Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen [mehr erfahren] Close
Informationen > Kreis Gütersloh > Zurück

Das Archiv der Abteilung Geoinformation, Kataster und Vermessung


Tusche und Papier: Relikte aus vordigitaler Zeit …

Artikel vom 6. 11. 2018
Das Archiv der Abteilung Geoinformation, Kataster und Vermessung
Rolf Linnemeier zeigt ein so genanntes Blatt mit einem Ausschnitt der Karte von Avenwedde. Foto: Kreis Gütersloh
Von Tom-Louis Wurg

Es riecht nach altem Papier. Die Luft ist warm und trocken. Die Regale sind staubig. Im Keller des Kreishauses reihen sich Regale aneinander, in denen dicht nebeneinander und an langen Stangen große Kartonbögen hängen. Es ist das Archiv der Abteilung Geoinformation, Kataster und Vermessung vom Kreis Gütersloh. Und hier lagern noch immer Relikte aus vordigitaler Zeit. Rolf Linnemeier zieht eines von ihnen hervor. Der Kartonbogen ist vergilbt und an den Rändern schon leicht eingerissen. Das Dokument ist übersäht mit handgezeichneten Linien und Zahlen. Es zeigt eine Karte mit Grundstücksgrenzen von Avenwedde aus dem Jahre 1932 und ist nur eine von vielen. Die meisten der hier gelagerten Karten wurden noch von Mitarbeitern der Altkreise Halle und Wiedenbrück mit Tusche auf Karton gezeichnet. Heute zieht man die Originale nur noch selten hervor, denn die meisten Unterlagen sind bereits digitalisiert.

Linnemeier hält eine der Karten gegen das Licht und zeigt die vielen kleinen Löcher in dem Karton. »Das sind die Einstichlöcher der Kartiernadeln«, erklärt er »Früher hat man diese Karten mit Maßstab und Nadeln kartiert. Jede Linie wurde früher mit einer Ziehfeder, später mit Tuschestiften gezeichnet.« Und tatsächlich sieht man an allen Linien, an ihren Start und Endpunkten, ein winziges Loch. Zusammengenommen bilden sie, einem Sternbild gleich, die Umrisse von Grundstücken oder auch Häusern nach. Linnemeier holt noch mehr »Karten« hervor, die jedoch in Wahrheit gar keine sind: »Die Grundlage der Urkarten bilden die sogenannten Urrisse, die die Mitarbeiter früher vor Ort gemessen und dann in ihren Akten skizziert haben.« Diese Urrisse sind jedoch nicht maßstabsgetreu und verwendeten bis circa 1880 statt dem Meter die preußische Rute als Maßeinheit. Erst die Urkarten, in denen die Urrisse zusammengeführt wurden, konnten dann als Grundlage verwendet werden.

Im Laufe der 1990er Jahre hielt die Digitalisierung Einzug in das Kataster. Seitdem ist ein Großteil der Urkarten und Urrisse eingescannt und jederzeit digital verfügbar. Linnemeier muss also nicht ständig ins Archiv laufen, wenn er Kundenanfragen zu Grenzverläufen oder Grenzverhandlungen bekommt, sondern kann auf einen Schlag sämtliche dazugehörige Dokumente öffnen. Das zeigt auch, dass die Messungen von damals auch heute noch erstaunlich genau sind − selbst wenn jetzt fast alles mit GPS und nicht mehr wie früher mit Messstangen und -ketten gemessen wird. Nur manchmal, wenn er eine Zahl auf dem Scan nicht lesen kann, geht Linnemeier noch in den Keller und holt das echte Dokument hervor. Mittlerweile macht er davon dann einfach ein Foto mit seinem Smartphone und versendet es per Mail an den Kunden. Die Qualität des Fotos übertrifft in speziellen Fällen die Qualität der Scans aus den Anfängen der Digitalisierung Mitte der 2000er.

[Zurück ...]



Informationen in Gütersloh


Transparent
Transparent
Transparent
Transparent
Transparent
Transparent

Unternehmen in Gütersloh


LogoLogoLogoLogoLogoLogo
© 2000–2017 Christian Schröter AGD, Impressum