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Böning, übernehmen Sie!


Es ist so gut wie sicher, dass Tim und Steffen Böning den Zuschlag für die Übernahme der Weberei bekommen werden. Wir haben mit Tim Böning (37), SG-Abiturient und Betriebswirt, Steffen Böning (39), ebenfalls SG-Abiturient und Betriebswirt, und Andreas Oehme …

Artikel vom 10. 2. 2005
Böning, übernehmen Sie!
Es ist so gut wie sicher, dass Tim und Steffen Böning den Zuschlag für die Übernahme der Weberei bekommen werden. Wir haben mit Tim Böning (37), SG-Abiturient und Betriebswirt, Steffen Böning (39), ebenfalls SG-Abiturient und Betriebswirt, und Andreas Oehme und Albrecht Sprenger von »Sternzeit Catering« gesprochen …

Beschreibt uns doch mal Euer Konzept.

Wir haben den passenden Mix aus kosmopolitischer Professionalität und lokalen, soziokulturellen Komponenten. Unser Managementteam bringt diverse Erfahrungen aus der freien Wirtschaft und viel Know-How für die einzelnen Bereiche – Programm, Gastronomie und Verwaltung – der Weberei mit. Wir haben alle soziokulturellen Zentren Deutschlands analysiert und das, was für Gütersloh funktioniert, adaptiert. Konstrukte, die nicht in die Weberei passen, haben wir aussortiert. Die wichtige Säule »Kulturgastronomie« ist bei uns kein Verpachtungsthema, sondern ein gleichberechtigter Partner im Management – mit der Verantwortung für den Gesamterfolg der Weberei. Wir sind froh, unseren Wunschpartner, der alle Facetten der Weberei-Gastronomie beherrscht, gewinnen zu können. Schlussendlich wird Gütersloh mit unserer Weberei wieder auf Augenhöhe mit Bielefeld Künstler und Bands anziehen und somit den wertigen Bürgerkiez, den wir als kulturellen und gastronomischen Anker schaffen wollen, ermöglichen.

Welche Rolle soll die Weberei im Gütersloher Kultur-Kontext spielen?

Wir werden mit der Weberei Partner aller bestehenden kulturellen Angebote werden. Natürlich initiieren wir eigene, neue Formate ebenso, wie wir existierende Angebote in die Weberei »verlängern«. Warum soll zum Beispiel der harte Weinmarkt-Kern nicht eine ordentliche »After-Wine-Party« in der Weberei feiern? Die Weberei muss wieder der Ort in Gütersloh werden, an dem anspruchsvolle, aber auch innovative Kultur stattfindet. Wir kennen und erkennen den Zeitgeist und etablieren zum passenden Zeitpunkt neue Programme und stärken Gütersloh damit im kulturellen Wettbewerb in Ostwestfalen. Durch die jahrelange, erfolgreiche Arbeit in der Konzertindustrie schaffen wir es, dass passende Künstler nicht mehr um die Weberei herumkommen.

Wie werdet ihr denn mit Eurem Konzeot den »soziokulturellen« Bereich in der Weberei gestalten?

Soziokultur erkennt man nicht an einem bunten, wilden Kursprogramm. Die Aufgabe der Weberei ist es nicht, eine »Volkshochschule light« zu sein. Wir werden uns inhaltlich auf die Bereiche Musik und Medien fokussieren. Wir nennen das bewusst Werk und nicht Akademie, da es mit uns kein elitäres Programm für einige Spezialisten geben wird. Wir werden die Breite in der Bevölkerung ansprechen, auch um die soziale Arbeit vermehrt als Keimzelle für die Programmarbeit der Gütersloher Kulturszene zu etablieren. Daneben bleibt die Weberei natürlich Heimat für zahlreiche verschiedene Gütersloher Vereine, Initiativen und Bürgergruppen, die bei uns das passende Ambiente für ihre Arbeit finden und genauso wichtige Komponente eines funktionierenden Bürgerkiezes sind. Soziokulturelle Verantwortung heißt für uns aber auch, die vorhandene Mannschaft der Weberei nicht mit einem wilden Potpourri aus zahlreichen Beiratsmitglieder abzuwerten, sondern die existierenden Ressourcen und das vorhandene Engagement weiterzuentwickeln.

