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Elektronische Lebensretter fürs Herz



Klinikum Gütersloh setzt als europaweit erstes Krankenhaus eine neue digitale Implantationsunterstützung bei Defibrillator-Operationen ein …

Artikel vom 2. 2. 2018
Elektronische Lebensretter fürs Herz
Das Team der europaweit ersten Defibrillatorimplantation mit neuer digitaler Unterstützung: Anke Bertram (Pflegerische Leitung Herzkatheterlabor), Malin Knorr (Medtronic), PD Dr. Natig Gassanov (Leitender Oberarzt Kardiologie), PD Dr. Fikret Er (Chefarzt Kardiologie), Margarete Ulasiuk und Christina Amoroso (Gesundheits- und Krankenpflegerinnen im Herzkatheterlabor)
Gütersloh (kgp). Sie überwachen den Herzschlag, erkennen gefährliche Herzrhythmusstörungen und können im Notfall lebensrettend sein: Implantierbare Cardioverter-Defibrillatoren, sogenannte ICDs. Mehr als 100 dieser kleinen Geräte werden in der Klinik für Innere Medizin I im Klinikum Gütersloh jedes Jahr implantiert, um Patienten vor dem plötzlichen Herztod zu bewahren. Als europaweit erste Klinik wird das Team um Chefarzt PD Dr. Fikret Er bei diesen Eingriffen nun nicht mehr wie sonst üblich von einem Experten der ICD-Herstellerfirma vor Ort, sondern über ein neues digitales System begleitet.

Es ist wie ein Neustart für das Herz: Ein ICD kann das Herz bei lebensgefährlichen Rhythmusstörungen und Kammerflimmern durch einen Stromstoß kurz zum Stillstand bringen, damit es anschließend wieder seinen normalen Rhythmus findet. »Diese Funktion ist vergleichbar mit den tragbaren externen Defibrillatoren, die inzwischen an vielen öffentlichen Plätzen verfügbar sind und im Notfall bei Wiederbelebungsmaßnahmen benutzt werden können«, erläutert PD Dr. Fikret Er, Chefarzt der Kardiologie im Klinikum Gütersloh. Im Vergleich dazu dienen ICDs bei chronisch herzkranken Personen als langfristige Dauertherapie. »Ein implantierter Defibrillator erkennt ein Kammerflimmern automatisch und reagiert innerhalb von wenigen Sekunden gezielt mit einem Stromstoß auf diesen Vorgang. Dieser elektrische Schock verhindert den Herz-Kreislaufstillstand und damit den plötzlichen Herztod«, so PD Dr. Er.

Insbesondere Patienten mit koronarer Herzkrankheit, Herzmuskelschwäche und Herzinsuffizienz oder solche, die bereits einen Herzinfarkt erlitten haben, wird dieses lebensrettende Gerät unter die Haut implantiert. Der Eingriff erfolgt im Herzkatheterlabor des Klinikum Gütersloh bei örtlicher Betäubung – eine Operation am offenen Herzen ist nicht notwendig. Über einen kleinen Hautschnitt wird dabei eine Elektrode als dünner Draht durch eine Vene bis ins Herz vorgeschoben. Danach wird die Elektrode an den Defibrillator angeschlossen und das Gerät unter die Haut geschoben.

»Normalerweise ist es üblich, dass Implantationen von ICDs von speziell ausgebildeten Therapiespezialisten der Gerätehersteller vor Ort in den Kliniken begleitet werden. Sie kennen die gerätespezifischen Details am besten, überwachen die Messdaten und können helfen, das Zusammenspiel zwischen Elektrode und ICD-Gerät zu optimieren«, so PD Dr. Er. »Als erste Klinik in Europa haben wir Ende Januar nun jedoch eine ICD-Implantation mit digitalem Support über ein neues Audio-Video-Kommunikations-System durchgeführt.« PD Dr. Er und sein Team wurden dabei von einem Experten des Medizintechnikherstellers Medtronic unterstützt, der sich über 500 Kilometer entfernt von Gütersloh befand und in Echtzeit die OP begleitete. »Das neue System bündelt und überträgt die wichtigsten Video-Signale einer ICD-Implantation. Hierzu gehören der Bildschirm des Programmiergerätes, welches die Informationen und Messwerte des Implantates sowie das EKG des Patienten zeigt, die Videos der Röntgenanlage während der Elektrodenpositionierung sowie eine Webcam, die das Operationsfeld aufnimmt. Die Informationen werden dann anonymisiert und digitalisiert per Video-Stream in Echtzeit übertragen«, erläutert PD Dr. Er. »Zusätzlich besteht eine Audio-Verbindung via Headset, über die der Experte in Kontakt zum Krankenhauspersonal steht und den Arzt während der Implantation unterstützen kann.«

Für das Klinikum Gütersloh bedeutet die neue Technologie eine deutlich flexiblere Operationsplanung: »Bislang musste der Therapiespezialist immer extra für die Operation anreisen. Durch die digitale Lösung sind wir unabhängiger und können schneller reagieren – bei gleichbleibender Unterstützung durch die Experten«, freut sich PD Dr. Er.

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