E Mails verursachen pro Tag 90.000 Tonnen CO2

  • School of Social Sciences der Macquarie University berechnet Umweltbilanz der #Digitalisierung

Sydney, 24. August 2022

Wer statt zu reisen an Videokonferenzen teilnimmt, #online einkauft oder sogar daheim an Internet Fitness Kursen teilnimmt, kann die Treibhausgasemissionen erheblich reduzieren. Doch auch die negativen Umweltauswirkungen des digitalen Lebens sind überraschend hoch, sagt Jessica McLean von der School of Social Sciences der Macquarie University.

Energieverbrauch fordert Tribut

»Wir denken nicht oft über die verschiedenen Infrastrukturen nach, die für das Senden einer E Mail oder das Speichern unserer Fotos erforderlich sind. Denn das geschieht in Rechenzentren, die außer Sichtweite und damit aus dem Sinn sind«, so McLean. Fast alle erwarteten einfach, dass alles klappt und ständig zu Verfügung steht. Digitale Aktivitäten brächten überraschend hohe Umweltbelastungen mit sich.

Neben den Treibhausgasemissionen aufgrund des erheblichen Energieverbrauchs von PCs, Rechenzentren und Kommunikationsgeräten müssen auch der Wasserverbrauch und die Umweltbelastungen durch den Bergbau berücksichtigt werden, die aus dem Verbrauch von Materialien für den Bau und die Unterhaltung der globalen digitalen Infrastruktur benötigt werden.

12 Liter #Wasser für einmal #Skype

Im Einzelnen schlüsselt McLean auf: Eine einstündige Videokonferenz verursacht die Emission von bis zu 1 Kilogramm CO2. Der anteilige Wasserverbrauch etwa für die Kühlung in Rechenzentren liege bei 12 Litern. Mike Berners Lee, Spezialist für #Kohlenstoff #Fußabdrücke an der Lancaster University Bailrigg, hat berechnet, dass eine kurze E Mail, die von Telefon zu Telefon über #WLAN gesendet wird, 0,3 Gramm #CO2 verursacht. Bei einer kurzen E Mail von Laptop zu Laptop seien es 17 Gramm und bei einer langen E Mail mit Anhang, die vom Laptop gesendet wird, seien es schon 50 Gramm.

[Nur über WLAN werden praktisch nie E Mails versendet. Und würde man das Ganze per Brief schicken, würde es wohl  noch mehr CO2 versursachen. Anm. d. Red.]

Bei täglich mehr als 300 Milliarden E Mails weltweit kommt da schon einiges zusammen. 90.000 Tonnen, wenn es lauter ganz kurze Botschaften wären. Datenübertragung und Speicherung von Tausenden von Fotodateien, Audiodateien und Videodateien, Nachrichten, E Mails und Dokumenten in einem durchschnittlichen #US #Rechenzentrum verursachen jährliche Emissionen von rund 0,2 Tonnen CO2 für jeweils 100 Gigabyte Speicherplatz.

Eine Stunde #HD #Streaming pro Tag summieren sich auf das Jahr gerechnet auf 160 Kilogramm CO2. Das Training eines großen #KI Modells emittiert 315 Mal mehr Kohlenstoff als ein Flug um die Welt, pro Person gerechnet. »Es ist an der Zeit zu hinterfragen, ob es immer die umweltverträglichste Lösung ist, #digital zu sein«, verdeutlicht McLean.