WDR-Intendant und ARD-Vorsitzender Tom Buhrow: »Mit Alfred Biolek verlieren wir ein Allroundtalent des deutschen Fernsehens. Er war nicht nur ein begnadeter Talkmaster, sondern auch Ideengeber, Entdecker, Förderer und äußerst kreativ. Sein Interesse galt den Menschen, der Kunst, Kultur und der anspruchsvollen Unterhaltung. Gerne erinnere ich mich auch an seine Kochsendung ›alfredissimo!‹. Mit wie viel Freude und Humor er sie zusammen mit seinen prominenten Gästen zelebrierte, das war mir beim Zuschauen immer ein Vergnügen. Und für den WDR kann ich sagen, dass wir uns glücklich über die Zusammenarbeit mit ihm schätzen können.« Biolek habe zudem immer wieder Künstler:innen in seine Sendungen eingeladen, die bis dahin in Deutschland nahezu unbekannt waren und anschließend auch hierzulande Stars wurden – so zum Beispiel Kate Bush oder Paolo Conte. »Nicht zu vergessen, auch Monty Python hat er für uns entdeckt«, sagte Buhrow. Alfred Biolek wurde am 10. Juli 1934 in Freistadt (Tschechien) als Sohn eines Rechtsanwalts geboren. Nach Promotion und zweitem juristischen Staatsexamen arbeitete er zunächst fürs ZDF, dann für die Bavaria-Film- und Fernsehproduktionsgesellschaft in München. Von 1974 an produzierte er Rudi Carrells »Am laufenden Band«, wurde Projektgruppenleiter beim WDR und parallel dazu Co-Moderator der WDR-Gesprächssendung »Kölner Treff«. Für den WDR moderierte und produzierte er die Erfolgsreihen »Bio’s Bahnhof«, »Bei Bio«, »Mensch Meier«, »Boulevard Bio« und »alfredissimo!«. Darüber hinaus war er Honorarprofessor an der Kunsthochschule für Medien in Köln und UN-Sonderbotschafter für Weltbevölkerung. Alfred Biolek erhielt unter anderem den Grimme-Preis in Gold, den Deutschen Kritikerpreis und die Goldene Kamera sowie den Deutschen Fernsehpreis für sein Lebenswerk. Außerdem war er Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes.