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Weil jede Sekunde zählt



Mitarbeiter des Klinikum Gütersloh lassen sich als mobile Retter qualifizieren …

Artikel vom 19. 12. 2017
Weil jede Sekunde zählt
Auf Initiative von Kerstin Stricker (vorne an der Puppe) wurden am Klinikum Gütersloh im Beisein von Pflegedirektor Jens Alberti (hinten stehend) sieben neue „mobile Retter“ von Daniela Hykmann und Kathrin Hanke (von links) eingewiesen.
Gütersloh (kgp). Wenn in der Rettungsleitstelle der Feuerwehr ein Notruf wegen plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstands eingeht, beginnt ein Wettlauf mit der Zeit: Nur wenige Minuten verbleiben, um irreparable Schäden am Gehirn des Patienten oder gar dessen Tod zu vermeiden. Obwohl sich der alarmierte Rettungsdienst auf den schnellsten Weg zum Patienten macht, vergehen oft wertvolle Minuten. Mit Einführung der Smartphone-App »Mobile Retter« im Jahr 2013 ist die schnelle Versorgung von Notfall-Patienten im Kreis Gütersloh deutlich verbessert worden: Die App verkürzt die Zeitspanne, indem sie im Notfall ausgebildete Ersthelfer alarmiert, die sich gerade in der Nähe befinden. Sieben Mitarbeiterinnen des Klinikum Gütersloh haben sich jetzt bei einer offiziellen Einweisung als mobile Retter qualifizieren lassen.

Die Initiative zur Registrierung als mobile Retter ging von Kerstin Stricker, pflegerische Leitung der Station 15 im Klinikum Gütersloh, aus. Sie selbst ist bereits seit einem halben Jahr als mobile Retterin unterwegs und hat weitere Kolleginnen ihrer Station vom Konzept überzeugt: »Ich bin durch persönliche Kontakte zu den Mobilen Rettern gekommen. Als ich bei der Arbeit von dem Projekt erzählt habe, waren einige Kolleginnen sofort begeistert und wollten sich ebenfalls engagieren.«

Mobile Retter sind ehrenamtlich im Einsatz, müssen aber medizinische Vorkenntnisse mitbringen: Nur Ärzte, Gesundheits- und Krankenpfleger, Rettungssanitäter, Feuerwehrleute oder Personen mit ähnlicher Qualifikation können sich als mobile Retter registrieren lassen. Sie werden über die App auf ihrem Handy automatisch bei einem Notfall mit Herz-Kreislauf-Stillstand oder Bewusstlosigkeit in ihrer Nähe benachrichtigt. Entscheidet sich der alarmierte mobile Retter, den Einsatz anzunehmen, übernimmt er die medizinische Erstversorgung, bis der Rettungsdienst eintrifft. Mehr als 600 mobile Retter sind inzwischen im Kreis Gütersloh registriert.

Um als mobiler Retter eingesetzt zu werden, müssen die Ersthelfer zunächst eine offizielle Einweisung durch Mitarbeiter des Vereins »Mobile Retter e.V.« erhalten, die für die Mitarbeiterinnen der Station 15 direkt im Klinikum Gütersloh durchgeführt wurde. »Wir erklären den Teilnehmern dort, wie das System funktioniert und geben rechtliche und soziale Hinweise für die Tätigkeit als mobiler Retter«, so Kathrin Hanke, die die Schulung im Klinikum gemeinsam mit ihrer Kollegin Daniela Hykmann geleitet hat. »Außerdem geben wir noch einmal eine erweiterte Reanimationseinweisung für Erwachsene, Jugendliche bzw. Kinder und Säuglinge sowie eine Defibrillator-Einweisung.« Es sei wichtig, auch die geschulten Kräfte auf die Einsätze als mobiler Retter vorzubereiten, so Hanke: »Es ist etwas völlig anderes, ob man die Ersthilfemaßnahmen im Rahmen der beruflichen Tätigkeit ausführt oder ob man aus dem privaten Umfeld heraus zu einem Notfall eilt – darauf möchten wir vorbereiten.«

Pflegedirektor Jens Alberti freut sich über das Engagement der Mitarbeiterinnen: »Wir unterstützen diese private Initiative ganz ausdrücklich: Es ist toll, dass sich die Mitarbeiterinnen auch in ihrer Freizeit für medizinische Notfälle einsetzen wollen.«

3.700 mobile Retter decken aktuell in sieben aktiven Regionen Deutschlands 2,5 Mio. Einwohner ab und konnten bereits etliche Menschenleben retten. Um solche Systeme deutschlandweit zu verbreiten, hat der Mobile Retter e.V. eine Crowdfunding-Kampagne unter dem Titel »Jede Sekunde zählt, denn es kann jeden treffen« auf der Plattform Startnext gestartet. Noch bis zum 12. Januar 2018 werden Spenden gesammelt unter www.startnext.com/mobileretterev.

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