Wie wird denn die Finanzierung des Projekts sichergestellt?

In der öffentlichen Diskussion wird derzeit häufig Investition mit Spendenbereitschaft verwechselt. Die Finanzierung unseres Konzeptes ist mehr als sichergestellt. Die essentielle Frage wird jedoch sein, ob die Weberei mit der Unterstützung durch die Stadt in Summe wirtschaftlich betrieben werden kann. Damit sind keine großen Gewinne gemeint, das ist nicht möglich. Die förderungswürdigen und die profitablen Bereiche der Weberei müssen jedoch in Summe die notwendigen Investitionen verdienen. Dazu sind wir und auch alle andere Investoren zu gute Kaufleute, um nicht zu wissen, dass dauerhafte Geldverbrennung die Zukunft der Weberei nicht retten wird. Unser Förderkonzept mit der virtuellen Weberei-Aktie, das wir auch mit dem Förderverein diskutiert haben und unsere Kontakte in die Wirtschaft werden jedoch zusätzlich die ein oder andere Einnahmequelle realisieren, die bis heute noch nicht genutzt wird.

Warum könnt Ihr die Weberei auf Erfolgskurs führen?

Wir bringen Aufbau-, Sanierungs- und Führungserfahrung aus Startups bis hin zu Firmen mit 1.000 Mitarbeitern mit. Und unsere Erkenntnis, aber auch die vieler Mitarbeiter der Weberei ist es, dass fehlende Managementkompetenz eines der Hauptgründe für die aktuelle Situation ist. Zudem kennen wir nicht nur die regionale, sondern die deutsche Konzert- und Kulturszene und deren relevante Spieler. Nur so bekommen wir die Weberei eine Nummer größer und können den künftigen Erfolg gewährleisten. Der wesentliche Punkt ist jedoch, dass wir diesen Schritt nicht machen müssen. Wir riskieren und investieren eine Menge – Geld und Zeit. Reicher würden wir sicher, wenn wir diesen Schritt nicht gehen würden. Uns reizt jedoch die Managementaufgabe gepaart mit sehr viel Herzblut für das Kulturzentrum unserer Jugend. Politik und Stadt haben erkannt, dass sie entscheiden müssen, ob sie eine Weberei in der Bezirksliga möchten oder künftig zumindest Westfalenliga spielen und mit professioneller Führung und finanzieller Stabilität den langfristigen Erfolg sicherstellen wollen.

Was sind die nächsten Schritte?

Wir müssen uns mit dem Insolvenzverwalter auf einen fairen Betrag zur Übernahme des Inventars aus der Insolvenzmasse einigen. Es muss verhindert werden, dass hier zu viele Investitionsmittel ausgegeben werden, die der neuen Weberei gar nicht zugutekommen. Dann muss der Prozess zur finalen Entscheidung des Kulturausschusses am 19. September konstruktiv abgeschlossen werden. Es wäre schade, wenn der bislang sehr partnerschaftliche Umgang aller Bewerber untereinander von parteitaktischem Aktionismus auf der Zielgeraden gefährdet würde oder Last-Minute Änderungen der vereinbarten Spielregeln die vorgenommenen Planungen hinfällig machen würden. Wir sind startklar, den »Notbetrieb« der Weberei zum 1. Oktober zu übernehmen. In Summe macht unser Konzept die Weberei eine Nummer größer und stellt sie damit auf ein breiteres Fundament. Die Weberei steigt aus der Kreisklasse mindestens in die Landesliga auf, ohne die wertvollen lokalen Wurzeln und Initiativen zu verlieren. Man wird von der Weberei auch wieder außerhalb von Gütersloh hören, aber vor allem wird Gütersloh stolz sein auf seinen Bürgerkiez an der Bogenstraße, der eine soziokulturelle Nische in der städtischen Kulturlandschaft abdeckt und alternativ-kreativen Spirit mit bürgerlichem Ambiente für Jung und Alt kombiniert.

