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1.000 Einwanderer und Flüchtlinge lernen Deutsch in Integrationskursen der VHS


Die Namen der Kursteilnehmer stehen an der Tafel. 19 Namen, zehn Nationen. Acht von ihnen sind Flüchtlinge – aus Syrien, Afghanistan und Guinea. Jeder hat seine eigene Geschichte, seine Erfahrungen, sein Leben. Hier aber haben sie eines gemeinsam …

Artikel vom 12. 10. 2015
1.000 Einwanderer und Flüchtlinge lernen Deutsch in Integrationskursen der VHS
Nicht nur in der VHS wird unterrichtet: Auf dem Hof tauschen Reem uns Sohaila Zettel aus, auf denen Körperteile stehen, und nennen die dazugehörigen Artikel
Gütersloh (gpr). Die Namen der Kursteilnehmer stehen an der Tafel. 19 Namen, zehn Nationen. Acht von ihnen sind Flüchtlinge – aus Syrien, Afghanistan und Guinea. Jeder hat seine eigene Geschichte, seine Erfahrungen, sein Leben. Hier aber haben sie eines gemeinsam: Sie lernen die deutsche Sprache im Integrationskurs der Volkshochschule Gütersloh. Und das nicht nur fleißig und hochmotiviert, sondern auch ganze acht Stunden am Tag.

An diesem Vormittag stehen Körperteile und Possessivpronomen auf dem Stundenplan des zweiten Basiskurses. Fadi und Johny aus Syrien stehen vor der Tafel, zeigen auf Körperteile und benennen sie. »Sehr gut«, lobt Lehrerin Karin Johanterwage, so wie sie es in den nächsten Stunden noch sehr oft machen wird. Im Unterricht sprechen Teilnehmer und Lehrerin ausschließlich deutsch miteinander. Das gehört für Karin Johanterwage zur Lernstrategie: »Ich spreche immer deutsch und das in normalem Tempo. Daran müssen sich die Teilnehmer gewöhnen und auch durch Nachfragen lernen sie.« Die Hauptprobleme beim Erlernen der deutschen Sprache seien Komposita – also zusammengesetzte Wörter – und Artikel, berichtet die Lehrerin. Das wird auch bei der kommenden Aufgabe deutlich, als die Schüler Ratschläge auf Plakate schreiben sollen. Hier und da fehlt ein Artikel oder ist falsch zugeordnet, Komposita wie Kamillentee werden auseinander geschrieben. Und doch ist es beeindruckend, wie gut die Menschen aus verschiedensten Herkunftsländern bereits nach 100 Stunden aus dem ersten Basiskurs die deutsche Sprache sprechen und verstehen können. In den kommenden Wochen werden sie unter anderem noch Präpositionen, Adjektive und Konjunktionen lernen, werden üben, wie man einen Brief schreibt, wie man einen Termin koordiniert und wie man seine Meinung sagt. Alltagsnah, ohne künstliches Lehrbuchdeutsch. Die Unterrichtszeiten sind montags bis freitags von 9 Uhr bis 13 Uhr in der VHS, hinzu kommen umfangreiche Hausaufgaben. »Das ist ein Vollzeitjob«, stellt Karin Johanterwage klar. Nach 600 Stunden wird die DTZ-Prüfung, der Deutsch-Test für Zuwanderer, abgelegt. Kommen die Teilnehmer dabei nicht über das Niveau A2, werden ihnen weitere 300 Stunden genehmigt – allerdings nur, wenn sie die Kurse zuvor regelmäßig besucht haben. »Ich hatte noch nie einen Teilnehmer mit A2 oder weniger am Ende«, berichtet Karin Johanterwage stolz. Und wenn der jetzige Kurs so weitermacht, wird sich das auch noch nicht ändern.

»2.869 Unterrichtsstunden sind für Herbst 2015 geplant, viele werden aber noch nachgeschoben«, berichtet VHS-Leiterin Dr. Birgit Osterwald. Erstmals nehmen mehr als 1000 Menschen an Integrationskursen der Gütersloher VHS teil – eine Rekordzahl. Die VHS bietet Basis- und Aufbaukurse auf je drei unterschiedlichen Niveaustufen an. Vor dem Kursstart gehen die Teilnehmer zu VHS-Mitarbeiterin Claudia Heitvogt, die für administrative Arbeiten und Beratung zuständig ist. Meist kommen die Flüchtlinge bereits mit einem so genannten Berechtigungsschein, den die Ausländerbehörde oder das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ausstellt. Wenn nicht, beantragt Claudia Heitvogt ihn. Damit haben die Teilnehmer Anspruch auf 660 Unterrichtsstunden, davon 60 Stunden in einem Orientierungskurs für Geschichte und Gesellschaft. Erreichen die Teilnehmer bei der DTZ-Prüfung das Niveau B1, ist der Schein abgegolten. Andernfalls ist eine Verlängerung von 300 Stunden möglich. »Ganz aktuell ist ein Erlass, nach dem Flüchtlinge aus Syrien, Irak, Iran, Eritrea und Afghanistan – also diejenigen, die eine große Bleibeperspektive haben – einen Anspruch auf die Teilnahme an vom BAMF geförderten Integrationskursen haben«, erklärt Dr. Birgit Osterwald. Zuvor seien solche Angebote von der Bürgerstiftung gesponsert worden.

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