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Intelligenz und Bildung in Gütersloh

Intelligent zu sein oder über eine hohe Bildung zu verfügen, bedeutet nicht automatisch, auch viel zu wissen oder klug zu sein

Lesedauer 3 Minuten, 1 Sekunde, Artikel zuletzt bearbeitet am 8. August 2021, DOI: https://www.guetsel.de/content/25359/2064854.html
Intelligenz und Bildung in Gütersloh

Intelligent zu sein, über eine hohe Bildung zu verfügen, bekannt zu sein oder eine »bedeutende« Stellung innezuhaben, bedeutet nicht automatisch, auch viel zu wissen oder gar klug zu sein. Meist sind Experten nur innerhalb ihres Fachgebietes Experten. Ein Experte in Quantenphysik ist beispielsweise ein blutiger Laie in Verfahrenstechnik, im Fliesenlegen, in französischer Literatur oder in Steuerrecht. Also in allem außer Quantenphysik. Aufgrund der hochspezialisierten Arbeitsteilung in unserer modernen Gesellschaft sind die meisten in fast allem unwissend.

Analog dazu bedeutet Profi zu sein, nicht, etwas besonders gut zu können. Es bedeutet lediglich, dass man damit Geld verdient. Unter Umständen können Amateure, also Leute, die damit kein Geld verdienen, etwas sogar besser. Weil sie es womöglich leidenschaftlicher und intensiver tun. Gleichwohl versteht man unter »professionell« heutzutage soviel wie »gekonnt« und unter »amateurhaft« soviel wie »nicht gekonnt«. Was aber unsinnig ist. Ein Fun-Fact: Früher galt es in England als unfair, für einen sportlichen Wettkampf zu trainieren. Und der »Dilettant« war früher einmal ein ehrenhafter Begriff.

Früher wussten wenige wenig über vieles. Heute wissen alle nichts über alles. Vor allem auch dank der Informationsüberflutung seit der Erfindung des Telegraphen und zunehmend dank des Internets. Jeder glaubt heute, alles zu können und sieht sich genötigt, das dann auch zu tun. Das fängt beim Heimwerken an und hört bei der Digitalfotografie und Bildbearbeitung nicht auf.

Manchmal sind selbst Experten in ihrem eigenen Fachgebiet nicht allumfassend informiert. Der Mediziner und Statistiker Hans Rosling erzählte einmal, dass er auf einer Tagung zum Thema Frauenrechte Daten präsentierte. Nur acht Prozent der teilnehmenden Feministinnen wussten, dass weltweit Frauen im Durchschnitt nur ein Jahr weniger in der Schule verbracht haben als Männer. 92 Prozent glaubten fälschlicherweise, dass Frauen viel benachteiligter wären als sie es tatsächlich sind. Man muss wohl auf die Idee kommen, dass manche Frauen benachteiligt sein wollen. Bekanntlich glauben die Leute ja nicht, was ist, sondern es ist, was sie glauben. Und glauben tun sie, was sie glauben wollen. Die Ursachen für das Wollen sind wiederum sehr vielfältig und komplex. Frei ist der Wille natürlich nicht. Das wäre ein logischer Zirkelschluss.

Es gibt zahllose Beispiele, um das zu illustrieren. Aktuell wird das beispielsweise an der Wissenschaftskommunikation deutlich. Christian Drosten ist der weltweit führende Experte für das Coronavirus. Aber seine Kommunikation lässt zu wünschen übrig. Er kann sich der Presse gegenüber nicht so äußern, wie er sich in wissenschaftlichen Fachkreisen äußert. Dort werden Aussagen im Kontext und in ihrer Gesamtheit wahrgenommen. Die Presse greift einen einzelnen Satz heraus und schlagzeilt damit – sie muss das tun, denn die Masse ist nicht (mehr) in der Lage, etwas anderes wahrzunehmen oder zu verstehen. Das verzerrt und verfälscht jedoch unter Umständen die gemachte Aussage. Auch Karl Lauterbach ist in Sachen Medizin gut informiert und vernetzt. Aber seine schriftlichen Äußerungen sind eher so etwas wie gestammelte Sätze.

In den allermeisten Presseabteilungen sitzen als weiteres Beispiel Leute, die kaum Ahnung von Typographie und journalistischem Schreiben haben, was erschreckend ist. Aber aus unerfindlichen Gründen wurde der Beruf des Schriftsetzers schon vor Jahren abgeschafft. Was aber noch erschreckender ist, ist die Beratungsresistenz dieser Leute, für die das anfangs Gesagte gilt. Beispielsweise kamen bis vor Kurzem Pressemitteilungen ausgerechnet der Industrie- und Handelskammer in Form von Texten mit harten Zeilenumbrüchen, jede zweite Zeile war eine Leerzeile und zwischen den Wörtern waren meist zwei, drei oder mehr Keile (Leerzeichen). Man fragt sich, wie so etwas zustandekommt. Und warum?

Hier ein kleiner Abriss zum journalistischen und typographisch korrekten Schreiben – in Sachen Form, nicht in Sachen Stil. Da hat man sich offenbar im Rahmen einer Art von Homöostase auf einen unverbindlichen, belanglosen aber auch farblosen Standardstil geeinigt: https://www.guetsel.de/content/guetersloh/21108/typographisch-und-journalistisch-schreiben.html

Salenti

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