Zusammenfassung des Konzeptes

Die Philosophie

Die Weberei wird unternehmerisch und professionell geführt und gemanagt. Das heißt nicht, dass alle Fachbereiche übertrieben auf finanziellen Profit ausgerichtet sind. Gerade der Bereich »Soziale Werkstätten und Begegnung« – als Plattform für Bürger, Vereine, Gruppen und Initiativen – erfüllt seine Rolle als gemeinnütziges, sozial-engagiertes Drehkreuz für verschiedene Zielgruppen. Die Bereiche »Gastronomie« und »Kunst und Kultur« erwirtschaften kommerzielle Deckungsbeiträge, um ein breites Angebot zu gewährleiten und Quersubventionierungen zu ermöglichen. Bürger, Experten und die Stadt Gütersloh werden in die Programmgestaltung, den Management- und Entscheidungsfindungsprozess einbezogen, jedoch ohne die Gefahr, unternehmerische Entscheidungen zu zerreden, auszusitzen oder zu verkomplizieren und damit den Erfolg der Weberei zu gefährden.

Das Team

Die Gesamtverantwortungen übernehmen die Brüder Steffen und Tim Böning. Die beiden Gütersloher haben theoretische und praktische Erfahrungen in den Bereichen Management, Organisation, Events, Konzerte, Musik und Service ebenso im Gepäck wie das Interesse an einem langfristigen lokalen Engagements für die Heimatstadt. Die dritte Säule bilden die Bielefelder Gastronomie-Profis Andreas Oehme und Albrecht Sprenger, die den Spirit der neuen Weberei mittragen und Erfahrung in dem geplanten breiten gastronomischen Angebot haben. Darüber hinaus zählen die Leitung »Soziale Werkstätten und Begegnung« sowie die Leitung »Programm« zu dem Kern-Management und -Kompetenz-Team.

Das Konstrukt

Die Weberei würde als gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit den Bereichen Zentrale (Marketing, Finanzen, Administration) geführt. In dieser gGmbH werden alle Betriebsbereiche der Weberei konsolidiert. Die Partnerschaften mit der etablierten Veranstaltungs- und Konzertagentur »Der Bomber der Herzen« mit Geschäftsführer Tim Böning und den kulturgastronomischen Betrieben der Herren Oehme/Sprenger wie Sternzeit Catering ermöglichen den relevanten Zugang zu überregionalen Marktspielern und professionellen Ressourcen. Die Programmarbeit und das Gastronomiemanagement für die Weberei werden aus Gütersloh heraus – unter Nutzung der oben beschriebenen Synergien – geleistet. Bürger, Nutzer, Förderer, Experten und Stakeholder partizipieren in Form einer »Kiezklausur« (vormals als »Bürgerstammtisch« bezeichnet), dessen Sprecher Mitglied des Weberei-Managementteams ist, an dem inhaltlichen und strategischen Kurs der Weberei.

Die Inhalte

Die neue Weberei wird sich breiter und wertiger aufstellen als bisher. Das heißt, dass ohne zu verkennen, das Gütersloh keine Weltmetropole ist, weitere Zielgruppen von der Weberei angesprochen werden. Das fair bepreiste Bier oder der subventionierte Musikkurs für Kids gehören genauso zur Weberei wie eine hochwertige Firmenveranstaltung oder ein Sonderevent mit einem Mehr-Gänge-Menue mit einem bekannten Koch. Der Charme der Weberei bleibt erhalten, wird jedoch nach der Prämisse »Patina statt Schmuddel« professionalisiert. Die Weberei wird Partner des Jungendkulturrings bleiben, wird kleinen und lokalen Acts eine Bühne bieten, aber auch professionell mittlere und größere Künstler, Events und Aktionen nach Gütersloh holen. Zudem wird es kulturelle Highlights wie Festivals, Wettbewerbe, Partys und Aktionen geben. In Summe wir die Weberei schicker und serviceorientierter werden, ohne die Wurzeln und die sozial-kulturelle Verantwortung und die Partizipation der Bürger aufzugeben. Sie wird ein identitätsstiftender Kiez für Bürger werden und sich als wichtige Säule und Partner in das Gütersloher Kulturgeschehen einreihen. Damit ist der Erfolg und letztendlich die langfristige Kontinuität der Weberei ermöglicht!

