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März 1997, Weltpremiere für die Mercedes Benz A Klasse

Vor 25 Jahren präsentiert Mercedes Benz auf dem Auto-Salon in Genf die erste A Klasse.

Lesedauer 6 Minuten, 1 Sekunde, Artikel zuletzt bearbeitet am 24. März 2022, DOI: https://www.guetsel.de/content/39931/2209537.html
März 1997, Weltpremiere für die Mercedes Benz A Klasse
Foto: Mercedes Benz Group

März 1997, Weltpremiere für die #Mercedes #Benz A Klasse

Stuttgart, 24. März 2022

  • Vor 25 Jahren präsentiert Mercedes Benz auf dem Auto-Salon in Genf die erste A Klasse

  • Die Baureihe 168 findet bis 2005 mehr als 1,1 Millionen Käufer

  • Erstes #Fahrzeug mit serienmäßigem ESP in der Kompaktklasse

Am Anfang stehen zwei Showcars: Der Vision A 93 sowie die darauf basierende Studie A machen in den Jahren 1993 und 1994 die Öffentlichkeit vertraut mit dem neuen Fahrzeugkonzept, mit dem Mercedes Benz in ein für die Marke neues Fahrzeugsegment startet. Unterhalb von S-Klasse und E-Klasse führen beide Konzeptfahrzeuge direkt zur A Klasse (Baureihe 168). Sie wird 1997 vorgestellt und bis 2005 gebaut. Mehr als 1,1 Millionen Käufer entscheiden sich in dieser Zeit für diesen Mercedes Benz.

Mit der Präsentation 1997 begründet die Marke mit dem Stern zugleich eine erfolgreiche Tradition. Denn die aktuelle A Klasse der Baureihe 177 ist bereits die vierte Generation des kompakten Personenwagens. Die erste A Klasse ist ein wichtiger Protagonist der Modelloffensive Ende der 1990er Jahre. Seitdem setzt die Marke in diesem Marktsegment immer wieder Maßstäbe und hat es über ebenso erfolgreiche Modelle auf gleicher technischer Plattform wie etwa B Klasse, CLA, GLA und GLB in erheblicher Breite erschlossen.

Abrundung der Modellpalette nach unten

Für viele Jahrzehnte gehören die Personenwagen von Mercedes Benz der Oberklasse und der oberen Mittelklasse an. Das ändert sich 1982 mit der Vorstellung des 190/190 E (W 201), eine kompakte Limousine, mit der die Marke das Portfolio nach unten hin erweitert. Einige Jahre später startet die Marke ihre Produktoffensive ab 1996: Es debütieren der Roadster SLK (Baureihe 170), die A Klasse, das #SUV M Klasse (Baureihe 163), sowie der CLK als Coupé und Cabriolet (beide Baureihe 208). Parallel dazu erneuert Mercedes Benz die Modellreihen C Klasse, E Klasse, S Klasse, CL Coupés, SL und G Klasse in ihren jeweiligen Zyklen. Als Ergebnis ist die Marke breiter und attraktiver denn je im Markt aufgestellt.

Erste Ausführungen des Konzeptfahrzeugs Vision A 93 werden von 1991 an entwickelt. Es sorgt im September 1993 auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt am Main für Furore: Das Publikum ist sehr angetan. Obwohl sich bis zur Weltpremiere der A Klasse auf dem Genfer Auto-Salon (6. bis 16. März 1997) noch manches ändert, ist das außergewöhnliche Grundkonzept bereits erkennbar. Die Gesamtlänge beträgt nur 3.350 Millimeter und liegt somit auf dem Niveau eines viersitzigen Stadtwagens. 1994 zeigt die Studie A bereits ein Design nah am Serienfahrzeug. Dazu gehört die in die C-Säule schräg nach oben verlaufene Gürtellinie. Die Länge wächst gegenüber dem Vision A 93 um 225 Millimeter und beträgt nun 3.575 Millimeter.

