Abonauten, Genuss-Abos

Lesetipps für Gütersloh, »Lokal ist unsere Zukunft«, und sie beginnt jetzt

Ernährungsunsicherheit, unterbrochene Lieferketten, krisengebeutelte globale Märkte – immer mehr Menschen erkennen die Wichtigkeit regionaler und lokaler Versorgungsstrukturen und der damit einhergehenden lokalen Unabhängigkeit vom globalen Handel.

Lesedauer 4 Minuten, 17 Sekunden, Artikel zuletzt bearbeitet am 15. Juni 2022, DOI: https://www.guetsel.de/content/45211/8711065.html

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Lesetipps für Gütersloh, »Lokal ist unsere Zukunft«, und sie beginnt jetzt

#Ernährungsunsicherheit, unterbrochene Lieferketten, krisengebeutelte globale Märkte – immer mehr Menschen erkennen die Wichtigkeit regionaler und lokaler Versorgungsstrukturen und der damit einhergehenden lokalen #Unabhängigkeit vom globalen Han#del. Während die Politik um Lösungen ringt, machen Verbraucher überall auf der Welt bereits Nägel mit Köpfen: der Trend zu hochwertigen regionalen Lebensmitteln und Produkten wächst rasant.

Das bestätigt auch der jüngste Ernährungsreport des Bundesministeriums für #Landwirtschaft und #Ernährung: Für 82 Prozent der Befragten ist es wichtig, dass Lebensmittel aus ihrer Region kommen. Der FoodHub München, ein neuer Markt für biologische und regionale Lebensmittel mit Genossenschaftsbeteiligung in der bayerischen Landeshauptstadt, hat es vor kurzem sogar in die Tagesthemen geschafft.

Neues Buch »Lokal ist unsere Zukunft«

Doch nicht nur in Deutschland fragen Verbraucher vermehrt Regionalität nach sowie Transparenz darüber, wo und wie etwas erzeugt wurde. Die Bewegung wächst bereits auf allen Kontinenten. Das neue Buch »Lokal ist unsere Zukunft – Schritte zu einer Ökonomie des Glücks« von Helena Norberg-Hodge, das im Neue Erde Verlag erschienen ist, fasst die wichtigsten Initiativen und Strömungen zusammen und stellt inspirierende Beispiele aus aller Welt vor – von Erzeugergemeinschaften für #Bio #Lebensmittel in den USA über lokale Währungen zur Stärkung ländlicher Strukturen in #Europa bis zu gemeinschaftsgeführten Krankenhäusern in Afrika, die zudem die Landflucht stoppen und lokale Arbeitsplätze schaffen.

Gleichzeitig zeigt die Autorin, die in den 80er Jahren den Wandel von selbstversorgenden Gemeinden mit gesunden Strukturen hin zu einer verfallenden modernen Gesellschaft in Ladakh, Tibet selbst miterlebte, wie die Globalisierung alles zerstört hat: soziale Gefüge, ökologisches Gleichgewicht und traditionelle kleinbäuerliche Landwirtschaft – alles zugunsten von multinationalen Konzernen, die inzwischen auch starken Einfluss auf die Politik nehmen.

Lokal statt global

Doch der Wendepunkt ist erreicht, immer mehr Menschen wollen sich nicht mehr auf industriell gefertigte und quer über den Erdball gehandelte Produkte verlassen, die obendrein mit ihrem langen Transportwegen das Klima anheizen und nur selten frei von Pestiziden und Gentechnik sind. Sie wollen biologische, regionale und saisonale Produkte und haben erkannt, dass die lokale Wertschöpfung nicht nur den Produzenten zugute kommt und ihr Geld somit in der Region verbleibt, sondern auch ihnen selbst, indem sie sichere und transparente Produkte und Dienstleistungen erhalten, deren Nachverfolgung jederzeit möglich ist – eine Win Win Situation für alle.

Die Gewinnmargen, die sonst an Zwischenhändler, Transporteure und große Konzerne gehen, verbleiben zum Beispiel bei den Landwirten, die dafür mehr in Ökologie und Freilandhaltung investieren können. Aber auch andere Bereiche der Gesellschaft profitieren.