Die wesentlichen Erfolgsfaktoren des Konzeptes

1. Das Management

Die erfolgskritischsten Ressourcen, um die Weberei größer und damit stabil und erfolgreich zu gestalten, sind Erfahrungen im internationalen Konzert- und Programmbereich, ein professioneller Kulturgastronom, der sich nicht als Pächter in einem externen Gebäude versteht und eine kluge und erfahrene Führung der Mitarbeiter sowie Professionalität im kaufmännischen Bereich. Genau diese Anforderungen erfüllt unser Management! Wenn wir heute keinen Zugang zu den deutschlandweiten Tourplänen von Bands und Künstlern vom nächsten Jahr haben, gibt es keine Chance, Gütersloh auf die Liste der möglichen Veranstaltungsorte der Konzertveranstalter zu setzen. Ein Kulturgastronom, der die Szene von allen Seiten – also vom Firmenevent bis zum Crewcatering – kennt und seinen Blick nicht nur auf die Maximierung der Tageskasse, sondern auf die Kundenzufriedenheit aller Gäste des Bürgerzentrums lenkt, wird das Erfahrungsbild der Weberei deutlich positiv aufladen und damit mehr Besucher anziehen. Aber auch Erfahrungen im Auf- und Umbau von Unternehmen, bei der Einführung und Steuerung von Kennzahlen und Prozessen sind unabdingbar. Alle Mitarbeiter und Partner der Weberei verdienen und benötigen faire Führung, einen klaren Weg und vertrauensvolle, langfristige Zusammenarbeit.

2. Input von allen relevanten Seiten

Eigene Erfahrungen und Kompetenzen des Managements sind wesentlich für den Erfolg der Weberei. Dennoch darf man bei allem Selbstbewusstsein zwei weitere Dinge nicht außer Acht lassen: den Blick über den Tellerrand zu vergleichbaren Einrichtungen und die Wünsche und Ideen der Gäste und Besucher. Beides haben wir sehr ernst genommen. Wir haben uns in Bürgerzentren in mit Gütersloh vergleichbaren Städten angesehen, welche Elemente dort gut und welche nicht funktionieren. Anschließend haben wir die Erfolgsfaktoren analysiert und entschieden, welche davon auf die Weberei passen und welche eher spezifische Einzelgründe darstellen. So sind zum Beispiel Modelle aus Fulda, Karlsruhe und Trier in unser Konzept – bezogen auf die Rolle der Gastronomie oder den roten Fahren im soziokulturellen Angebot – eingeflossen. Letztendlich darf Bürgerpartizipation nicht wie so häufig nur ein totes Schlagwort bleiben. Daher haben wir schon in der aktuellen Phase allen Interessierten die Möglichkeit gegeben, Ihre Wünsche und Ideen zur Weberei auf einem Internetportal zu formulieren. Zudem haben wir in einer öffentlichen Veranstaltung im Parkbad und in diversen Klein- und Einzelgesprächen alle Anfragen, die uns erreicht haben, diskutiert und beantwortet. Insgesamt sind etwa 200 konkrete Vorschläge zusammengekommen, die wir – beispielsweise beim Programmangebot für jüngere Zielgruppen oder beim gastronomischen Service – aufgenommen haben.

