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Radfahren auf der Fahrbahn ist sicher


Erfolgreiche Bilanz des Verkehrsversuchs an der Kahlertstraße – Ausweitung auf weitere Straßen …

Artikel vom 26. 4. 2016
Radfahren auf der Fahrbahn ist sicher
Versuch macht klug: Kurt Gramlich (Bürgerinitiative Energiewende), Christine Lang (Erste Beigeordnete Stadt Gütersloh), Hubert Schröder (ADFC Kreisverband) und – auf dem Rad – Fahrradbeauftragte Katharina Pulsfort (vorn) und Maria Rolfes (Ordnungsamt) stellen die Ergebnisse für das sichere Radfahren auf der (Kahlert-)Straße vor
Gütersloh (gpr). »Radfahren auf der Fahrbahn ist sicher« – zumindest der einjährige Verkehrsversuch auf der Kahlertstraße kann diese Annahme nahelegen. Dort wurde, nicht zuletzt auf Anregung der Bürgerinitiative »Energiewende«, im April 2015 mit entsprechender Beschilderung, mit Piktogrammen auf der Straße und mit begleitender Informations- und Öffentlichkeitsarbeit auf die Möglichkeit verwiesen, statt Radweg auch die Straße zu nutzen. Die Statistik verzeichnet nun in dem Bereich, in dem der Verkehrsversuch läuft, den Rückgang von durchschnittlich sieben auf einen Unfall im vergangenen Jahr. Dafür, so die Bewertung der Stadt Gütersloh, ist allerdings ein ganzes Bündel von Maßnahmen ausschlaggebend.

Zwar ist der Großteil der Radler auch im vergangenen Jahr auf dem Radweg gefahren, aber es ist nach Einschätzung von Polizei und dem städtischen Fachbereich Ordnung davon auszugehen, dass durch die Beschilderung und die Piktogramme die Autofahrer sensibilisiert wurden. Außerdem habe die intensive Berichterstattung, die Verteilung von Informationsflyern und Informationsveranstaltungen durch die Polizei – etwa in den anliegenden Schulen – Aufmerksamkeit erregt. Kurzum: Die Rücksichtnahme hat zugenommen, gut für alle Verkehrsteilnehmer. Einen weiteren Informationsschwerpunkt hat die Polizei zudem auf Aktionen gegen das »Geisterradeln« – sprich das Fahren auf der falschen Radwegseite - gelegt. Mit markanten Piktogrammen (einer Geister-Silhouette) und Verwarnungen wurde hier auf die Gefährlichkeit aufmerksam gemacht, die besonders im Bereich von Ausfahrten zu schweren Unfällen führen kann. Ein starkes Argument der »Fahrrad- auf-die-Straße-Befürworter«: Kein Radler würde auf die Idee kommen, auf der Straße gegen die Fahrrichtung zu fahren.

»Das Ergebnis des Verkehrsversuchs hat uns auf jeden Fall darin bestärkt, auch an anderen innerstädtischen Straße auf die Möglichkeit der Fahrbahnnutzung hinzuweisen, wenn keine Radwegebenutzungspflicht besteht,« fasste jetzt am 26. April 2016 bei einem Ortstermin auf der Kahlertstraße Christine Lang als Beigeordnete für Ordnungsfragen die Ergebnisse zusammen. An der Sundern- und der Carl-Miele-Straße sollen kurzfristig ebenfalls entsprechende Piktogramme und Schilder aufgebracht werden, weitere Straßen werden geprüft. Auch hier gehen diese Maßnahmen mit Öffentlichkeitsarbeit einher. So werden unter anderem Informationsflyer in diesem Bereich an die Haushalte verteilt. Die Möglichkeit, auf der Straße zu fahren, ist dort dann allerdings kein Versuch mehr, sondern von vornherein ein festes Angebot, das Bestand haben soll.

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