen.

Alexander Christian, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Dozent am Centrum für Bioethik Münster, erläuterte die hartnäckige Persistenz von Tierversuchen: »Forscher müssen Veröffentlichungen vorweisen und Fachzeitschriften bevorzugen sensationell erscheinende Studien. Um die Übertragbarkeit von Tierversuchsergebnissen auf den Menschen geht es oft nicht.« Tierversuche seien so fehleranfällig wie kaum eine andere Forschungsmethode. Das Resultat: In der Krebsforschung zum Beispiel ließen sich in 92 Prozent der Erkenntnisse nicht auf Menschen übertragen. »Würde man einer Frau sagen, ihr vermeintlich positiver Mammografiebefund werde zu 92 Prozent falsch sein, dann würde sie wohl kaum zur Mammografie gehen. Wissenschaft besteht in der Regel darin, in der Ausbildung erlernte Methoden immer wieder anzuwenden. Die Methode Tierversuch ist tatsächlich auch eine wissenschaftliche Gewohnheit.«

Tierärztin Dr. Martina Kuhtz-Böhnke aus Dorfen entzauberte Standardargumente für Jagd. Der Rückgang von Hase, Fasan und Rebhuhn sei nachweislich menschengemacht. »Die Tiere finden immer weniger Lebensräume. Der Fuchs hat damit gar nichts zu tun.« Angelika Zech- Stadlinger, Oberstudienräten aus Nürnberg, zeigte Beispiele, wie in Grundschulen Tierschutz vermittelt werden und bereits ein Kind Tiere aktiv schützen kann. Karin Ulich, Tierärztin aus Lindau am Bodensee, ging dem Widerspruch zwischen Tierschutzgesetz und Realität in der Massentierhaltung nach, erklärte den Einfluss der Agrarindustrie auf Politik, warum Amtsveterinäre häufig hilflos sind und die Rolle der Justiz. Kaum ein Halter, der Schweine, Rinder oder Vögel leiden und qualvoll sterben lässt, werde verurteilt. Beispiele aus der aktuellen Rechtsprechung, Unterrichtsbeispiele zur Tierversuchsproblematik, ein Theaterstück zum Thema Jagd und andere Fragen zum Tierschutz in der Schule wurden diskutiert.

Das Catering lag in den bewährten Händen ehrenamtlicher Vereinsmitglieder. »Zwei Tage purer Genuss, Vier-Gänge Menüs, Gebäck und abends dann Stockbrotvariationen im Tipi«, schwärmt Vereinsvorsitzende Astrid Reinke. Unsere Tagung ist für diejenigen, die der Einflussnahme vom Tierleid profitierender Interessengruppen etwas entgegensetzen, fachlich wichtig, menschlich motivierend und kulinarisch ein veganer Hochgenuss.«

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