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Top-Location?

Die Stadthalle Gütersloh verfügt laut einer aktuellen Studie der Symbios Venues und Consulting GmbH über ein gutes Image und sie ist ausbaufähig, wenn das Angebot den aktuellen und zukünftigen Marktanforderungen angepasst wird. Als mögliche

Lesedauer 2 Minuten, 42 Sekunden, Artikel zuletzt bearbeitet am 10. Februar 2005
Top-Location?

Die Stadthalle Gütersloh verfügt laut einer aktuellen Studie der Symbios Venues und Consulting GmbH über ein gutes Image und sie ist ausbaufähig, wenn das Angebot den aktuellen und zukünftigen Marktanforderungen angepasst wird. Als mögliche Szenarien zur Entwicklung stellt die Studie zwei Alternativen vor: Die Revitalisierung mit einer Kernsanierung und Modernisierung inklusive Brandschutz, Fassaden- und energetischer Sanierung sowie qualitativer Verbesserung des Raumangebots mit einer Kostenschätzung von rund elf Millionen Euro wird als zu favorisierende Möglichkeit beschrieben. Die zweite Alternative mit einem Investitionsbedarf von rund 22 Millionen Euro sieht einen Neubau der Stadthalle vor, ergänzt um Hotelflächen, die idealerweise baulich direkt angeschlossen sein sollten.

Sowohl die Rahmenbedingungen als auch das Veranstaltungsangebot und das Nutzerprofil der Stadthalle wurden im Rahmen der Studie positiv gewertet. Die zentrale Lage der Stadthalle und damit die gute Erreichbarkeit werden ebenso als Pluspunkte hervorgehoben wie die vielseitige Nutzung und das rege Besucheraufkommen. Auch der große und kleine Saal stellen bezogen auf die Stadt und das Kreisumland ein marktkompatibles Angebot dar. Grundsätzlich positiv werden die mehr als 500 Quadratmeter Foyer- und Ausstellungsflächen eingeschätzt. Der als Haupteingang fungierende Hintereingang (»kleines, dunkles Loch«) in seiner Funktion als »erste Visitenkarte der Stadt« muss allerdings nach der Meinung von Symbios deutlich aufgewertet werden.

Kritisch werden die technische Ausstattung, die Personalausstattung in den Bereichen Technik und Marketing, das Energiekonzept und das optische Erscheinungsbild bewertet. Mängel weisen auch die Künstlergarderoben, die Anliefersituation und die Regieräume auf. Neben einer Sanierung und neuer Gestaltung wird auch ein Hotelangebot als Ausbaupotenzial gesehen, mit dem sich die Stadthalle am Standort weiter behaupten könnte.

Insgesamt gelangt die Studie, deren Titelblatt originellerweise ein Foto der Theaterfassade ziert, zu dem Schluss, dass die Revitalisierung mit einer Kernsanierung und Neugestaltung primär verfolgt werden sollte. Ein Neubau wird wirtschaftlich kritisch gesehen. Nach der Auftaktinformation, weiteren Gesprächen und Gelegenheiten zu Besichtigungen ist vorgesehen, dass die Verwaltung für die Kulturausschusssitzung am 22. Mai einen Beschlussvorschlag vorbereitet. Der Rat könnte am 29. Juni abschließend einen Beschluss fassen.

Der Kommentar

Nicht, dass ich der Firma Symbios den Auftrag zu einer solchen Studie nicht gönnen würde. Die Arbeitsleistung ist sicherlich die rund 30.000 Euro wert. Aber das Ergebnis leider nicht, denn die Studie enthält lediglich ohnehin längst bekannte Aussagen und die beiden angebotenen Optionen sind eher vage, fast schon aus der Luft gegriffen. Was genau bekommt man denn für elf Millionen Euro? Und wie nachhaltig wäre das Ergebnis? Wie genau würde ein Neubau aussehen? Das Sinnvollste wäre es seinerzeit offensichtlich gewesen, Theater und Stadthalle zusammen abzureißen und etwas Kombiniertes zu bauen. Nicht zuletzt ufgrund der Verpflichtungen aus dem Architekturwettbewerb war das aber wohl nicht möglich. Die Studie favorisiert zwar die Sanierung der Stadthalle, stellt aber gleichzeitig klar, dass dadurch weder das Flächenangebot verbessert würde, noch eine nachhaltige Substanzverbesserung stattfände. Beides zentrale Faktoren für den Erfolg einer Stadthalle. Der einzige Nachteil eines Neubaus wäre mithin der teurere Preis, der sich langfristig aber rentieren könnte. Wie dieser Neubau allerdings konkret aussehen könnte, lässt die Studie offen. Hier ließe sich sicherlich einiges einsparen, denn die Studie stellt ja selbst fest, dass Gütersloh nicht eine Stadthalle in der vorhandenen Form braucht. Vielmehr wäre eine flexible, teilbare Mehrzweckhalle ohne zig verstreute Konferenzräume und ohne Restaurant und Kegelbahn denkbar. Wer sagt denn, dass allein für eine Küchensanierung Mondpreise von einer Dreiviertelmillion Euro fällig würden? Dafür bauen andere ein ganzes Restaurant …

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