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Halbjahresbilanz: IG BAU fordert mehr Personal für Bauämter


Bau von 605 neuen Wohnungen im Kreis Gütersloh genehmigt …

Artikel vom 28. 8. 2018
Halbjahresbilanz: IG BAU fordert mehr Personal für Bauämter
Wieder stärker gefragt – Steine sind der Rohstoff der Baukonjunktur. Doch eine entscheidende Bremse beim Neubau ist der Personalmangel in den Behörden, so die IG BAU.
Gebremster Bau-Boom: Zwischen Januar und Juni wurde im Kreis Gütersloh der Neubau von 605 Wohnungen genehmigt. Das sind 12,2 Prozent weniger als im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres, wie die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mitteilt. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf neueste Zahlen des Statistischen Bundesamts.

Investitionen von insgesamt 110,3 Millionen Euro planen demnach die Bauherren im Kreis Gütersloh, um aus den erteilten Genehmigungen neue Wohnungen zu machen. Die IG BAU Ostwestfalen-Lippe sieht jedoch Luft nach oben. »Viele Sozialwohnungen sind aus der Preisbindung gefallen – und jetzt mit deutlich höherer Miete auf dem Markt. Gegen den Schwund bei Sozialmietwohnungen und gegen den Mangel an bezahlbaren Wohnungen hilft nur eins: bauen, bauen, bauen«, sagt Bezirksvorsitzende Sabine Katzsche-Döring.

Erschwert werde das Bauen und Planen allerdings durch fehlendes Personal in den Bauämtern. Nach IG BAU-Angaben sank die Zahl der Beschäftigten in den kommunalen Baubehörden in Nordrhein-Westfalen zwischen 1995 und 2010 um 43 Prozent – zwischen 2011 und 2016 dann noch einmal um weitere 5 Prozent. Das hat eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) herausgefunden. Danach kamen auf 1.000 Einwohner in Nordrhein-Westfalen zuletzt lediglich rund 0,8 Vollzeit-Beschäftigte in den Bauverwaltungen.

»Der jahrelange Personalabbau in den Ämtern rächt sich in Zeiten einer anziehenden Baukonjunktur besonders«, sagt Katzsche-Döring. Engpässe bei der Planung und Genehmigung führten dazu, dass wichtige Bauprojekte verschleppt würden. Das betreffe auch die kommunale Infrastruktur – wie den Bau von Schulen, Straßen und Krankenhäusern.

Laut DIW geben Städte und Gemeinden im Schnitt 85 Prozent ihrer Investitionen für Bauten aus. »Mangelnde Planungskapazitäten haben daher enorme Auswirkungen auf das Bauen vor Ort«, so Katzsche-Döring. Deshalb sei ein Großteil der Kämmerer auch weiterhin skeptisch, was den Abbau des Investitionsrückstands angehe. Nach einer Umfrage des aktuellen KfW-Kommunalpanels rechnen nur 32 Prozent der Kämmerer damit, den Rückstand bei der Verkehrsinfrastruktur in den nächsten fünf Jahren abzubauen – trotz einer guten finanziellen Entwicklung in den meisten Kommunen.

68 Prozent erwarten, dass der Investitionsstau gleich bleibt oder anwächst.

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