3. Die Kernbereiche der Weberei

Die Weberei ist sehr facettenreich. Die Kernbereiche stellen sich in unserem Konzept wie folgt dar. Im Bereich »Kultur und Programm« sind kleine, lokale und förderungswürdige Künstler und Engagement genauso Bestandteil wie der ein oder andere »Rising Star«, den man durch rechtzeitiges Buchen für die Weberei gewinnen kann. Im Rahmen des partnerschaftlichen Umgangs mit anderen kulturellen Einrichtungen der Stadt und eines effizienten Raummanagements ist es durchaus auch geplant, ausverkaufte Veranstaltungen in größere Räume zu verlagern und im Gegenzug auch anderen Veranstaltungen eine Alternative in der Weberei zu geben oder diese – durch begleitende oder zusätzliche Elemente – in die Weberei zu verlängern. Das Angebot im Bereich »Soziale Werkstätten und Begegnung« benötigt inhaltlich einen klareren roten Faden bei den eigenen Inhalten. Bürgerfeedbacks haben gezeigt, dass nur sehr wenigen das Kursangebot bekannt ist. Wir konzentrieren uns auf Musik und Medien. Nicht in Form einer elitären Akademie, sondern als breites Angebot für Bands, Musikinteressierte, Laien-Produzenten und andere. Im Bereich Medien geht es um die Erstellung von Inhalten wie Webseiten, Flyern und Modulen im Bereich der sozialen Medien. Unterstützt wird das Angebot von bekannteren Experten aus diesen Gebieten, wie zum Beispiel Musikern oder Bloggern. Daneben fördert die Weberei die Tagungs- und Begegnungsstätten für Bürgergruppen, Initiativen, Vereine und wird damit ihrer Rolle als soziales Bürgerzentrum gerecht. Zudem können aber auch Firmen und Institutionen die Weberei klassisch als Tagungs- und Konferenzstätte mieten. Die vieldiskutierte Gastronomie der Weberei benötigt vor allem zwei Dinge: professionellere Ausbildung und besseres Management von Mitarbeitern und Abläufen und eine Orientierung auf die verschiedenen Zielgruppen in der Weberei. Daneben sind operative Aspekte wie ein hoher Frischegrad, kundenfreundlichere Öffnungszeigen, eine ausgewogene und korrekt kalkulierte Karte und unterstützende Dinge wie moderne Kassensysteme von Nöten. Die Weberei wird kein »Schicky-Micky-Laden«, es wird weiterhin günstige Speisen und Getränke in Biergarten und Kneipe geben. Hinzu kommen jedoch einmalige, aber auch regelmäßige Events und Aktionen mit speziellen Themen (zum Beispiel Wein, Regionen) oder Gastköchen, um auch dieses Klientel zu bedienen. Des Weiteren gibt es Überlegungen, einen kleineren Bereich mit einem höherwertigen Speiseangebot sowie eine gemütliche Cocktailbar zu etablieren. Verhinderung von schwarzen Kassen, Schwund und fehlende finanzielle Transparenz gehören genauso zu einer erfolgreichen Weberei wie faire und zur Hauskultur passende Führung der Mitarbeiter und dem Aufbau und der Pflege eines partnerschaftlichen Umgangs mit Partnern, Vermieter und anderen städtischen und kulturellen Initiativen der Stadt. Die Mitarbeiter der Weberei, von denen wir alle, die unseren Weg mitgehen möchten, übernehmen wollen, sehnen sich nach einem klaren Führungskurs, nach Präsenz des Managements sowie Wertschätzung und Weiterentwicklung auf ihrem beruflichen Weg. Das werden wir – ergänzt um klare Abläufe und festdefinierte Schnittstellen – leisten und so eine funktionierende und effiziente Organisation sicherstellen. Um die wichtige Chance des Neuanfangs nicht zu verspielen, werden wir bis Frühjahr 2014 einen »Notbetrieb« gestalten. Das bedeutet nicht, dass die Weberei länger geschlossen ist oder geplante Veranstaltungen abgesagt werden, sondern eine für jeden klar erkennbare Übergangszeit. Das kulturelle Programm, die Anpassungen in der Gastronomie, ein neues Kursprogramm, aber auch Renovierung- und Umbauarbeiten benötigen diesen Vorlauf.

