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1.900 Sanierungen im letzten Jahr

IG BAU: »Viel Nachholbedarf« Altbauten im Kreis Gütersloh sollen klimafreundlicher werden

Lesedauer 1 Minute, 30 Sekunden, Artikel zuletzt bearbeitet am 12. März 2019, DOI: https://www.guetsel.de/content/19170/6436650.html
1.900 Sanierungen im letzten Jahr
Unsanierte Altbauten sorgen für hohe Heizkosten – und drücken auf die Klimabilanz. Ein Drittel aller Treibhausgase gehen laut Studien auf das Konto von Gebäuden. Die IG BAU fordert mehr energetische Sanierungen. Foto: IG BAU

Fehlende Wanddämmung, nicht isolierte Dächer, alte Fenster: Unsanierte Gebäude lassen nicht nur die Heizkosten steigen, sie belasten auch das Klima. Altbauten drücken auf die CO2-Bilanz im Kreis Gütersloh, sagt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt. Nach Informationen der IG BAU stammen rund 48.600 Wohngebäude aus der Zeit vor 1979. Damit sind 57 Prozent aller Wohnhäuser im Kreis mindestens 40 Jahre alt, so die Bau- und Umweltgewerkschaft, die sich dabei auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes beruft.

Um effektiv etwas fürs Klima zu tun, muss es, so die IG BAU Ostwestfalen-Lippe, deutlich mehr energetische Altbausanierungen geben. »Wichtig ist dabei, dass Mieter und Eigenheimbesitzer nicht auf den Kosten sitzen bleiben«, sagt Bezirksvorsitzende Sabine Katzsche-Döring. Zwar dürften Vermieter ab diesem Jahr nur noch acht statt wie bisher elf Prozent der Sanierungskosten auf die Miete umlegen. »Aber für viele Menschen mit niedrigen Einkommen ist auch das zu viel«, betont Katzsche-Döring. Der Staat müsse die Gebäudesanierungen deshalb stärker als bisher fördern. Davon sollten dann auch Besitzer von Eigenheimen profitieren, die für ihre eigenen vier Wände hart gespart hätten.

»Im Moment steht der Verkehr im Mittelpunkt der Debatte. Dabei machen Gebäude ein Drittel aller Treibhausemissionen aus«, so Katzsche-Döring. Die bisherigen Sanierungsmaßnahmen reichten bei weitem nicht aus, wie neueste Zahlen der staatlichen Förderbank KfW zeigten. Danach wurden im Kreis Gütersloh im vergangenen Jahr 1.908 Wohneinheiten energetisch saniert. Dafür flossen von der KfW Fördermittel in Höhe von 17,2 Millionen Euro.

Mit Blick auf den großen Altbaubestand sieht Gewerkschafterin Katzsche-Döring »viel Luft nach oben«. Nachkriegsbauten, von denen es im Kreis besonders viele gebe, lägen beim Energieverbrauch etwa drei Mal so hoch wie Neubauten heute. Doch bundesweit werde aktuell nur ein Prozent der Gebäude pro Jahr saniert. Die Bundesregierung hält eine Quote von zwei Prozent für nötig, um die selbstgesteckten Klimaziele einzuhalten. Das Einsparpotential ist groß: Nach Angaben der KfW-Bank wurden allein im Jahr 2017 deutschlandweit 480.000 Tonnen Kohlendioxyd durch Gebäudesanierungen eingespart.

Salenti

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