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Wenn Yoga zur Sucht wird. Steckt alles, was wir im Außen suchen bereits in uns?

Erzwungenes Bewusstwerden in einer reizüberfluteten Gesellschaft

Lesedauer 4 Minuten, 39 Sekunden, Artikel zuletzt bearbeitet am 4. August 2021, DOI: https://www.guetsel.de/content/25060/8912087.html
Wenn Yoga zur Sucht wird. Steckt alles, was wir im Außen suchen bereits in uns?
Stefan Beat Gisler

Der Trend zur Selbstfindung ist in den letzten Jahren rasant vorangeschritten. Die Entwicklung des eigenen Bewusstseins wird so hoch gestellt, dass mit grenzenloser Energie an diesem Prozess gearbeitet wird. Yoga und Meditation spielen hierbei für einen Großteil der Selbstfindungs-Interessierten eine essenzielle Rolle. Stefan Gisler, Persönlichkeitsexperte und Lifecoach, steht der Sucht nach anstrengendem Nichtstun, stundenlangem Meditieren und nicht für jeden geeigneten Yoga-Übungen skeptisch gegenüber. Er ist davon überzeugt, dass der Weg zum erfüllten Leben bereits in uns steckt und dass man viel einfacher zu sich finden kann. Diese fünf Ideen helfen dabei, mit sich selbst in Einklang zu kommen und ein befreites Leben zu leben.

Idee EIns: Zeit für sich selbst

Montag, Mittwoch und Freitag ist Yoga. Dienstag steht der Meditationskurs im Kalender und Donnerstag wurde ein Treffen mit den Freundinnen vereinbart. Das Wochenende gehört der Familie und ist bereits mit Erlebnissen für die Kinder vorgeplant. Der Blick in den Kalender erzeugt Schweißperlen auf der Stirn und lässt etwas Essenzielles, nämlich nicht verplante Zeit, vermissen. Wer seinen Alltag so durchstrukturiert bleibt emotional auf der Strecke und bewirkt das Gegenteil von dem, was er mit Yoga und Co. erzielen wollte. Um sich bewusst zu werden und im Einklang mit sich selbst zu leben, spielt der Faktor Zeit fürs Nichtstun eine äußerst wichtige Rolle. An jedem Tag des Lebens sollte es Momente geben, in denen man sich einfach fallen und »die Dinge laufen« lässt. Kein Selbstfindungskurs kann diese Erleuchtung so gut fördern wie die Zeit, die man nur sich selbst widmet und in der man den Alltag ganz einfach ausblendet.

Idee Zwei: Dem inneren Kind vertrauen

Als Kind verlief der Tag ungezwungen und man hat die Dinge getan, auf die man Lust hatte und die Freude machten. Termine und Verpflichtungen waren weit entfernt und wenn man mal etwas liegen ließ, war das ohne schlechtes Gewissen möglich. Was ist auf dem Weg des Erwachsenwerdens geschehen, was hat uns diese Ungezwungenheit verlieren lassen? Ein wichtiger Weg des Bewusstwerdens beruht darauf, sich einfach wieder an heute augenscheinlich Belanglosem zu erfreuen und dem inneren Kind zu vertrauen. Hand aufs Herz: Ist der geplante Einkauf heute lebensnotwendig? Wenn nicht, kann er doch sicherlich bis morgen warten. Das frühere »Ich« hätte genauso gedacht und wäre mit der Entscheidung glücklich gewesen. Wer seinem inneren Kind vertraut und ihm ein »Mitspracherecht« gewährt, entschleunigt und entledigt sich vieler stressiger Situationen.

Idee Drei: Tun, was man lieb

Wie viele von den Dingen, die man täglich tut, sind eine wirkliche Passion? Einer wahren Leidenschaft nachzugehen ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Selbstfindung. Welche Passion das ist, spielt für das Glücklichsein keine Rolle. Wichtig ist lediglich, dass es eine eigene Herzensangelegenheit und nicht die Leidenschaft des Partners, der besten Freundin oder der ganzen Familie ist. Natürlich kann man seine Passion teilen und merkt schnell, dass viele Dinge gemeinsam mit Anderen noch mehr Freude bereiten. Aber auch die Kunst, die Musik oder ein Engagement mit Tieren kann das Glücksgefühl stärken und für ein neues Bewusstwerden sorgen. Wer beispielsweise schon immer eine Liebe zu Tieren und zur Natur hatte, blüht auf Spaziergängen mit einem Hund auf. Tipp: Es muss nicht der eigene Hund sein, wenn das aufgrund der Wohnverhältnisse schwierig ist. Viele berufstätige Menschen freuen sich über den »Gassi-Service« und auch ein Ehrenamt im Tierheim kann zur Herzensangelegenheit werden.

Idee Vier: Naturerlebnisse statt Termine zur Selbstoptimierung

Ein zielloser Spaziergang, eine Wanderung oder ein entspannter Nachmittag am See begünstigen die Ausschüttung von Endorphinen. In der Ruhe der Natur spüren wir Emotionen, die im städtischen Trubel untergehen und die wir gar nicht mehr als »unser Eigenes« erkennen. Die Ruhe der Natur ermöglicht uns die Konzentration auf das Wesentliche und lässt uns genau das spüren, was wir im Alltag vermissen. Es gibt nur das »Ich« und den Berg, die Felder oder den Wald. Umgeben von Düften und natürlichen Geräuschen kehrt Ruhe ein und der Stress des Alltags entschwindet in weite Ferne. Das Schöne ist, dass man sich ganz auf sein Gefühl und auf die eigene Lust verlassen kann. Anders als bei festgelegten Terminen für Entspannungskurse wandert man in dem Moment los, in dem das Fernweh aufkommt und in dem die Natur »ruft«.

Idee Fünf: Dankbarkeit für Glücksmomente

Dankbare Menschen sind glücklicher. Wir sind viel zu selten für die kleinen und auf den ersten Blick belanglosen Dinge dankbar. Doch in jedem Leben gibt es eine Vielzahl an kleinen und großen Glücksmomenten, die mit der Zeit in Vergessenheit geraten. Wer dankbar für einen sonnigen Tag, eine herzliche Begegnung oder einen Moment der Ruhe ist, fühlt das Glück und genießt jeden Tag mit einer spürbaren Leichtigkeit. Jeder dieser Augenblicke hat uns geprägt und ist ein Teil der Person, die wir heute sind. Wer seine eigene Glücksbiografie verfasst, erinnert sich beim Aufschreiben an diese Momente und spürt das Glück, das er damals empfunden hat. Wer dankbar für jeden Tag, für jedes Erlebnis und für jeden schönen Augenblick ist, hat keine Zeit für negative Gedanken und steigert sein Wohlbefinden.

Fazit: Dürfen statt müssen – das Glück, glücklich zu werden

Für viele Menschen in dicht besiedelten Städten ist der durchterminierte Tag Normalität. Außerhalb unserer Arbeit sollten wir auf ein geplantes und durch strukturiertes Leben verzichten. Auch wer seine Freizeit mit Yogakursen, Pilates und Meditationskursen füllt, kann den Kern des Glücklichseins aus dem Blick verlieren. Zeit für sich haben, sich fallen lassen und das einfache Nichtstun – ohne etwas zu müssen ist pures Glück. Auf der Suche nach sich selbst und nach der inneren Mitte braucht niemand eine Anleitung. Alles, was wir außen versuchen zu finden, steckt bereits in uns und kommt zum Vorschein, wenn wir es nur zulassen und es nicht mit allen Mitteln erzwingen wollen.

Salenti

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