4. Finanzielle Stabilität

Die Verluste der Weberei der vergangenen Jahre müssen gestoppt werden, um eine erneute Insolvenz zu verhindern. Der wesentliche Hebel liegt in einer Erhöhung der Einnahmen. Neben den vorhandenen städtischen Zuschüssen müssen die operativen Umsätze (zum Beispiel Gastronomie, Partys) durch die Ansprache zusätzlicher Zielgruppen erhöht werden. Aber auch die Förderung von Privatleuten und Wirtschaft kann ausgebaut werden. Dazu planen wir neben den vorhandenen Förderaktivitäten eine virtuelle Weberei-Aktie, mit der Förderer ihre Bindung zur Weberei demonstrieren können und den Erfolg im Auge haben. Es geht nicht darum, aus der Weberei ein klassisches Wirtschaftsunternehmen zu machen. Aber ohne wirtschaftliche Stabilität wird es langfristig keine Weberei geben können. Förderungswürdige Bereiche und Bereiche mit positiven Deckungsbeiträgen müssen in Summe funktionieren. Und wenn am Ende ein paar Tausend Euro für notwendige Investitionen übrig bleiben, dürfen diese in einer gemeinnützigen Gesellschaft nicht an die Anteilseigner ausgeschüttet werden. Aber die in die Jahre gekommene Technik und die Inneneinrichtung werden es danken. Wichtig ist, dass die initial notwendigen Investitionen getätigt werden, aber – speziell bei der Übernahme des Inventars aus der Insolvenzmasse – nicht zu viele Investitionsgelder »verbraucht« werden. Denn nicht die Finanzstärke und die Anzahl der Investoren sind der Engpass, sondern die Rückzahlungserwartung, die jeder kluge Investor hat. Wir investieren mit dem Augenmaß, so dass die Weberei größer und erfolgreicher wird, Investoren aber keine Gelder dauerhaft in der Weberei »versenken« und langfristig zur Verfügung stehen.

5. Eine Nummer größer

In Summe macht unser Konzept die Weberei eine Nummer größer und stellt sie damit auf ein breiteres Fundament. Die Weberei steigt aus der Kreisklasse mindestens in die Landesliga auf, ohne die wertvollen lokalen Wurzeln und Initiativen zu verlieren. Man wird von der Weberei auch wieder außerhalb von Gütersloh hören, aber vor allem wird Gütersloh stolz sein auf seinen Bürgerkiez an der Bogenstraße, der eine soziokulturelle Nische in der städtischen Kulturlandschaft abdeckt und alternativ-kreativen Spirit mit bürgerlichem Ambiente für Jung und Alt kombiniert.

Die Akteure

Tim Böning

37 Jahre, SG-Abiturient und Betriebswirt, Tätigkeit bei den größten Konzertveranstaltern Deutschlands (DEAG, Lieberberg) Auslandserfahrung bei Disney, Orlando Gründer und Geschäftsführer der Kultur- und Konzertagentur »Der Bomber der Herzen«, Tourmanager diverser erfolgreicher Bands sowie Event-Partner von Red Bull

Steffen Böning

39 Jahre, SG-Abiturient und Betriebswirt, Diverse Management- und Geschäftsführungspositionen in der Medien- und Kommunikationsbranche (Bertelsmann, E-Plus) Auslandserfahrung bei Random House, Philadelphia Entwicklung und Geschäftsführung der Gutschein-App »Gettings«, Sanierungs- und Reorganisationserfahrungen

Andreas Oehme und Albrecht Sprenger

Die Firma Sternzeit Catering ist seit 2006 ein überregional tätiges Cateringunternehmen mit Sitz in Ostwestfalen. Das Full-Service Angebot reicht vom Privatcatering über Tagungs- und Eventcatering bis hin zum mehrtägigen Messecatering. Ein Schwerpunkt sind unter anderem auch Kulturinstitutionen wie die Theater in Bielefeld, deren exklusiver Partner Sternzeit Catering ist, als auch die Kunsthalle Bielefeld oder Eventlocations wie der Ringlokschuppen oder das AlarmTheater Bielefeld. Die Schwesterfirma Sprenger & Oehme betreibt seit über zwölf Jahren das Café Berlin im Bielefelder Westen sowie die Kantine des Stadttheaters und die Tapasbar Lorca im Theater am Alten Markt in Bielefeld. Geleitet werden beide Firmen von den geschäftsführenden Gesellschaftern Albrecht Sprenger und Andreas Oehme. Albrecht Sprenger, 1971 in Berlin geboren, ist Kaufmann und gründete bereits während seines Studiums der Informatik und Literatur in den frühen 90ern mit Andreas Oehme den Szene-Club »Sounds«. Andreas Oehme wurde 1965 in Bielefeld geboren. Nach dem Studium der Literatur und Philosophie ist er gemeinsam mit Albrecht Sprenger bereits seit 1994 gastronomisch selbstständig.

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