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Geldanlage

Für Anleger wird es in Zeiten dauerhaft niedriger Zinsen zunehmend schwerer, Vermögen zu sichern und zu vermehren. In den vergangenen Jahren konnten sie ihr angelegtes Geld innerhalb von 18 Jahren durch Zins und Zinseszins verdoppeln

Lesedauer 2 Minuten, 34 Sekunden, Artikel zuletzt bearbeitet am 11. April 2016

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Für Anleger wird es in Zeiten dauerhaft niedriger Zinsen zunehmend schwerer, Vermögen zu sichern und zu vermehren. In den vergangenen Jahren konnten sie ihr angelegtes Geld innerhalb von 18 Jahren durch Zins und Zinseszins verdoppeln. Heute würden sie dafür rund 100 Jahre benötigen. Die Sparer bleiben zunehmend ratlos zurück. Verschärft wird die Situation durch die Inflation, sprich Teuerungsrate und Kaufkraftverluste. Sie führen zum realen Abschmelzen des Vermögens. Wir haben deshalb Christoph Landwehr, Geschäftsstellenleiter Moltkestraße der Volksbank Bielefeld-Gütersloh, gefragt, was Anleger aktuell beherzigen sollten.

Herr Landwehr, wann steigen die Zinsen? Sollen wir noch weiter warten?

Wann die Zinsen steigen, kann Ihnen mit Sicherheit niemand sagen, aber dass sich Warten auf steigende Zinsen nicht lohnt, haben die letzten Jahre deutlich gezeigt. Ich empfehle Kunden, einen angemessenen »Notgroschen« als Liquidität zu parken. Darüber hinaus ist es sinnvoll, im Beratungsgespräch eine Vermögensstruktur zu entwickeln. Anleger sollten ihr Geld in verschiedene Anlagelösungen investieren. Eine ausgewogene Vermögensstruktur ist vergleichbar mit der Statik eines Hauses, die ja auch auf mehreren Säulen ruht. Gleichzeit ist es wichtig, die Laufzeiten von verzinslichen Anlagen im Blick zu haben. Zum einen hebt man durch eine gute Laufzeitenstruktur die Gesamtverzinsung an und zum anderen erreicht man eine wachsende Unabhängigkeit von der Zinsentwicklung.

Was empfehlen Sie Kunden, die Geld anlegen wollen?

So verschieden die Anleger und ihre Anforderungen sind, so individuell ist auch die Antwort auf die Frage nach der passenden Anlagelösung für ihr Vermögen. Es ist unmöglich, »den« perfekten Rat zu geben, denn niemand kann in die Zukunft sehen. Vermögen muss den persönlichen Bedürfnissen entsprechend gut strukturiert angelegt werden. Eine wichtige Voraussetzung hierfür ist eine umfassende Analyse der individuellen Situation des Kunden. Erst wenn ich weiß, was mein Kunde für Pläne hat, kann ich ihm helfen, diese zu verwirklichen.

Wer klug ist, verteilt sein Vermögen also auf mehrere Bereiche?

Ja, denn so wird das Risiko gestreut und so die Sicherheit der Vermögenswerte in Gänze erhöht. Gleichzeitig steigert man durch die Nutzung verschiedener Anlageklassen seine Renditechancen. Wieviel in der jeweiligen Anlageklasse angelegt werden sollte, ergibt sich aus dem Risikoprofil des Kunden. Um dieses zu ermitteln klären wir im Beratungsgespräch sehr genau, welche Prioritäten der Kunde bei seinen Geldanlagen setzt. Wer heute jedoch nur Sicherheit wünscht, nimmt letztlich die Abschmelzung seines Vermögens in Kauf.

Was gehört aus Ihrer Sicht in diese Anlagekombinationen?

Neben einer Liquiditätsreserve ergänzen Substanz- und Sachwerte eine gute Vermögensstruktur. Als konkretes Beispiel möchte ich hier unseren Volksbank Bielefeld-Gütersloh NachhaltigkeitsInvest hervorheben. Unser Mischfonds wurde 2015 von ECOreporter.de als bester nachhaltiger Mischfonds ausgezeichnet. Darauf sind wir wirklich stolz! Im Gespräch mit unseren Kunden merken wir, dass sich der Trend, auch nachhaltige Aspekte bei der eigenen Geldanlage zu berücksichtigen verstärkt: Die Anleger möchten Ertragschancen von Renten- und Aktienwerten nutzen, gleichzeitig aber auch wissen, wie die Mittel verwendet werden.

Aktienwerte sind ja nicht jedermanns Sache; Stichwort »Kursschwankungen«. Wieso lohnt es sich trotzdem?

Sparer können Kursschwankungen zu ihren Gunsten nutzen. Wenn zum Beispiel monatlich ein fester Betrag in Aktien- oder Mischfonds angespart wird, nutzen sie den sogenannten Durchschnittspreiseffekt. Bei unterschiedlichen Einstiegszeitpunkten und gleichbleibenden Sparraten kaufen sie bei niedrigen Kursen mehr, bei höheren Kursen weniger Fondsanteile. Dies kann sich langfristig für die Sparer auszahlen.

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