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Pflegekräfte würden sich immer wieder für ihren Beruf entscheiden


Mitarbeiter-Umfrage der Diakonie Gütersloh …

Artikel vom 4. 7. 2018
Pflegekräfte würden sich immer wieder für ihren Beruf entscheiden
Die neuen Mitarbeitenden der Diakonie Gütersloh mit Vorstand Björn Neßler (Vierter von links): Hier heißt es nicht nur gute Leute zu finden, sondern sie auch langfristig zu binden, Foto: Diakonie
Der Pflegenotstand ist in aller Munde. In Deutschland fehlen nach Angaben der Bundesregierung mehr als 35.000 Pflegekräfte. Die Rahmenbedingungen für die Pflegenden – etwa die engen Zeit- und Personalvorgaben der Kostenträger – stoßen immer wieder auf Kritik. Umso schöner, wenn sich die meisten Mitarbeiter in der Branche trotzdem wieder für ihren Beruf entscheiden würden und ihn auch jungen Menschen empfehlen. Das hat jetzt eine Umfrage unter Angestellten der Diakonie Gütersloh ergeben, durch die der kirchliche Pflegedienstleister mehr über die Wünsche und Bedürfnisse seiner Mitarbeiter erfahren will. Eine von mehreren Maßnahmen in Sachen Arbeitnehmerbindung.

Fachkräfte finden ist das eine, Fachkräfte binden das andere. Und für Letzteres müssen Arbeitgeber wissen, was ihre Kolleginnen und Kollegen anspornt – und was sie vertreibt. Dazu hat der Diakonie Gütersloh nicht nur die Mitarbeitenden in der Pflege anonym befragt, sondern auch eine neue Workshop-Reihe ins Leben gerufen, deren erste Veranstaltung jetzt auf Gut Rietberg stattgefunden hat. Damit will die Diakonie unter anderem herausfinden, was insbesondere den neuen Mitarbeitenden im Berufsalltag wichtig ist, und die Wünsche und Ansprüche aufnehmen. Immerhin wurden im ersten Halbjahr bislang 51 Kräfte eingestellt, vor allem in der Pflege. »Und natürlich wollen wir, dass die neuen Kolleginnen und Kollegen langfristig bei uns bleiben – aber dafür müssen sie mit uns als Arbeitgeber zufrieden sein«, sagt dazu Artur Popp aus der Bereichsleitung Ambulante Pflege der Diakonie. »Zudem hat man gerade am Anfang einen noch viel kritischeren und offeneren Blick, bevor irgendwann doch eine Art Betriebsblindheit einsetzt – das wollen wir positiv nutzen.« Deswegen konnten sich die »Neuen« beim Workshop aktiv Gedanken machen: Welche Wünsche und Bedürfnisse habe ich, was erwarte ich von meinem Arbeitgeber? Was hat mir an meiner alten Stelle gefallen? Was ging dort gar nicht? Und vor allem: Was ist bei der Diakonie bislang gut, was schlecht?

Die Mitarbeiterzufriedenheit zu steigern, sei dabei zwar ein wichtiges, aber nicht das einzige Ziel, so Popp. »Letztlich geht es bei solchen Maßnahmen auch darum, die Versorgungssicherheit in der Pflege in Zukunft weiter garantieren zu können.« In Zukunft werde sich der Fachkräftemangel im Zuge des demografischen Wandels weiter verschärfen. »Gleichzeitig wird die Zahl der Pflegebedürftigen auch bei uns in der Region immer weiter steigen. Diese Menschen müssen natürlich versorgt werden – und das geht nur mit genügend Fachkräften«, erklärt der Bereichsleiter Ambulante Pflege. »Deswegen sind wir fortlaufend auf der Suche nach neuen Kollegen.« Die Workshops für neue Mitarbeiter sollen künftig etwa einmal pro Halbjahr stattfinden.

Zuvor hatte die Diakonie Gütersloh bereits eine Umfrage unter ihren Pflegekräften durchgeführt. Ganze 77 Prozent würden demnach wieder denselben Beruf wählen. Als Gründe nannten die Befragten unter anderem, dass sie ihn »mit Herz und Seele« ausüben, dass die Arbeit vielseitig und sinnvoll sei und dass sie die Begegnung mit ihren Klienten als bereichernd wahrnehmen. Letztlich seien zwar die Strukturen schwierig, aber nicht der Beruf als solches. 23 Prozent der Befragten würden sich heute allerdings für eine andere Arbeit entscheiden. Sie bemängelten unter anderem die körperliche Belastung sowie die Rahmenbedingungen in der Pflege. Auch wirke sich der Fachkräftemangel bereits auf den Arbeitsalltag aus. »Noch ist unsere Personaldecke zwar gut, aber teilweise leisten unsere Kollegen auch heute schon unter erschwerten Bedingungen die Versorgung der Klienten – etwa während der Grippewelle, wenn viele Mitarbeiter ausfallen«, beschreibt Artur Popp vor diesem Hintergrund die Praxis. »Dass wir bislang keine Patienten ablehnen müssen, liegt also nicht nur daran, dass wir neueinstellen, sondern auch an dem hohen Einsatz der Kolleginnen und Kollegen.«

»Die Ergebnisse zeigen einmal mehr, dass die aktuellen Rahmenbedingungen von allen Kollegen als Problem empfunden werden – auch von jenen, die voll in ihrem Beruf aufgehen«, so auch Diakonie-Vorstand Björn Neßler. Umso mehr begrüße er die aktuelle politische Diskussion um die Situation in der Pflege. »Fachkräftemangel einerseits, die engen Vorgaben andererseits: All das beschäftigt uns schon seit Jahren. Deswegen hoffen wir, dass sich dieses Mal wirklich etwas tut, um die Situation zu verbessern.«

Gleichwohl würden drei Viertel der Umfrageteilnehmer auch jungen Menschen zu einem Pflegeberuf raten und nennen als Gründe dafür etwa die hohe Eigenverantwortung oder die vielen Weiterbildungsmöglichkeiten. Zudem handele es sich um einen erfüllenden Beruf, der den Horizont erweitert. 26 Prozent der Umfrageteilnehmer würden dem Nachwuchs allerdings von der Jobwahl abraten. Dagegen sprechen aus ihrer Sicht etwa erneut die körperliche und psychische Belastung, die mitunter schwierige Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder die mangelnde Finanzierung der Pflegebranche durch Kostenträger und Politik.

Auch die Faktoren, auf die die Mitarbeitenden mit Blick auf ihren Job besonders viel Wert legen, wurden abgefragt. Demnach ist ein leistungsgerechter Lohn für 61 Prozent der Befragten wichtig oder sehr wichtig. Auch Arbeitsplatzsicherheit, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie ausreichend Zeit für die Klienten haben einen großen Stellenwert. »Bei einigen Stellschrauben wie dem Gehalt oder der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind natürlich auch die Arbeitgeber gefragt«, so Björn Neßler. Die Diakonie Gütersloh halte sich hier etwa an den Bundesangestellten-Tarif in kirchlicher Fassung (BAT-KF). Ein erfreuliches Ergebnis aus Sicht des kirchlichen Pflegediensts: 93 Prozent der Befragten würden die Diakonie Gütersloh als Arbeitgeber auch Freunden weiterempfehlen.

Insgesamt wurden alle 370 Mitarbeiter im Pflegebereich anonym befragt. Die Rücklaufquote betrug rund 20 Prozent, was als guter Wert für Umfragen gilt.

Mehr Infos unter: www.diakonie-guetersloh.de

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