Sicherheit auf dem Niveau der Mercedes Benz E Klasse

Die A Klasse ist nicht nur die erste serienmäßig produzierte Mercedes Benz Personenwagenbaureihe mit Frontantrieb, sondern sie setzt auch Maßstäbe hinsichtlich der passiven Sicherheit in ihrem Marktsegment: Ein einzigartiges Sandwichkonzept führt zu einem in dieser Fahrzeugklasse bisher nicht gekannten Sicherheitsniveau. Dabei sind Motor, Getriebe und Achsen vor und unter dem Fahrzeugboden untergebracht. In dem patentierten (Patent DE 44 44 00 132 C1) geradlinigen Verbund von Längs-und Querträgern sind Batterie, Auspuffanlage und Kraftstofftank sicher platziert. Die Sandwichbauweise bietet den Insassen zudem einen hohen Schutz bei Frontal- und Seitencrashs. Im Falle eines heftigen Frontalaufpralls schiebt sich die schräg eingebaute Motor-Getriebe-Einheit unter den Passagierraum. So erreicht die passive Sicherheit der A Klasse das Niveau der Mercedes Benz E Klasse.

Aufregung dann kurz nach Produktionsbeginn im Oktober 1997: Bei einem nicht standardisierten Fahrversuch (»Elchtest«) in Schweden kippt eine A Klasse um. Mercedes Benz reagiert und rüstet alle Fahrzeuge der Baureihe serienmäßig mit dem Elektronischen Stabilitätssystem #ESP sowie dem Automatischen Brems-Assistenten BAS aus. Hinzu kommen eine straffere Feder Dämpfer Abstimmung, ergänzt durch eine Tieferlegung der Karosserie sowie Reifen der Größe 195/50 R 15 statt der ursprünglichen Dimension 175/65 R 15. Alle 18.000 bereits ausgelieferten Fahrzeuge werden für die Kunden kostenfrei umgerüstet. Mit ESP, BAS, Airbags und Sidebags in den vorderen Türen, Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern ist die A Klasse so gut ausgestattet wie sonst kein anderes Fahrzeug des Segments und ebnet so den Weg zur branchenweiten Verbreitung dieser Systeme für die aktive Sicherheit insbesondere in kleineren Fahrzeugen.

Variables Raumkonzept

Wegen des doppelten Bodens sitzen die Insassen der A Klasse vergleichsweise hoch. Das ermöglicht einen bequemen Einstieg. Hinzu kommt ein Raumkomfort wie bei einem fünftürigen Mittelklasse Kombi. Die Fondsitzbank lässt sich verschieben oder herausnehmen. Als Sonderausstattung ist der Beifahrersitz mit wenigen Handgriffen demontierbar. Insgesamt sind 72 verschiedene Sitzanordnungen möglich. Ein ebener Laderaumboden und eine große Heckklappe in Verbindung mit einer niedrigen Ladekante erleichtern das Be- und Entladen dieser A Klasse mit Minivancharakter. Beliebtes Extra: das ungewöhnlich große Lamellenschiebedach. Erstmals bei einer Großserie von Mercedes Benz bestehen die vorderen Kotflügel aus Kunststoff, ebenso die Heckklappe. Das Fahrzeuggewicht beträgt lediglich 1.000 Kilogramm. Noch mehr Innenraum bietet die 2001 in Genf vorgestellte A Klasse mit einem um 170 Millimeter verlängerten Radstand. Dieses Raumwunder mit dem Platzangebot einer Oberklasselimousine schätzen auch zahlreiche Taxiunternehmen.

