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Fachtag digitale Medien


»Zwischen Enter und Escape« – Vortrag zum Thema Mediensucht …

Artikel vom 12. 10. 2017
Fachtag digitale Medien
Referent Christian Groß (vorne) und die Mitglieder des Netzwerks MedienAktiv GT sprachen über die Chancen und Gefahren digitaler Medien, Foto: Nils Krieft
Den Kontrast zwischen virtueller und realer Welt der Betroffenen aufzeigen, dies stand im Zentrum des Vortrags von Christian Groß zum Thema Mediensucht. Der Suchtherapeut der Bernhard Salzmann Klinik (Gütersloh) hielt den Abschlussvortrag »Zwischen Enter und Escape« auf dem ersten Fachtag »Digitale Medien«. Der Vortrag, der an Workshops anschloss, behandelte intensiv das Thema Mediensucht, vor allem Videospielsucht. Groß ließ besonders bewegte Bilder sprechen. Mitgebrachte TV-Clips und auch ein selbst gedrehter Beitrag über einen passionierten Online-Spieler brachten den Lehrkräften und weiteren Fachkräften aus den Bereichen Erziehung, Bildung, Kinder- und Jugendarbeit, aber auch Schülern die Krankheit Mediensucht näher.

Organisiert wurde der erste Fachtag ‚Digitale Medien‘ vom Netzwerk MedienAktiv GT, einer Kooperation lokaler Experten aus verschiedenen Gebieten, unter anderem Kinder- und Jugendhilfe, Schule, Erziehungs- und Suchthilfe. »Wo sind die Treffpunkte in der virtuellen Welt?« Mit dieser Frage begann der Suchtherapeut den Vortrag. Die Abkapselung der Betroffenen in eine virtuelle Welt führt oftmals zu einer Art Verhaltensverschiebung. Sind sie in der realen Welt zumeist schüchtern und unsicher, so werden sie durch das Einloggen in die Welt des Online-Spiels, offen, kommunikativ und aktionsfreudig. Dieser Prozess kehrt sich beim Ausschalten des Computers und mit der Rückkehr in die reale Welt wieder um. Hier sieht Christian Groß auch eine Herausforderung bei der Therapie: » Wenn sie einem Gamer die virtuelle Welt wegnehmen, dann bleibt ihm nichts«. Anders als beispielsweise bei der Alkoholsucht, kann der Entzug des Suchtmittels Online-Spiel, nicht durch Freundschaften aufgefangen werden, da diese ebenfalls nur in der, nun fehlenden, virtuellen Welt stattfinden. Eine Therapie baut also vor allem darauf, persönliche Strukturen für die Betroffenen zu finden und zu stärken.

Die Existenz einer virtuellen Welt, in der für die Betroffenen Beziehungen und Erfolge möglich sind, die ihnen in der realen Welt verwehrt bleiben, sind für den Mitarbeiter der Bernhard Salzmann Klinik Gründe für die Entstehung der Sucht. Die Spiele belohnen häufiges und regelmäßiges spielen mit Belohnungen, die sie in der virtuellen Welt als erfolgreich kennzeichnen. »Die Visualisierung persönlicher Erfolge ist eine zentrale Suchtstruktur von Videospielen«, unterstreicht Groß.

Insbesondere Kinder und Jugendliche sind für Mediensucht und Videospielsucht anfällig. Dies liege laut Groß häufig daran, dass diese frühzeitig mit Suchtmitteln in Kontakt kämen. »Hier ist mehr Aufklärung und Prävention nötig«, unterstreicht Groß. Besorgniserregend ist für den Referenten außerdem die oftmals vorhandene Möglichkeit in der virtuellen Welt, reales Geld auszugeben. »Es gibt oft die Möglichkeit sich mit Geld Vorteile oder Belohnungen in einem Spiel zu kaufen. Da kann es schon vorkommen, dass auf der Kreditkartenabrechnung der Mutter 3000 Euro stehen«, erzählt Groß von einem Patienten. Auch das Wetten auf virtuelle Sportereignisse ist möglich und gefährlich. »Das ist eine Art rechtsfreier Raum«, gibt Christian Groß zu bedenken.

Im Anschluss an den Abschlussvortrag schloss der Fachtag mit einer Fragerunde, die sich hauptsächlich um die Themen Therapie von Mediensucht und ihre Begleiterscheinungen drehte.

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