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Zeit fürs Zwischenmenschliche


Schlaganfall-Helfer engagieren sich da, wo Ärzte und Pflegedienste an Grenzen stoßen …

Artikel vom 16. 11. 2017
Zeit fürs Zwischenmenschliche
Einmal im Monat treffen sich die Schlaganfall-Helfer zum Austausch (von links): Edeltraut Ackermann, Heinz Benking, Eva Brand, Sabine Höwelkröger, Juliane Jung, Christine Dröge, Erika Sundermann, Hans-Georg Wellerdiek. Es fehlen: Irene Buttler und Theresa Spittenarend, Foto: Diakonie
Ein offenes Ohr haben, beim Laufen- und Sprechenüben unterstützen oder bei einem Antrag unter die Arme greifen: Seit gut eineinhalb Jahren kümmern sich in Gütersloh ehrenamtliche Helfer um Menschen, die unter den Folgen eines Schlaganfalls leiden. Damit unterstützen die Helfer die Arbeit der hauptamtlichen Kräfte aus Medizin und Pflege.

Der kleine Besprechungsraum ist schnell gefüllt. Sieben der insgesamt neun ehrenamtlichen Schlaganfall-Helfer haben es an diesem Mittwochabend zur monatlichen Teamsitzung in das Büro der Diakonie Gütersloh an der Strengerstraße geschafft. Etwa alle vier Wochen treffen sie sich hier – zum regelmäßigen Austausch. Drei neue »Kunden« sind seit dem letzten Treffen dazu gekommen. Menschen also, die einen Schlaganfall erlitten haben und bei denen sich entweder Angehörige oder der Betroffene selbst an die Helfer gewandt haben. Die Gründe dafür sind ganz unterschiedlich. Ich betreue jetzt eine ältere Dame«, berichtet etwa Hans-Georg Wellerdiek, einer der Ehrenamtlichen. »Aufgrund des Schlaganfalls kann sie allein nichts mehr unternehmen und ist auf die Hilfe ihrer Angehörigen angewiesen«. Er entlastet die Familie, indem er die Dame zum Beispiel zum Einkaufen oder auf einen Kaffee in die Stadt begleitet.

Einfach »einmal rauskommen«, ein gemütlicher Plausch, Spaziergänge oder regelmäßiges Üben zur Verbesserung der Defizite: »Das sind alles Sachen, die in der Betreuung von Schlaganfallpatienten schnell zu kurz kommen. Hier können wir wirklich von einer Versorgungslücke sprechen«, bilanziert Christine Dröge, Seniorenfachberaterin der Diakonie Gütersloh und gleichzeitig Einsatzleitung der Schlaganfall-Helfer. »Die Pflegekräfte können das leider nicht leisten, und auch pflegende Angehörige kommen irgendwann an ihre Grenzen – vor allem, wenn sie noch arbeiten oder sich um eine eigene Familie kümmern müssen.« An diesem Punkt setzen deswegen die Schlaganfall-Helfer ein. Sie greifen Patienten unter die Arme, je nachdem, wie der konkrete Bedarf aussieht. »Manche unserer Kunden brauchen einfach nur etwas Gesellschaft, andere Unterstützung im Alltag, Hilfe bei Amtsgängen oder bei Hilfsmittel-Anträgen«, so Dröge. »Der genaue Umfang wird bei jedem einzeln geklärt.«

Den ersten Besuch bei einem neuen Patienten absolvieren die Ehrenamtlichen dabei nie alleine: Christine Dröge begleitet sie zum ersten Treffen und steckt gemeinsam mit dem Kunden, seinen Angehörigen und dem Ehrenamtlichen den konkreten Rahmen fest. »Alles, was unsere Helfer leisten, passiert ja rein freiwillig und ist für die Patienten kostenlos. Deswegen soll die Arbeit für die Helfer immer im vertretbaren Rahmen bleiben und natürlich auch Spaß machen«, erklärt Christine Dröge. »Daher begleiten wir sie gerade am Anfang und geben Hilfestellung bei der Organisation des Besuchsverhältnisses.« Medizinische oder pflegerische Tätigkeiten seien zudem generell ausgeschlossen. Das übernehmen die Profis, also die entsprechenden Ärzte, Therapeuten und Pflegedienste.

Wobei auch die Schlaganfall-Helfer alles andere als Laien sind: An insgesamt fünf Wochenenden mussten sie 2016 die Schulbank drücken und medizinische, sozialrechtliche, psychologische und kommunikative Grundlagen büffeln. Einige von ihnen bringen auch persönliche Erfahrungen ein – weil entweder sie selbst oder jemand im Angehörigenkreis bereits einen Schlaganfall erlebt hat. Einmal im Monat findet zudem das Treffen in den Räumlichkeiten der Diakonie an der Strengerstraße statt, bei dem die Helfer über den Status quo berichten und gegebenenfalls auch Rat einholen können.

»Das Schöne ist«, findet Dröge, »dass auch rund eineinhalb Jahre nach dem Start alle Ehrenamtlichen immer noch sehr motiviert und engagiert sind und weiterhin gerne viel Zeit in die Betreuung von Schlaganfall-Patienten stecken. Für die Versorgung der Betroffenen hier im Kreis Gütersloh ist das ein echter Gewinn.«

Kontakt zu einem Schlaganfall-Helfer im Kreis Gütersloh erhalten Interessierte bei Christine Dröge (Diakonie Gütersloh), Telefon (05241) 9867-3520.

www.diakonie-guetersloh.de

Das Projekt der Schlaganfall-Helfer im Kreis Gütersloh wurde gemeinschaftlich von der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe und der Diakonie Gütersloh umgesetzt. Das Konzept zur Schulung ehrenamtlicher Schlaganfall-Helfer war ursprünglich in einem Modellprojekt entwickelt worden, das die Stiftung in Kooperation mit der Hochschule für Gesundheit in Bochum durchgeführt hat.

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