Von Grund auf neue Ottomotoren und Dieselmotoren

Das Sandwichprinzip erfordert die Konstruktion einer Generation neuer Vierzylindermotoren. Zunächst werden die beiden Ottomotoren der Baureihe M 166 in den Modellen A 140 und A 160 angeboten. Bereits 1998 folgen die Dieseltriebwerke der Baureihe OM 668. Mit einem Kraftstoffverbrauch von 4,5 beziehungsweise 4,9 Litern (NEFZ Gesamtverbrauch) sind die Dieselmodelle A 160 CDI und A 170 CDI besonders sparsam. Diese Turbodieselmotoren gehören zu den ersten mit der von Mercedes Benz gemeinsam mit Bosch entwickelten Common-Rail-Technik. Vom Institut »Öko Trend« aus Wuppertal wird der A 160 CDI mit dem Titel »Umweltverträglichstes Auto Deutschlands« ausgezeichnet.

Das Leistungsspektrum der vier Motoren reicht zunächst von 44 Kilowatt (60 PS) bis 75 Kilowatt (102 PS). 1999 wird der A 190 mit 82 Kilowatt (125 PS) zur stärksten A Klasse, bevor dann 2002 der mit AMG-Elementen versehene A 210 Evolution mit 103 Kilowatt (140 PS) den Spitzenplatz der Modellreihe einnimmt. Er erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 203 Kilometern pro Stunde, der Sprint von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde erfolgt in 8,2 Sekunden. Nicht zur Serienreife gelangt eine Elektroversion der A Klasse mit im Sandwichboden untergebrachten Natrium Nickelchlorid Akkus.

Formel 1 Optik und Modellpflege

Mika Häkkinen und das Team McLaren-Mercedes gewinnen am 1. November 1998 die erste Formel-1-Weltmeisterschaft für Mercedes Benz seit dem Titel von Juan-Manuel Fangio 1955 im legendären Silberpfeil W 196 R. Häkkinens Teamkollege David Coulthard erreicht in der Fahrerweltmeisterschaft Platz 3. Zur Essen Motorshow im November 1998 stellt Mercedes Benz zwei besondere Varianten der A Klasse vor: die Edition Häkkinen und die Edition Coulthard. Angelehnt an die Farbgebung der Rennwagen samt Startnummern der beiden Formel-1-Piloten entstehen jeweils 125 Exemplare dieser ganz besonders auffälligen A Klasse.

Prägnant, wenn auch weniger spektakulär, fällt 2001 eine umfangreiche Modellpflege aus. Ingenieure und Designer passen 980 Bauteile an und versehen die A Klasse unter anderem mit dem ESP der vierten Generation sowie einem noch leistungsfähigeren hydraulischen Bremsassistenten.

Das Publikum nimmt die Mercedes Benz A Klasse gut an. Von 1997 bis zur Modellpflege 2001 werden 550.000 Exemplare der ersten Generation verkauft. Die Millionengrenze überschreitet die Baureihe 168 im Jahr 2003. Gebaut wird sie in den Werken Rastatt und – bis 2005 – Juiz de Fora. Insgesamt entstehen 1.159.321 Fahrzeuge bis zur Ablösung durch die zweite Generation (Baureihe 169). Diese wird 2004 vorgestellt, setzt ebenfalls auf das Sandwichkonzept und wird Verkaufsmillionär.

Vor zehn Jahren vorgestellt: Mercedes Benz A Klasse der Baureihe 176 mit völlig neuem Konzept

Die dritte Generation der Baureihe 176 erscheint 2012. Sie ist völlig neu konzipiert und verfolgt eine andere, sportlichere Philosophie mit einem niedrigeren Fahrzeugschwerpunkt. Damit und auch mit ihrem dynamischen Design erobert sie innerhalb kürzester Zeit neue, jüngere Käuferschichten. Gebaut wird sie bis 2018. Dann präsentiert Mercedes Benz die seitdem produzierte Baureihe 177, die wiederum Maßstäbe setzt, beispielsweise mit der Weltpremiere des Multimediasystems MBUX, und ebenfalls Verkaufsrekorde erzielt. Denn das eint alle vier Generationen der A Klasse: Sie stehen für den Erfolg von Mercedes Benz in der Kompaktklasse.

Mercedes Benz Group

Salenti

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