Stärkung der lokalen Wirtschaft – zum Wohle aller

Lokale Unternehmensallianzen ermöglichen es kleinen und mittleren Unternehmen, sich zu vernetzen, sich gegenseitig zu unterstützen und die Vitalität der lokalen Wirtschaft zu stärken. Kommunale Zusammenschlüsse für dezentrale Versorgung mit Erneuerbaren Energien machen Gemeinden unabhängiger von steigenden Strompreisen. Gemeinschaftsbanken sind in der Lage, kleinen lokalen Unternehmen Kredite zu gewähren, die sie von den großen Kreditinstituten gar nicht oder nur unter erschwerten Bedingung erhalten würden. Und es gibt sogar seit kurzem eine Bewegung in den USA für gemeindeeigene Breitbanddienste, um den Kommunen mehr Kontrolle über ihr Internet zu geben, den Zugang dazu erschwinglicher und zuverlässiger zu gestalten und das Geld in der lokalen Wirtschaft zirkulieren zu lassen.

Eine Ökonomie des #Glücks

Die »Ökonomie des Glücks«, zu der es auch ein ganzes Kapitel im Buch gibt sowie einen gleichnamigen Dokumentarfilm, produziert von der Autorin Helena Norberg-Hodge und ihrer Non Profit Organisation Local Futures, ist also möglich und machbar. Und Lokalisierung ist der Weg dazu.

Auch bei uns gibt es bereits all die Zutaten für eine dezentralisierte und nachhaltige Gesellschaft, in der Mensch und Natur wieder im Mittelpunkt stehen. Die #Slowfood Bewegung, #Urban #Gardening, solidarische Landwirtschaft, #Ökobauern mit #Hofladen, #Direktvermarkter, #Food Hubs, gemeinwohlorientierte Unternehmen und regionale Versorgung mit selbsterzeugter erneuerbarer Energie wie zum Beispiel im unterfränkischen Großbardorf – »lokal« ist unsere Zukunft und sie beginnt jetzt!

»Lokalisierung ist ein Prozess der wirtschaftlichen Dezentralisierung, der es Gemeinden, Regionen und Nationen ermöglicht, mehr Kontrolle über ihre eigenen Angelegenheiten zu bekommen. Wie wir gesehen haben, gestalten globale Banken und Konzerne unsere Gesellschaften und unsere politischen Institutionen aktiv mit. Lokalisierung ist ein Weg, diesen Trend umzukehren: Anstatt dass die Wirtschaft die Regeln für die Gesellschaft bestimmt, bestimmen die Bürger – durch den demokratischen Prozess – die Regeln für die Wirtschaft«, Auszug aus dem Buch »Lokal ist unsere Zukunft – Schritte zu einer Ökonomie des Glücks«-.

Stimmen zum Buch

»Es gibt keine wichtigere Aufgabe als die Re-Lokalisierung unserer Wirtschaft - sie wird helfen, alles zu heilen, vom Klimawandel bis zur menschlichen Traurigkeit. Und dieses Buch wird Ihnen zeigen, wie es geht, mit den Aussagen einiger der bemerkenswertesten Pioniere der Welt«, Bill McKibben, Autor und Gründer der internationalen Klimaschutzbewegung 350.org

»Lokal ist in der Tat unsere Zukunft, und Helena Norberg-Hodge zeigt uns, wie wir dorthin gelangen können. Sie macht deutlich, dass es dabei vor allem um Verbindung geht: miteinander, mit der Natur, mit dem Ort. Dies ist ein unverzichtbarer Leitfaden, der den Weg zu einer Wirtschaft des menschlichen und ökologischen Wohlbefindens aufzeigt. Und wenn wir uns dem Klimawandel gegenübersehen, geht es um unser Überleben«, so Judy Wicks, Autorin von Good Morning, Beautiful Business und Mitbegründerin der Business Alliance for Local Living Economies

Verlag Neue Erde, Klappenbroschur, 192 Seiten, ISBN 978-3-89060-819-8, mit einem Vorwort von Christian Felber, Initiator der Gemeinwohlökonomie

Salenti

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